Politisch korrekte Jahresendfesttage in den USA

Da haben Millionen christlicher Amerikaner George W. Bush zum Präsidenten gewählt, um den Kreuzzug gegen Moslems, Liberale und heiratswütige Schwule zu unterstützen, und nun das: Weihnachten wurde klammheimlich abgeschafft. Statt "Fröhliche Weihnachten" wünschen sich politisch korrekte Amerikaner "Season's Greetings" (Grüße der Saison) oder "Happy Holidays" (Fröhliche Feiertage). Statt Weihnachten wird lieber "Kwanzaa" gefeiert, ein angeblich afrikanischer Festtag, der tatsächlich um 1968 an einer kalifornischen Universität erfunden wurde, oder Hanukkah, das jüdische Lichterfest. Neuester Trend: Festivus, ein fiktiver Festtag, in der populären Fernsehserie "Seinfeld" erfunden, wo sich Familie und Freunde um einen Aluminiumpfahl sammeln und sich beklagen und beschimpfen.Weihnachten hingegen ist tabu. In Wichita, Kansas, wurde der Weihnachtsbaum in "Gemeindebaum" umbenannt. In einer Schule in Chicago wurde das Lied "We Wish You a Merry Christmas" in "We Wish You a Swinging Holiday" umgedichtet. In Scarborough, Maine, sollten sich Schulkinder zur Weihnachtsfeier als literarische Charaktere verkleiden und nicht als Maria und Josef. Und in Maplewood, New Jersey, durfte nicht einmal "Rudolph the Red-Nosed Reindeer" gesungen werden, weil dort das Wort "Christmas" vorkommt. Fehlt nur noch die Umbenennung des Weihnachtsengels in "Jahresendflügelfigur".Natürlich bestätigt das den Verdacht, den europäische Bildungsbürger schon immer hatten: Amerikaner schaffen nur deshalb so gute Quoten in Religiösität, weil sie Sekten, die Operierende Tetanen, Ku-Klux-Klan-Drachen oder Sex mit Ufo-Insassen anbeten, zu den Kirchen zählen. Doch hat der Streit um Weihnachten auch eine ernste Seite, rechte Fernseh-Talkmaster haben nämlich längst die Schuldigen ausgemacht: die Juden. Der Talker Bill O'Reilly etwa forderte einen jüdischen Amerikaner, der in seiner Sendung anrief, auf, nach Israel auszuwandern, wenn er nichts von Weihnachten hören wolle. Und William Donahue von der Katholischen Liga setzte noch eins drauf. "Hollywood ist von säkularen Juden kontrolliert, die Christen und vor allem Katholiken hassen, deshalb wollen sie Krippenszenen aus der Öffentlichkeit verbannen", sagte er.Zur Rettung eilte nun Michael Lerner, der letzte linke Rabbi der USA: Schuld an der Tabuisierung des Fests seien nicht die Juden, sondern die Kapitalisten, erklärte er. Die wollten, dass man bei "Christmas" an Geschenkekaufen denke und nicht an Christus. Derweil scheint Washington zu den PC-Atheisten übergelaufen zu sein: Auf einer jüngst empfangenen Grußkarte stand "Season's Greatings".