Die Schauspielerin Uschi Glas (61) liegt im Clinch mit der Berliner Polizei. Weil diese sich nicht für die Benutzung ihrer Personalausweisnummer entschuldigt habe, verklagt Glas die Berliner Behörde nun auf Verstoß gegen das Datenschutzgesetz und fordert 20 000 Euro Schmerzensgeld. Die Polizei weist die Vorwürfe vehement zurück. "Wir haben die Personalausweisnummer nicht benutzt, um eine Pornoseite aufzurufen", sagte ein Sprecher der Berliner Polizei am Montag.Der Fall ist ein bisschen kompliziert: Die Berliner Polizei war im vergangenen Jahr einem Anbieter von Pornoseiten auf der Spur. Dieser verlangte die Angabe der Personalausweisnummer, um dadurch das Alter feststellen und den Zugriff von Minderjährigen auf die Seite ausschließen zu können. Die Polizei wollte nicht glauben, dass die Identitätsnummer ausreicht und bestellte deshalb das entsprechende Computerprogramm, mit dem das Erkennen des Alters möglich sein soll. "Im Landeskriminalamt wurde das Programm dann ausprobiert", sagte der Polizei-Sprecher. Als eine von mehreren Personalausweisnummern wurde auch die von Uschi Glas eingegeben. Die Nummer war in einer Schweizer Illustrierten veröffentlicht worden - als besonderes Element bei einem Fragebogen für Prominente wurde der Personalausweis abgebildet. "Das Programm funktioniert, durch eine spezielle Zahlenfolge kann man das Alter erkennen", sagte der Polizei-Sprecher. Der LKA-Beamte habe diesen Vorgang aktenkundig gemacht und auch die Benutzung von Glas' Nummer festgehalten.Vor Gericht wurde der Anbieter der Porno-Seiten dann im vergangenen Jahr zu einer Geldstrafe in Höhe von 1 600 Euro verurteilt. Dabei spielte auch die Akte des Beamten - und damit Uschi Glas' Personalausweis - eine Rolle. Der Verurteilte legte Revision ein, verlor, weil das Gericht entschied, das System reiche nicht aus, um den Zugang von Minderjährigen zu verhindern. In einer Boulevard-Zeitung wurde dann im Oktober 2004 über den Fall berichtet: "Mit dem Ausweis von Uschi Glas auf Sex-Seite." Dies brachte die Schauspielerin auf den Plan."Die Benutzung der Nummer war eine bodenlose Unverschämtheit", sagte der Berliner Anwalt der Schauspielerin, Markus Roscher, am Montag. Zunächst habe man die Polizei nur um Aufklärung und eine Entschuldigung gebeten, dies sei aber nicht geschehen. "Die Polizei hat nur gesagt, sie habe die Nummer ja nicht richtig verwendet", berichtete Roscher. Deshalb habe sich Uschi Glas zur Klage entschlossen. Sie wolle sich aber nicht bereichern, sondern werde das ihr zustehende Schmerzensgeld spenden. Die 20 000 Euro sollen an den Münchner Kinder- und Mutterschutzverein gehen.Die Polizei hält die Vorwürfe für unbegründet. "Wir waren mit der Nummer nicht im Netz, haben also nicht auf den Porno-Seiten gesurft", sagte der Sprecher. Warum der Beamte allerdings Glas' Identitätsnummer und nicht die seiner Kollegen oder Verwandten benutzt hatte, konnte er auch nicht sagen.Am 5. Juli soll die Verhandlung vor dem Berliner Landgericht stattfinden. Uschi Glas wird dort nicht auftreten. "Das ist nicht nötig", sagte Anwalt Roscher.------------------------------Schauspielerin vor GerichtDie Schauspielerin Uschi Glas zieht nicht zum ersten Mal vor Gericht. Ende 2004 hatte die Stiftung Warentest eine Hautcreme aus Glas' Kosmetikserie mit mangelhaft bewertet. Glas klagte dagegen, verlor vor zwei Wochen aber den Prozess.Schmerzensgeld will die Schauspielerin nun von der Berliner Polizei einklagen, weil diese ihre Personalausweisnummer benutzt haben soll, um im Internet Porno-Seiten aufzurufen. Vertreten wird Uschi Glas von dem Anwalt Markus Roscher, der auch schon ihren Sohn Benjamin Tewaag vor Gericht vertreten hat.------------------------------Foto: Uschi Glas ist sauer auf die Berliner Polizei.