ANGERMÜNDE. Der Obdachlose Ernst F. starb vor fast genau drei Jahren an den Folgen einer Verletzung, die er sich ein Jahr zuvor zugezogen hatte. Die Polizei glaubte zunächst, dass der 59-Jährige auf der Wiesenstraße in Angermünde (Uckermark) gestürzt war und sich dabei schwer verletzte. Doch die vom Gericht angeordnete Obduktion der Leiche ergab laut Polizei einen "kausalen Zusammenhang zwischen einer erheblichen Gewalteinwirkung auf den Kopf des Mannes und dessen späteren Tod". Ernst F. sollte offenbar erschlagen werden. Nun, nach dreijähriger Suche, hat die Polizei zwei Tatverdächtige ermittelt. Sie sollen den Mann aus "purer Langeweile" zusammengeschlagen haben.Bisher kein Haftbefehl"Dringend verdächtig sind der zum Tatzeitpunkt 16-jährige Matthias E. und der 19-jährige Dennis M.", sagte Polizeisprecherin Petra Stoffels. Ihnen werde nun Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. "Sie haben sich willkürlich einen Obdachlosen gesucht und ihn dann gezielt zusammengeschlagen", sagte sie."Einen Haftbefehl konnten wir noch nicht erlassen", sagte Staatsanwalt Michael Neff aus Frankfurt (Oder). Noch sei die Polizeiakte nicht bei der Staatsanwaltschaft eingegangen. Die müsse erst geprüft werden. "Es gibt bisher nur einen geringen Tatverdacht", sagte Neff. Die beiden jungen Männer seien nicht geständig. Angaben über die Tatverdächtigen könne er aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht machen.Die Polizei sei den beiden auf die Spur gekommen, weil sie sich in ihrer Jugendclique am Bahnhof gerühmt hatten, einen Obdachlosen verprügelt zu haben. "Ein Verdächtiger sagte der Polizei: Ich glaube, ich habe mal einen geschlagen, aber ob es der Tote ist, weiß ich nicht", sagte Neff. Der andere Verdächtigen sei gar nicht erst zur Vernehmung erschienen. "Der Fall ist noch ziemlich unklar." (bla.)