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Schülerprotest „Fridays for Future“: Warum Schwänzen wichtig ist

Berlin ist nicht nur die deutsche Hauptstadt, sondern auch die Hauptstadt des Protests: Nirgendwo sonst finden bundesweit so viele Demonstrationen statt.

Derzeit ist die Situation in Berlin folgendermaßen: Jedes Jahr finden etwa 5000 Demos statt. Das bedeutet, dass rein rechnerisch jeden Tag mindestens zwölf Demonstrationszüge allein durch die deutsche Hauptstadt ziehen.

Auch eine der bundesweit größten Demos der vergangenen Jahre fand natürlich in Berlin statt. Zur #Unteilbar-Demo gegen Rassismus trafen sich am Berliner Alexanderplatz im vergangenen Oktober etwa 242.000 Teilnehmer – jedenfalls nach Zählung der Veranstalter. Das ist eine gewaltige Zahl. Doch in den allermeisten Fällen sind die Demos klein und viele Teilnehmer kennen sich.

Die Themen sind höchst unterschiedlich

Aber wer geht eigentlich zu dem vielen Demonstrationen? Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn es kommt natürlich auf das Thema für die Demonstration an – und die sind höchst unterschiedlich: für den Weltfrieden oder gegen „Mietenwahnsinn“, für den Klimaschutz oder eben gegen „Fleischfabriken“, so wie am vergangenen Sonnabend. Oder die einen fordern die Freigabe von Drogen. Anderen wollen mehr Elektroroller – und deren Gegendemonstranten wollen mehr Rechte für Fußgänger.

Ich erinnere mich noch gut an den „Marsch des Lebens“, bei dem hunderte Leute gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbruch demonstrierten. Meine Mutter nahm mich damals mit zu einer Gegendemonstration. Und obwohl mich das Thema noch nicht betroffen hat – ich war damals erst zwölf Jahre alt – fand ich die Sache wichtig. 

Schwänzen für das Klima 

An diesem Freitag findet in Berlin eine große Protestaktion statt, zu der ich unbedingt hin will: Unter dem Slogan „Fridays for Future“ schwänzen ziemlich viele Kinder und Jugendliche die Schule, um gemeinsam mit Studenten für den Klimaschutz auf die Straße zu gehen.

An einigen Schulen in Berlin und Brandenburg planen sogar ganze Jahrgangsstufen, für diesen Protestmarsch nicht wie sonst zur Schule zu gehen. Die Aktion findet inzwischen weltweit statt. Die bundesweite Hauptdemo ist natürlich in Berlin, bei der mehrere tausend Schüler und Studenten erwartet werden.

Vielen ist einfach klar, dass der Klimawandel eine reale Bedrohung für ihre Zukunft ist, und sie finden es wichtig, dagegen anzugehen. Sie wollen, dass nicht nur darüber geredet wird, wie dramatisch der Klimawandel ist und was man theoretisch so alles gegen ihn unternehmen könnte oder müsste. Die Jugendlichen wollen, dass die Politiker – und alle anderen Erwachsenen auch – endlich aktiv etwas gegen den Klimawandel machen.

Leider kann und muss ich an diesem Freitag für die große Protestaktion nicht – so wie viele andere Schüler – extra die Schule schwänzen, denn ich mache derzeit ein Schülerpraktikum bei der Berliner Zeitung, und deshalb kann quasi dienstlich auf der Straße mit dabei sein.