Er würde nie sagen: „Wählt den Klaus Johannis nicht, weil er ein Deutscher ist!“ Scheinbar ganz liberal eröffnete Victor Ponta seinen Kampf um das rumänische Präsidentenamt. Aber mit dem Sozialdemokraten Ponta, 41, und dem liberalen Siebenbürger Sachsen Johannis, 55, ringen eben nicht nur Rechts und Links miteinander. Zum ersten Mal seit dem Sturz des Diktators Ceaușescu vor 25 Jahren werden, wenn es nach Ponta geht, auch Identität und Orientierung der Nation neu verhandelt. „Guter Rumäne“ gegen „echten Rumänen“, Rumänien gegen Deutschland, eigene Tradition gegen fremden Einfluss.

Als Ponta vorletzte Woche in Craiova seine Kandidatur platzierte, brachte er mit wenigen Sätzen so gut wie alle nationalen Komplexe zum Klingen. Rumäniens bürgerliche Oppositionsparteien haben dann zu Wochenanfang den Bürgermeister von Sibiu/Hermannstadt, Klaus Werner Johannis, gegen nur eine Stimme zum gemeinsamen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl am 2. November nominiert. Außer den beiden Favoriten wollen auch mehrere Vertreter kleinerer Parteien, meist aus dem bürgerlichen Lager, antreten. Zwischen den Kandidaten mit den meisten Stimmen entscheidet am 16. November eine Stichwahl.

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