Der 14. Juli bleibt der Termin der Raver. Dafür sorgten am Sonnabend rund 2 000 Frauen und Männer aus der Szene, die auf der Fuck-Parade für das Demonstrationsrecht auf die Straße gingen.Nach der Abschlusskundgebung vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte kam es gegen 16.40 Uhr zwischen Demonstranten und der Polizei zu Rangeleien. Nach Angaben der Polizei hatten in der angrenzenden Weydingerstraße mehrere Jugendliche Steine und Flaschen auf ein Polizeiauto geworfen. Dabei wurde ein Beamter verletzt. Die Polizei nahm elf Jugendliche vorläufig fest. Nachdem ihre Personalien kontrolliert worden waren, konnten die Jugendlichen wieder gehen. Die Auseinandersetzungen hatten begonnen, als die Polizei einschritt, weil aus einem Auto am Straßenrand laute Technomusik spielte.Bei der vorangegangenen Demonstration vom Frankfurter Tor in Friedrichshain zum Rosa-Luxemburg-Platz zog die Polizei 16 Radios ein. Der Grund: Ein Gericht hatte am vergangenen Freitag entschieden, dass die Demonstranten in dem Zug keine Radios mitführen dürfen. Die Veranstalter hatten geplant, dass die Teilnehmer während der Demonstration alle Radio "Fritz" einschalten sollten, der die Techno-Musik der Fuck-Parade übertragen wollte. Der Potsdamer Jugendsender "Fritz" hatte die Diskjockeys, die ursprünglich auf der Straße auflegen wollten, zu sich ins Studio eingeladen. Sie gestalteten an diesem Tag das Radioprogramm. Als der Parade vom Bundesverfassungsgericht endgültig der Demonstrationsstatus entzogen worden war, verzichteten die Veranstalter auf jede Musik auf der Straße. Schließlich meldeten sie eine neue Demonstration an, ohne jede Musik und mit einem deutlich politischen Anliegen. Ihr neues Motto: "Für die Demonstrationsfreiheit, für eine freie Wahl der Mittel einer Demonstration." Auf Transparenten standen Losungen wie "Tanzen ist auch eine Bewegung".Traditionelles Anliegen der Fuck-Parade ist es, gegen die Kommerzialisierung ihrer Musikrichtung zu protestieren. Sie werfen den Machern der Love Parade vor, mit Techno nur noch Geld verdienen zu wollen.Die eingezogenen Radios wurden in die Polizeidirektion 3 gebracht und nach der Demonstration wieder abgeholt. Dafür mussten die Besitzer eine Bescheinigung mit einer Registriernummer vorlegen, die sie erhalten hatten, als die Geräte eingezogen wurden. (elm., ls.)