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Bürgermeister verspricht monatliche Prämie: Griechische Insel sucht neue Bewohner

Bild Insel

Eine typische griechische Kirche (Symbolbild)

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dpa

Athen -

2011 hatte die kleine griechische Ägäisinsel Antikythira 34 Einwohner – so die damalige Volkszählung. Inzwischen sind es nur noch 24.

Damit es nicht noch weniger werden, wirbt Bürgermeister Andreas Charchalakis jetzt um neue Bewohner: Er verspricht kinderreichen Familien, die sich auf der Insel niederlassen, einen monatlichen Zuschuss von 500 Euro.

Die nur 24 Quadratkilometer große Insel liegt auf halbem Weg zwischen der Südspitze der Halbinsel Peloponnes und Kreta in der Ägäis. Berühmt wurde sie durch den Mechanismus von Antikythira, eine astronomische Uhr der Antike.

Schwammtaucher entdeckten im Jahr 1900 das aus Bronze gefertigte komplizierte Gerät, das aus der Zeit um 70 v. Chr. stammt, in einem antiken Schiffswrack vor der felsigen Küste der Insel.

Aber trotz dieser Berühmtheit hat Antikythira das Schicksal vieler abgelegener Inseln: Die Bewohner wandern ab. Es zieht sie in die Städte aufs Festland, wo es mehr Bildungsmöglichkeiten und bessere berufliche Karrierechancen gibt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Antikythira noch fast 350 Einwohner. 1943 vertrieben die deutschen Besatzer alle Bewohner, um die Insel als Beobachtungsposten militärisch zu nutzen.

Einst Verbannungsort

Nach dem griechischen Bürgerkrieg diente Antikythira als Verbannungsort für Kommunisten und solche, die man dafür hielt. Von den Kriegsfolgen hat sich Antikythira nie ganz erholt.

Bürgermeister Charchalakis hofft, die Abwanderung stoppen zu können. Gemeinsam mit dem Bischof von Kithyra und dem örtlichen Geistlichen, Pater Dionysios, hat er das Förderprogramm organisiert, mit dem neue Bewohner nach Antikythira geholt werden sollen.

„Wir suchen vor allem Fischer, Bauleute, Landwirte, Bäcker und andere Handwerker, die hier ihren Lebensunterhalt verdienen wollen“, sagte Bürgermeister Charchalakis.

Das Angebot richtet sich an Familien mit drei und mehr Kindern. Sie können mit einer Subvention von monatlich 500 Euro rechnen, zu der die Gemeinde und die Diözese von Kithyra beisteuern.

Grundschule wieder eröffnet

Eine Familie ist bereits im Herbst von Piräus nach Antikythira umgesiedelt: Eine Mutter, die als Kind selbst auf der Insel aufwuchs, ist mit ihrem sechsjährigen Sohn und zwei Töchtern im Alter von neun und elf Jahren zurückgekehrt.

Eigens für die drei Geschwister hat das griechische Erziehungsministerium eine Lehrerin auf die Insel geschickt und die seit 23 Jahren geschlossene Grundschule renoviert und wiedereröffnet. Dort gehen Anastasia, Stamatia und Iakovos jetzt gemeinsam in eine Klasse.