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Kommentar: Alice Weidel müssen Grenzen gesetzt werden

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Alice Weidel (AfD) spricht am Mittwoch im Bundestag.

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Getty Images

Berlin -

Seit dem Einzug der Alternative für Deutschland in den Bundestag ist der Ton rauer und auch hämischer geworden. Und doch bot der Mittwoch noch einmal eine Premiere der besonderen Art: Der AfD, seit Besiegelung der neuen großen Koalition Oppositionsführerin im Bundestag, fiel zum ersten Mal die Rolle zu, eine Haushaltsdebatte zu eröffnen.

Wohlkalkulierte Hetzparolen

Inhaltlich hatten die Fraktionschefs Alice Weidel und Alexander Gauland nicht mehr zu bieten als das Altbekannte, das früher oder später bei der angeblich unkontrollierten Massenzuwanderung nach Deutschland endet.
Im Ton allerdings setzte Weidel einen neuen – wohlkalkulierten – Superlativ und schwadronierte über „Burkas, Kopftuchmädchen, alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse“, die „unseren Wohlstand“ und den Sozialstaat nicht sichern würden.

Das ist abgesehen von miserablem Deutsch schlicht Hetze. Nicht nur Grüne und Linke reagierten heftig, sondern dieses Mal auch die CDU. Es war eine überfällige Reaktion.

Deutlich machen, dass nicht alles geduldet wird

Ignorieren mag bei so mancher Provokation der AfD die richtige Antwort sein, es gilt dennoch, klare Grenzen zu setzen. Das wird an Gebaren und Tonfall der AfD nichts ändern, aber man macht zumindest deutlich, dass im Deutschen Bundestag nicht alles geduldet wird.