Bei den Razzien aus Anlass des Verbots der Neonazi-Organisation „Weiße Wölfe Terrorcrew“ wurden jüngst mehrere Waffen gefunden. Sichergestellt wurden unter anderem Wurfsterne, eine Armbrust und Kleinkaliberwaffen. Bereits im Mai 2015 nahm die Polizei vier mutmaßliche Rädelsführer einer Gruppe „Oldschool Society“ (OSS) fest, die Bombenanschläge vorbereitet haben sollen. Die OSS plante zudem, bundesweit kleine Aktionszellen zu gründen, die Anschläge auf Moscheen, Asylbewerberheime und ausgewählte Salafisten verüben sollten.

Diese Beispiele zeigen, dass die zunehmende Bewaffnung in der rechten Szene kein Selbstzweck ist. Dazu passt auch die Feststellung der Sicherheitsbehörden, dass unter Rechtsextremisten das Kampfsport- und Waffentraining in jüngster Zeit deutlich zugenommen hat. Im Internet kursieren etwa Aufnahmen von Wehrsportübungen, auf denen Duisburger NPD-Funktionäre und frühere Aktivisten von Dügida, dem Düsseldorfer Pegida-Ableger, zu erkennen sind. Die Protagonisten üben zum Beispiel, wie man im Nahkampf dem Gegner ein Messer in den Hals rammt. Andere Fotos zeigen Dügida-Aktivisten an einem Schießstand in Frankreich, beim Training mit einer Uzi-Maschinenpistole.

Allein für den Zeitraum Januar 2010 bis Dezember 2015 registrierte das BKA in insgesamt 39 Fallkomplexen Schießübungen von deutschen Rechtsextremisten. Einzelne Fälle beinhalten dabei gleich mehrere aufeinanderfolgende Waffentrainings derselben Personengruppe. Gut ein Drittel der Übungen fanden in Deutschland statt. In den restlichen Fällen trainierten die Neonazis laut BKA auf meist kommerziell betriebenen Schießanlagen im Ausland, etwa in Tschechien oder Frankreich. Dabei wurde das ganze Arsenal an Schusswaffen verwendet, also Luftgewehre, Pistolen, Revolver, Schrotflinten, Pumpguns und vollautomatische Gewehre.