Berlin - In den ersten sieben Monaten des Jahres sind in Berlin zwölf Fälle bekannt geworden, in denen Flugzeugpiloten von Laserpointern geblendet wurden. Bundesweit waren das die meisten Angriffe an einem Ort. Insgesamt wurden in Deutschland von Januar bis Juli 65 Fälle registriert, wie Cornelia Cramer, Sprecherin des Luftfahrt-Bundesamtes in Braunschweig, mitteilte.

In Berlin geschahen zehn Vorfälle mit Laserpointern in der Umgebung des Flughafens Tegel. Bei den anderen beiden Angriffen verzeichnete das Luftfahrt-Bundesamt als Ort einmal den Bezirk Reinickendorf und einmal nur die Stadt Berlin. Beides kann auch Piloten und Flugzeuge, die in Tegel starteten oder landeten, getroffen haben.

In der Umgebung des Flughafens Schönefeld wurde kein Laserpointer-Angriff gemeldet. Brandenburg taucht in der Statistik einmal mit dem Ort Rathenow westlich der Hauptstadt auf. Nach Berlin waren Frankfurt am Main (neun) und Hamburg (sieben) am häufigsten betroffen. 

Erhebliche Dunkelziffer wird vermutet

Man kann davon ausgehen, dass es neben den gemeldeten Vorfällen noch eine beträchtliche Dunkelziffer gibt. Die Zahlen des Luftfahrt-Bundesamtes geben nur die Angriffe auf Flugzeuge deutscher Fluglinien wieder, weil diese Luftfahrtunternehmen seit 2009 verpflichtet sind, Laserattacken an die Behörde zu melden.

Das gilt auch für die Fälle, in denen deutsche Flugzeuge und Hubschrauber im ausländischen Luftraum von Laserpointern geblendet werden. Ausländische Fluglinien, die im deutschen Luftraum fliegen, müssen die Attacken hingegen nicht melden - so dass diese Angriffe nicht immer erfasst werden.

Das Luftfahrt-Bundesamt geht davon aus, dass sich die Zahlen bis Jahresende noch erhöhen. Das lasse die Erfahrung aus den vergangenen Jahren vermuten.

Zusätzlich zu den 65 Fällen im deutschen Luftraum wurden 31 Laserpointer-Attacken auf deutsche Maschinen im Ausland registriert – was insgesamt 96 Fälle bedeutet, in denen Piloten deutscher Maschinen geblendet wurden.

Menschenleben sind gefährdet

Markus Wahl, Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, sagte auf Anfrage, 96 Fälle seien „96 zu viel“. In jedem Fall könnten Menschenleben gefährdet werden. Die Forderungen, die die Gewerkschaft vor zwei Jahren an die Politik gerichtet habe, seien nicht ansatzweise erfüllt worden, so Wahl. Viele Piloten seien „wahnsinnig genervt“ von den Angriffen – vor allem, weil sich deren Zahlen nach Meinung der Gewerkschaft ohne großen Aufwand reduzieren ließen.

Kernforderung der Vereinigung Cockpit ist demnach, dass leistungsstarke Laserpointer mit mehr als 500 Milliwatt unter das Waffengesetz gestellt werden. „Deren Besitz muss strafbar sein“, sagte Wahl weiter.

Wer Piloten mit einem Laserpointer blendet, macht sich in Deutschland strafbar. In Paragraf 315 des Strafgesetzbuches ist geregelt, dass „gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr“ mit Gefängnisstrafen von bis zu zehn Jahren bestraft werden können. (dpa)