Die Seenotretterin Zoe Katharina.
Foto: Kai von Kotze

BerlinZoe Katharina lernt Bootsbauerin und sieht den Aufruf der Organisation „Jugend rettet“, die Freiwillige sucht, um im Mittelmeer Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten. Die 23-Jährige meldet sich und fährt mehrere Wochen an Bord der „Iuventa“ vor der Küste Libyens. Im Team rettet sie Hunderten von Menschen das Leben. Nach ihrer Rückkehr wird gegen die zehn Besatzungsmitglieder der „Iuventa“, einschließlich sie selbst, wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung ermittelt.

Über ihre Zeit an Bord hat Zoe Katharina ein Buch geschrieben – „Zoe heißt Leben“, hat sie es genannt. Am 22. April bekommt sie, als Teil der „Iuventa 10“, den Amnesty-International-Menschenrechtspreis für ihren Einsatz. Die Ermittlungen der italienischen Staatsanwaltschaft laufen jedoch weiter, ihr drohen bis zu 20 Jahre Haft. Über all das wollen wir mit ihr sprechen. Das Interview findet wegen des Corona-Risikos per Skype statt. Und selbstverständlich wird das Virus, welches das Schicksal der Flüchtlinge ein wenig aus dem Fokus geraten ließ, auch Thema des Gesprächs sein.

Zoe Katharina, was ist das eigentlich für ein Name?

Ich kam früh zur Welt. Meine Eltern wollten mir gerade deswegen einen starken Frauennamen geben. Sie konnten sich nicht zwischen Zoe – das heißt „Leben“ auf Griechisch – und Katharina entscheiden, dann haben sie eben beide genommen. Ich habe später aus beiden Vornamen meinen Künstlernamen gemacht.

Sie haben eine Ausbildung zur Bootsbauerin unterbrochen, um auf einem alten ehemaligen Fischereiboot im Mittelmeer das Leben von Flüchtlingen zu retten – warum?

Weil ich gesehen habe, dass Menschen vor unseren Grenzen sterben. Und weil ich wusste, dass ich was dagegen tun kann, weil ich einen Motorbootführerschein habe und Segeltrainerin bin. Ich habe mich bei „Jugend rettet“ gemeldet. Das ging alles recht schnell, ich hab mir da eigentlich gar nicht so viel gedacht, denn ich wusste, ich tue das Richtige.

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Wie war das zu Hause? Sie kommen aus einem Freiburger Ärzte-Elternhaus. Wie wurde Ihre Entscheidung dort aufgenommen?

Irgendwo zwischen Stolz und Sorge.

Trieb Sie auch Abenteuerlust?

Ich würde es nicht als Abenteuerlust beschreiben, sondern sagen, dass ich mich gerne Herausforderungen stelle.

Hatten Sie eine Idee davon, was da auf Sie zukommt?

Ich glaube, man kann keine Vorstellung davon haben. Klar, man kennt die Bilder aus dem Fernsehen oder aus der Zeitung. Aber wenn man wirklich so eine Menge an Menschen auf See auf so seeuntauglichen Booten sieht, ist das noch mal was ganz anderes. Es geht dann darum zu verhindern, dass Menschen ertrinken.

Gleich am ersten Tag auf der „Iuventa“ mussten Sie Menschen von einem Flüchtlingsboot retten. Als Seglerin haben Sie sofort erkannt, dass dieses Boot nicht seetauglich war.

Das in echt zu sehen, ist ein Schock. Aber dann ist man so schnell in der Arbeit drin, dass man nicht mehr nachdenken kann. Erst nach den Rettungen fängt man an zu reflektieren, was da gerade passiert ist. Und man fragt sich, warum Menschen vor Europas Grenzen ertrinken und warum es keine sicheren Fluchtwege gibt.

