Innerhalb von 14 Stunden hat die Polizei am Wochenende ein Gewaltverbrechen aufgeklärt. Freitag abend war der 52jährige Verwaltungsrichter Volker Seipp getötet worden. Am Sonnabend mittag gestand der Freund seiner Adoptivtochter den Mord.Die Leiche war in der Nacht zum Sonnabend gefunden worden. Passanten hatten auf dem zugefrorenen Hermsdorfer See in Reinickendorf ein Auto entdeckt, in dem der Tote lag. Erste Diagnose eines Gerichtsmediziners: Das Opfer war gegen 23 Uhr niedergeschlagen und dann erdrosselt worden. Später hatte man ihn mit Benzin übergossen. Der Pkw sollte angezündet werden. Durch die Hitze der Flammen wäre das Eis auf dem See geschmolzen und der Mazda auf dem Grund verschwunden. Doch der Plan mißlang. Das Benzin entzündete sich nicht. 14 Stunden nach dem Verbrechen nahmen Mitarbeiter der 7. Mordkommission zwei 16jährige Jugendliche fest. Dennis S. und seine Freundin Marianne. Sie ist die Adoptivtochter des getöteten Richters. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehle gegen Dennis S. und seine Freundin wegen gemeinschaftlichen Mordes. Zwei weitere mutmaßliche Mitwisser, ein 19jähriger Junge und seine drei Jahre jüngere Freundin, waren ebenfalls von der Kripo festgenommen worden. Da sich der anfängliche Tatverdacht jedoch nicht bestätigte, wurden sie wieder entlassen.Aus Polizeikreisen hieß es gestern, daß die Jugendlichen lediglich bei der Beseitigung der Tatwerkzeuge mitgeholfen haben. Bei seiner Vernehmung gestand Dennis S., den Richter in dessen Wohnung an der Gutachstraße im Reinickendorfer Ortsteil Waidmannslust getötet zu haben. Zusammen mit seiner Freundin Marianne brachte er die Leiche zu dessen Auto und legte sie auf den Rücksitz. Die Tatwerkzeuge sowie blutbefleckte Kleidung warfen die Jugendlichen in einen Müllcontainer. Dann stellten die Jugendlichen den Mazda auf dem Hermsdorfer See ab.Dennis S. ist für die Polizei kein Unbekannter. Er wurde bereits mehrmals wegen Körperverletzung und Raub festgenommen. Das Tatmotiv ist bisher noch nicht zweifelsfrei geklärt. Nachbar Bastian P.: Der konservative Vater und die lebenslustige Tochter seien total verschieden gewesen. Marianne habe gemacht, was sie wollte. Am Anfang der Ermittlungen war von den Mitarbeitern der 7. Mordkommission vermutet worden, daß sich ein Verurteilter an seinem Richter rächen wollte.Volker Seipp lebte getrennt von seiner Frau und war vor etwa sechs Jahren in die Gutachstraße gezogen. Seit 1986 arbeitete er als Vorsitzender Richter im Berliner Verwaltungsgericht. Seine Aufgabengebiete: Subventionsrecht sowie Vertriebenen- und Asylrecht. +++