Preissteigerung mit Bezirksfusion begründet: Musikschule erhöht die Gebühren

Satte 20 Mark mehr muss Georg Lünemann bald monatlich für sein Hobby aufbringen: Die Musikschule Charlottenburg-Wilmersdorf hat die Gebühren kräftig angezogen. Der Ingenieur lernt seit November vergangenen Jahres in der Wilmersdorfer Musikschule das Saxofonspiel. "Das wird langsam ein teures Vergnügen", sagt der 40-Jährige. Bisher musste Lünemann für eine Stunde Einzelunterricht pro Woche monatlich 145,33 Mark bezahlen. Ab Juni werden für die gleiche Leistung 164,29 Mark verlangt."Das entspricht einer Preiserhöhung von 13 Prozent", sagt Georg Lünemann. Völlig unverständlich sei ihm, dass die Gebührenerhöhung in einem Rundschreiben der Musikschule mit der Bezirksfusion begründet wurde. "Eigentlich sollten mit der Zusammenlegung der Bezirke Kosten gespart werden."Angebot wird erweitertFür Bürgermeister Andreas Statzkowski (CDU), der auch für die Musikschule zuständig ist, ist nicht die Bezirksfusion "der entscheidende Punkt", sondern "dass das Angebot der Musikschule erweitert werden soll". Durch die zusätzlichen Einnahmen könne erstmals ein "bedarfsgerechtes Angebot ohne die bisherigen langen Wartelisten" geschaffen werden. Hinzu kommt, dass die Wilmersdorfer Musikschule seit einigen Jahren "auf Tariferhöhungen bei den Mitarbeitern nicht mit Preisangleichungen reagiert hat", sagt die stellvertretende Musikschulleiterin Monika Brendel. In der Charlottenburger Musikschule waren bereits in den vergangenen Jahren Gebühren gestiegen. Deshalb gibt es dort jetzt keine so üppige Korrektur: Dort steigen die Preise für den Einzelunterricht um 9 Mark pro Monat. Um den Musikschülern des Bezirks in der nächsten Zeit weitere Preiserhöhungen zu ersparen, wurde gleich "ein ganzes Paket" verabschiedet. Dieses berücksichtigt nicht nur die beiden letzten Tariferhöhungen, sondern auch die "Umstellung auf den Euro", sagt Brendel.Auch an anderen Berliner Musikschulen werden die Preise steigen. Ulrich Marckardt, Zweigstellenleiter der Musikschule Prenzlauer Berg: "Wir passen die Preise im Rahmen der Fusion an, da wird auch eine kleine Erhöhung dabei sein." Während Mitte und Treptow-Köpenick noch bei der Bearbeitung der Preisvorschläge sind, steht für Marzahn-Hellersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg fest, dass es keine oder nur geringe preisliche Veränderungen geben wird.