Dota Kehr nennt sich Kleingeldprinzessin. Das kommt von ihrer Zeit als Straßenmusikerin in der Bergmannstraße in Kreuzberg. Heute füllt sie mit ihrer Band Stadtpiraten Studentenclubs. Nur auf Reisen sammelt sie noch Kleingeld, oder wenn sie aus Solidarität im netten, aber oft leeren Café Lunik in der Forster Straße singt. Nebenbei studiert die 26-jährige Medizin. Vor der Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule hatte sie zu viel Angst. "Außerdem lernt man dort Stile zu kopieren und nicht, einen eigenen zu finden", sagt sie.Musikmachen lernen kann man auch bei einem halbjährigen Studienaufenthalt in Brasilien. Offiziell forschte sie über parasitäre Sandflöhe, doch mit Geduld schaffte sie es auch, eine Platte mit einheimischen Musikern aufzunehmen. Tatsächlich spürt man heute noch Latino-Einflüsse in vielen Liedern. "Ich stehe auf diesen Rhythmus, den Sound", sagt Dota Kehr. Zwei ihrer drei wild gelockten Stadtpiraten steckten sich mit Brasilien-Fieber an und studierten zwischenzeitlich in São Paulo.Könnte sein, dass sich das Interesse Richtung Sibirien verschiebt. In zwei Wochen geht die Combo auf Einladung des Goethe-Instituts auf Tournee. Omsk, Tomsk, Barnaul, Nowosibirsk und zum Schluss Moskau sind die Spielorte. Doch zunächst wird morgen die neue, mittlerweile fünfte CD herausgegeben.------------------------------"Immer nur Rosinen": CD-Release, morgen, 21 Uhr, Tempodrom.------------------------------Foto : Dota Kehr, Sängerin