„Das in echt zu sehen, ist ein Schock“: Die „Iuventa“-Crew im Einsatz.
Foto: Iuventa

Dieses Boot wurde von einem Menschen gesteuert, der für Sie offensichtlich keine Ahnung von Seefahrt hat – ein Himmelfahrtskommando im wahrsten Sinne.

Aber die Menschen, die da auf den Booten sitzen, können für diese Situation am wenigsten. Niemand verlässt sein Zuhause zum Spaß. Man macht das nur, wenn man einen sehr triftigen Grund dafür hat. Darum ist es so wichtig, dass wir das Recht auf Asyl haben und dass die Grenzen eben nicht – wie es jetzt mehr und mehr passiert – geschlossen werden.

Sie waren, wie Sie schreiben, drei Wochen entweder hochgepumpt auf Adrenalin bei Rettungseinsätzen oder ständig übermüdet.

Es gibt da keine Alternative. Wenn man nicht mehr kann, dann ist es wahrscheinlich, dass Menschen sterben. Deswegen gibt es das eigentlich nicht als Option.

War es anfangs schwierig, nicht dem ersten Rettungsimpuls zu folgen: also zum Beispiel besser erst einmal Abstand zu halten vom Flüchtlingsboot, damit die Menschen nicht ins Wasser springen und dabei ertrinken?

Man lernt schnell die Abläufe, wie eine Rettung funktionieren kann, und dann hat man das im Kopf. Ich war aber erstaunt, dass ich mir die Gesichter der Menschen auf dem Boot nicht merken konnte. Ich sehe sie die ganze Zeit aus nächster Nähe, und dann treffe ich sie auf der „Iuventa“ wieder und habe sie nicht wiedererkannt. Neulich habe ich mit jemand darüber gesprochen und er meinte, dass es ihm genauso ging. Das ist auch ein Schutzmechanismus, sich die Gesichter nicht zu merken, dann ist man nicht so nah dran.

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Wie reagieren die Menschen in den Booten, wenn sie ein Rettungsschiff sehen?

Man muss sie tatsächlich davon abhalten, sofort über Bord zu springen, auch weil etliche   dabei sind, die Fake-Westen tragen. Schleuser verkaufen sie ihnen für teures Geld, aber sie funktionieren nicht – im Gegenteil, sie saugen sich voll und ziehen die Menschen im Wasser nach unten. Das Erste, was wir deswegen immer gemacht haben, war, unsere guten Schwimmwesten auszuteilen.

Zoe Katharina ...

... wurde 1996 geboren und wuchs in Freiburg auf. Schon in ihrer Kindheit segelte sie mit ihrem Vater auf dem Schluchsee, ließ sich später zur Segeltrainerin ausbilden und gab auf Malta Segelkurse für Jugendliche.
... begann nach dem Abitur eine Bootsbauerlehre. Im Frühjahr 2017 meldete sie sich bei der Organisation „Jugend rettet“, um auf dem Schiff „Iuventa „ im Mittelmeer Geflüchteten das Leben zu retten. Über diese Erfahrung schrieb sie das Buch „Zoe heißt Leben“, das kürzlich im Patmos-Verlag erschienen ist.
... muss wegen ihres Einsatzes Ermittlungen der italienischen Staatsanwaltschaft über sich ergehen lassen. Ihr und anderen Seenotrettern wird Beihilfe zur illegalen Einwanderung vorgeworfen. Im Falle einer Anklage drohen ihr bis zu 20 Jahre Haft.
... wird, zusammen mit den neun anderen Crew-Mitgliedern der „Iuventa“, am 22. April mit dem Menschenrechtspreis von Amnesty International ausgezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre an Persönlichkeiten oder Initiativen vergeben, die sich unter schwierigen Bedingungen für Menschenrechte einsetzen.

Gleich bei diesem ersten Einsatz kam auch die libysche Küstenwache dazu. Was die Gefahr noch verdoppelt, weil die es auf das Flüchtlingsboot abgesehen hatten.

