Wut, Empathie und Trauer nach Anschlägen auf Sri Lanka

Berlin/Colombo - Bei Anschlägen auf Sri Lanka sind am Ostersonntag mindestens 185 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Mit Bestürzung und Mitgefühl meldeten sich zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich tief betroffen gezeigt. „Fassungslos und voller Entsetzen verfolge ich die schrecklichen Nachrichten über die feigen Terroranschläge in Sri Lanka, bei denen so viele unschuldige Menschen den Tod fanden und viele mehr verletzt wurden“, erklärte er am Ostersonntag in Berlin. „Besonders niederträchtig ist, dass zahlreiche friedlich Betende in Gotteshäusern am Ostersonntag Ziel dieser hinterhältigen Angriffe wurden.“

Deutschland stehe an der Seite des Landes „in der Entschlossenheit, dem menschenverachtenden Terror entgegenzutreten“. Den Verletzten wünschte Steinmeier Kraft und schnelle Genesung. „Meine Gedanken sind auch bei den Hinterbliebenen und Freunden der Opfer und den Helfern vor Ort.“

Außenminister Maas: „Hass kann nie Lösung sein“

Außenminiser Heiko Maas (SPD) meldete sich unter anderem via Twitter und schrieb: „Die Nachrichten aus SriLanka machen fassungslos. Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer und hoffen mit den Verletzten. Am #Osterfest so viel Hass zu erleben schmerzt. Ostern ist ein Fest der Liebe, das uns lehrt: Hass unsererseits kann nie die Lösung sein.“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Anschläge auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka ebenfalls scharf verurteilt. „Das ist ein Angriff auf die gesamte Menschheit“, schrieb Erdogan am Sonntag auf Twitter. Im Namen der Türkei spreche er den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und wünsche den Verletzten schnelle Genesung.

Außenminister Mevlüt Cavusoglu schrieb auf Twitter, was auch immer die Motivation sei, der „niederträchtige Anschlag“ in Sri Lanka sei „feige, barbarisch und kaltblütig“, genau so wie der Mitte März im neuseeländischen Christchurch verübte Angriff auf Moscheen. „Terror hat keine Religion, keine Nation, keine Geografie.“ 

Bundesregierung zeigt sich tief betroffen

Die Bundesregierung hat tief betroffen reagiert. „Entsetzen über die Nachricht, dass Christen auf Sri Lanka während der Ostermessen angegriffen und getötet wurden“, schrieb der Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Steffen Seibert, am Sonntag auf Twitter. „Wir trauern um sie und beten für die Verletzten und Familien. Terrorismus, religiöser Hass und Intoleranz dürfen nicht siegen.“

Das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amts teilte mit, die Situation sei unübersichtlich. „Die Botschaft Colombo bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung, ob Deutsche betroffen sind. Wenn Sie vor Ort sind: Bleiben Sie den Anschlagsorten fern. Folgen Sie Anweisungen der Behörden.“

Juncker kündigt Hilfe an

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat auch bestürzt auf die Serie von Anschlägen in Sri Lanka reagiert. Mit Entsetzen und Trauer habe er von der Tat erfahren. „Ich spreche den Familien der Opfer, die sich zu einem friedlichen Gottesdienst versammelt hatten oder kamen, um dieses wunderschöne Land zu besuchen, mein Beileid aus“, schrieb Juncker am Sonntag auf Twitter. „Wir sind bereit zu helfen.“

Auch US-Präsident Donald Trump hat den Menschen des Inselstaats sein Mitgefühl ausgesprochen. Er bot in einer Nachricht auf Twitter zugleich die Unterstützung der USA an. „Wir stehen bereit, um zu helfen“, schrieb der US-Präsident am Sonntag. Er sprach von „schrecklichen Terrorattacken“. 

Der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat ebenfalls seine Betroffenheit über die Anschläge geäußert. „Ich denke an die Menschen in Sri Lanka, die weinen wie Maria am Grab Jesu“, sagte er am Ostersonntag einer Mitteilung der EKD in Hannover zufolge. „Ich denke an die vielen Toten und Verletzten, an all die Menschen, die jetzt Tränen der Verzweiflung vergießen.“

Wer zu Ostern die Auferstehung Jesu feiere, wisse um die Abgründe des Leidens, sagte der bayerische Landesbischof. Er fügte hinzu: „Auch die schlimmste Gewalt wird uns nicht dazu bringen, vor dem Hass zu kapitulieren. Gerade jetzt gilt: Christus ist auferstanden und nimmt alle Opfer von Hass und Gewalt mit ins neue Leben.“ Bedford-Strohm ging auch in seiner Osterpredigt in München auf die mutmaßlichen Terroranschläge in Sri Lanka ein.

Israels Staatspräsident hat die Angriffe auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka mit mehr als 130 Toten als „abscheuliches Verbrechen“ verurteilt. Sie hätten auch jenen gegolten, die am Ostersonntag beteten, schrieb Reuven Rivlin auf Twitter. „Wir sind alle Kinder Gottes; eine Attacke auf eine Religion ist eine Attacke auf uns alle.“ Das israelische Außenministerium teilte mit, bislang gebe es keine Informationen zu israelischen Opfern bei den Attacken. (dpa/afp/mab)