Wann war der Anfang vom Ende der DDR? Am 7. Mai 1989, als Bürgerrechtler die SED des Wahlbetrugs überführten? Am 11. September, als Ungarn seine Grenze zu Österreich öffnete? Am 30. September, als DDR-Bürger aus der Bonner Botschaft in Prag in die Bundesrepublik ausreisten?

Oder am 7. Oktober, als mindestens 10.000 Menschen in Plauen protestierten und es Sicherheitskräften erstmals misslang, eine Demo aufzulösen? Am 9. Oktober, als 70.000 Menschen in Leipzig demonstrierten und sie mit ihrer Masse („Wir sind das Volk!“) und ihrer Friedfertigkeit („Keine Gewalt!“) die Staatsmacht überrumpelten? Am 9. November, als sich die Mauer öffnete?

Zwischen dem Wahlbetrug und der Maueröffnung liegen sechs Monate und zwei Tage, eine Zeit, die vollgestopft ist mit geschichtsstrotzenden Daten, welche die DDR erschütterten, von innen und von außen, eine Zeit, mitgeprägt von Bürgern, die sich in Initiativen organisierten, die für Reformen demonstrierten, die ihr Land verließen.