In diesem Augenblick habe ich wirklich gemerkt, dass ich auch Angst habe. Man kennt die Berichte, sieht die Verletzungen und Wunden bei den Flüchtlingen. Als die auf uns zukamen, dachte ich, wie kann es sein, dass die Europäische Union die unterstützt!? In einem der letzten Kapitel in meinem Buch treffe ich Mohammed, der auch von der „Iuventa“ gerettet wurde. Der fragte mich, warum wir da immer von Küstenwachen aus Libyen sprächen – das seien Milizen.

Bei schwierigem Wellengang werden auch Sie leicht seekrank.

Ich werde oft gefragt, wie das für mich war auf dem Boot. Aber für die Menschen, die fliehen, was die alles durchmachen, das ist ja viel schlimmer als das, was ich mache. Wenn jemand Hilfe braucht, dann helfe ich ihm, egal ob es auf der Straße ist oder im Wasser.

Wie ist das, zu entscheiden, ob man jetzt ein Boot mit Flüchtlingen sich selbst überlässt, um ein anderes, das gerade sinkt, anzufahren?

So eine Entscheidung wird vom Kapitän und Einsatzleiter getroffen. Zudem darf man nicht vergessen, dass alle Einsätze von der Seenotrettungsleitstelle in Italien, dem MRCC in Rom, koordiniert wurden. Zu entscheiden, welche Rettung mehr Dringlichkeit hat, ist natürlich in der Situation schwer, aber ich bin jemand, der recht gut abschalten und funktionieren kann, auch wenn es nicht leicht ist.

Gibt es eine Möglichkeit, sich auf die Begegnung mit dem Tod vorzubereiten? Am Anfang wurden Sie von anderen Crew-Mitgliedern der „Iuventa“ weggezogen, wenn man Leichen in einem Boot fand. Aber irgendwann haben Sie selber einen Toten auf dem Meer treiben sehen.

Wir bekamen ein Training in der Vorbereitung. Ich hatte im Abitur schon Psychologie und Pädagogik als Hauptfach. Wie funktioniert der Körper, wenn er Leid sieht und wenn er Schlimmes erlebt? Es hilft, wenn man die Mechanismen versteht. Die beste Vorbereitung ist wahrscheinlich, sich selbst gut zu kennen. Aber das, was da draußen vor der libyschen Küste passiert, ist schrecklich. Verarbeiten kann man das nicht, wenn Menschen vor einem sterben. Man kann nur versuchen zu lernen, damit umzugehen.

Die „Iuventa“ bekam Mitte 2019 traurige Popularität in den Medien, als Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf mit der Kapitänin Pia Camp eine 15-minütige Sondersendung machten. Die berichtete da von einer jungen Mutter, deren verstorbenes Kind auf der „Iuventa“ in einer Kühltruhe lagern musste, weil der sichere Hafen von den italienischen Behörden verwehrt wurde. Da bekam der Wahnsinn ein Gesicht.

Ich werde immer gefragt, ob jetzt nicht mehr so viele Leute auf dem Meer sind, weil man ja nichts mehr hört. Das ist einfach so, mal ist es für die Medien interessant, mal nicht. Jetzt geht es nur um das Coronavirus, uns wird gesagt, wir sollen den Menschen helfen, vor allem alten und schwachen Menschen. Dann muss man aber auch den Flüchtlingen helfen.   Deutschland versucht, so viel zu mobilisieren, vergisst aber im Angesicht der Pandemie die Menschen, die an unseren Grenzen in Lagern leben.

An diesen Grenzen wird die Lage immer schlimmer. Auf Lesbos sind alleine im Lager Moria geschätzte 20 000 Menschen. Jetzt fliehen sogar die internationalen Helfer dort vor der Corona-Gefahr.

