Es ist ein Experiment, sagt Robert Shaw: "Mal sehen, wie die Pflanzen weiter wachsen, weil es auch im Winter warm ist", sagt er. Der 32-Jährige ist einer der Erfinder des Prinzessinnengartens in Kreuzberg. Der mobile Stadtgarten vom Moritzplatz zieht am Sonnabend erstmals in ein Winterquartier. In der Kreuzberger Eisenbahnmarkthalle an der Eisenbahnstraße werden gut hundert Kisten voller Gemüse und Kräuter überwintern."Zum Auftakt werden wir ab 12 Uhr mit den Nachbarn Kartoffeln ernten", sagt Robert Shaw. Er hatte mit anderen Gärtnern im Juli vorigen Jahres am Moritzplatz eine 6000 Quadratmeter große Brache angemietet und entrümpelt. Ihr Gartenprojekt nannten sie Prinzessinnengarten, weil es nahe der Prinzessinnenstraße liegt. Da der Boden dort aber voller alter Schadstoffe ist, stellten sie kurzerhand Hunderte Plastikkisten auf, füllten diese mit Erde und gärtnerten los. Rüben, Fenchel, Petersilie, Radieschen, diverse alte Kartoffelsorten ziehen und ernten sie seither mit Anwohnern und Kitakindern.In der Eisenbahnmarkthalle sind die Stadtgärtner gern gesehen. "Sie tragen zu unserem Ziel bei, hier einen Anlaufpunkt für Nachbarn zu entwickeln", sagt Christoph Albrecht von der Anwohnerinitiative, die sich der Zukunft der Halle verpflichtet fühlt. Kleinteiligen Handel wollen die Anwohner und einen Treffpunkt für Kultur. Bis Mitte März 2011 läuft noch ein Interessenbekundungsverfahren. Drei Bewerber, die die Halle kaufen wollen, müssen bis dahin ihre Konzepte beim Eigentümer, der Berliner Großmarkt GmbH, einreichen. Zwei haben sich schon bei den Anwohnern vorgestellt. Mitte 2011 soll sich entscheiden, wer die Halle erhält. (sk.)