Wir sollen Hände waschen, Abstand halten. Und ich sehe hier in Deutschland die Leute, die sagen, wie schlimm es sei, jetzt vier Wochen zu Hause bleiben zu müssen – im warmen Wohnzimmer oder im Garten auf der Terrasse! Das wäre ja so schrecklich. Und das alles, während an unseren Grenzen Tausende Menschen irgendwo in Lagern eingepfercht sind, Zelt an Zelt, die kein Zuhause haben. Die Solidarität, die jetzt in Deutschland geübt wird, sollte eigentlich für alle gelten. Was ist mit den Kindern aus den Lagern, die ja nach Deutschland geholt werden sollten? Das war groß in den Schlagzeilen, aber die werden jetzt ja doch nicht evakuiert. Das ist einfach nur schrecklich. Genau wie Seenotrettung zurzeit eigentlich nicht möglich ist, aufgrund der Reisebeschränkungen ist es im Augenblick schwierig, eine Crew zusammenzustellen. Dann müssen sie in Quarantäne, sobald sie in einem sicheren Hafen sind. Die haben alle Wartungsprobleme, so ein Schiff muss ja ständig gewartet werden. Trotzdem sind die Menschen auf dem Wasser und in Seenot. Die IOM, also die Internationale Organisation für Migration, hat gerade mitgeteilt, dass in diesen Tagen Hunderte von Flüchtlingen nach Libyen zurückgebracht wurden.

Zoe Katharina: „Die Solidarität, die jetzt in Deutschland geübt wird, sollte eigentlich für alle gelten.“
Foto: Picasa

Das Coronavirus verschlechtert also nicht nur die ohnehin schon dramatische Situation in den Lagern, sondern erschwert die Arbeit der privaten Flüchtlingsrettungsschiffe.

Die Crews, ob aus Deutschland oder international besetzt, kommen nur ganz schwer in den Hafen zu den Schiffen. Die „Seawatch 3“ lag gerade unter Quarantäne. Die Versorgung ist schwierig, weil die Läden geschlossen haben. Schiffe von Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditeranée wurden ebenfalls in Quarantäne gesetzt. Die Spenden brechen ein, und viele kleine NGOs stehen damit vor einem großen Problem.

Carola Rackete hat gerade noch mal dazu aufgerufen, die Lager auf den griechischen Inseln zu evakuieren. Sie sagt, da wird europäisches Asylrecht mit Füßen getreten.

Genau, das war davor aber auch schon so. Man darf schutzbedürftige Flüchtlinge an den Grenzen nicht abweisen. Es war schon immer eine sehr schlimme Situation, und sie wird jetzt noch viel schlimmer. Deswegen sind Aufrufe wichtig. Ein Hashtag wie #Leave NoOneBehind ist gerade jetzt wichtig, weil wir jetzt nicht mehr in der Straße demonstrieren können wegen des Virus, aber so kann man eben mit Videos auf die Situation aufmerksam machen.

In Ihrem Buch sprechen Sie von den Flüchtlingen auf der „Iuventa“ betont als „Gästen“.

Ein Mensch, der Hilfe braucht und mit friedlicher Absicht auf ein Schiff kommt, hat letztendlich den Status eines Gastes.

Sie beschreiben, wie ein Flüchtling sich noch auf dem Rettungsboot die Zähne putzt, mit Meerwasser, weil er nichts anderes hat. Aber er hält sich an seinen Ritualen fest.

Das hat mit Würde und Respekt zu tun. Mich hat auch der Flüchtling berührt, der direkt nach seiner Rettung auf mich zukam und fragte, ob ich ein Tuch habe, damit er sich die Hände abwischen kann. Ich wusste zuerst gar nicht, was er wollte. Aber dann hat mich gerade diese kleine Geste sehr berührt.

Ein paar Wochen nachdem Sie das Schiff verlassen haben, wurde die „Iuventa“ in Italien beschlagnahmt, im August 2017. Fast ein Jahr später wurde bekannt, dass die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Vorwurf: Beihilfe zur illegalen Einwanderung. Auch Sie sind direkt betroffen, weil Sie auf einem Video zu sehen sind. Es droht eine Strafe von bis zu 20 Jahren.

Es geht um die Kriminalisierung von Seenotrettung. Ich wusste natürlich, dass es irgendwo ein politisches Statement ist, wenn ich da rausfahre. Aber davor wollte ich das nicht wirklich wahrhaben, dass Menschen zu retten, auch etwas mit Politik zu tun hat. Für mich hatte das nur mit Menschenrechten zu tun und mit Seenotrettung. Ich war selber mal in Seenot, da wurde ja auch nicht gefragt, was ich für einen Pass habe, sondern ich wurde einfach gerettet.

Im Laufe der Ermittlungen kam auch heraus, dass das Schiff verwanzt war und Telefonate abgehört wurden. Erstaunlich, welche Energie dahinter steckte, um diese sogenannte Beihilfe zur illegalen Einwanderung zu belegen.

Wir wissen noch nicht genau, was für sogenannte Beweise sie alle haben, da die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Es gibt von mir ein Video, welches von einem verdeckten Ermittler aufgenommen wurde, was einfach zeigt, wie ich ein Holzboot hinter mir herschleppe. Dieses Video wurde von der wissenschaftlichen Gruppe Forensic Architecture analysiert, und die Anschuldigungen wurden widerlegt. Normalerweise dauert so eine Ermittlung der Staatsanwaltschaft ein paar Monate. Bei uns dauert sie schon mehrere Jahre.

Das Strafverfahren ist immer noch offen. Die Gefahr, verurteilt zu werden, immer noch da.

Ja. Ich werde immer wieder gefragt, ob ich glaube, dass ich 20 Jahre in den Knast kommen könnte. Meine Antwort ist dann immer: Wenn wir jetzt schon so weit sind, dass wir Menschen vor unseren Grenzen ertrinken lassen, weiß ich nicht, was noch kommt. Wenn dieses Verfahren abgeschlossen wäre, könnten wir wieder raus aufs Meer fahren. Aber zurzeit wäre das noch ein Haftgrund, weil das laut der italienischen Staatsanwaltschaft eine Wiederholung der Straftat sein könnte. Ich vermute das als Grund, warum es so lange hinausgezögert wird.

Wer Ihre Arbeit hingegen würdigt, ist Amnesty International. Am 22. April bekommen Sie zusammen mit neun anderen ,Crew-Mitgliedern der „Iuventa“ den Menschenrechtspreis. Wegen Corona wird aus der persönlichen Preisübergabe aber eher nichts werden.

Ich freue mich am meisten für die Menschen, die uns unterstützt haben. Es gibt einem Kraft, und ich bin Amnesty International auch sehr dankbar für diesen Preis. Ich sehe das aber auch so, dass wir den Preis stellvertretend bekommen haben für alle Menschen, die kriminalisiert werden in Europa, nur weil sie anderen Menschen helfen.

Sie sagten schon, Sie wären selber mal in Seenot gewesen, während eines Segeltrainings auf Malta. Danach bekamen Sie eine Therapie, um wieder segeln zu können. Wie war das nach der Zeit auf der „Iuventa“, brauchten Sie da auch eine Behandlung?

Nein. Ich hatte am Anfang auch Sorge, wie ich mit dem Tod umgehe. Aber ich war vielmehr mit der Frage beschäftigt, warum Menschen sterben, die nicht sterben müssten, während hier Menschen in klimatisierten Büros sitzen, die einfach entscheiden dürfen, dass die Grenzen dichtgemacht werden.

Wie verbringen Sie Ihre Zeit jetzt?

Ich mache gerade ein Praktikum, aber im Augenblick muss ich wie alle wegen Corona eine Pause einlegen. Also habe ich überlegt, was ich machen kann. Ich habe einen Aufruf gesehen von einer Organistion auf der Suche nach Menschen, die Risikogruppen helfen wollen. Da habe ich gesagt, klar melde ich mich. Aber ich darf es nicht machen, weil gegen mich strafrechtliche Ermittlungen laufen.