Kripo und Staatsanwaltschaft suchen mosaiksteinartig nach neuen Beweisen, um den verdächtigen Hautarzt Dr. Stefan Sch. des Mordes zu überführen. Inzwischen ist offenbar die Identität der Toten geklärt, deren Foto von der Polizei in der Wohnung des Mediziners gefunden worden ist.Trotz des belastenden Polaroid-Fotos einer fast nackten Prostituierten in seiner Schmargendorfer Appartement-Wohnung blieb Dr. Sch. während der Vernehmungen bei seiner Version: Ja, er kenne die Frau, sie sei auch in seiner Wohnung gewesen. Aber als er das Bild gemacht habe, lebte sie noch. Gerichtsmediziner zweifeln diese Aussage an, behaupten das Gegenteil. Die junge Frau, die seit dem 2. März verschwunden ist, sei bereits tot gewesen, als das Foto entstand. Ermordet. Experten können das an den Augen sehen, heißt es. Parallelen zum Fall C. Justizsprecher Rüdiger Reiff wollte gestern diese Darstellung nicht bestätigen. Auch nicht, daß es sich bei der Toten, deren Leiche noch immer nicht gefunden wurde, um die 19jährige Szanette S. handeln soll. Die Prostituierte ging auf dem Straßenstrich an der Kurfürstenstraße anschaffen. Ebenso wie Ramona C. Auch sie verdiente sich ihr Geld auf dem Strich. Parallelen drängen sich auf. Beide stiegen in das Auto des Täters, beide befriedigten ihn, beide wurden sein Opfer. Glück für Ramona C.: Sie konnte dem vermeintlichen Killer-Arzt gerade noch so entkommen, zeigte ihn an und wird seitdem immer wieder befragt. Auf Spurensuche Von Kriminalisten, Journalisten, Bekannten. Immer wieder tauchen die schrecklichen Bilder aus jener Nacht auf: der Ledergürtel, mit dem sie gewürgt, der Hammer, mit dem sie geschlagen, das Messer, mit dem sie schwer verletzt wurde.Unterdessen überprüfen die Kriminaltechniker das Auto des Mannes, der bis zu seiner Verhaftung im Benjamin-Franklin-Krankenhaus arbeitete und bei Kollegen als Laser-Spezialist bekannt ist. "Jede noch so kleinste Blut- oder Faserspur kann uns weiterbringen", sagte ein Mitarbeiter des Instituts für Polizeitechnische Untersuchungen an (PTU) gegenüber der Berliner Zeitung.Akribisch ermitteln die Kripobeamten auch die Alibis von Sch. War er zu jenem Zeitpunkt in Norddeutschland mit seinem Auto unterwegs, als der Kopf und weitere Leichenteile von Sabrina Graf an der Autobahn bei Lübeck gefunden wurden? Zweifelsfrei ist sie mit einem Laser zerstückelt worden. Ebenso wie Dana Franzke. Ihr Fall brachte ihrem Mörder den Namen "Havel-Ripper" ein. Insgesamt 40 Leichenteile waren nach und nach aus dem Gewässer geborgen worden. Die ersten am 25. Juni aus dem Oder-Havel-Kanal bei Hohen Neuendorf. Entlastung in zwei Fällen Zumindest zwei noch ungeklärte Verbrechen an jungen Frauen scheinen jedoch offenbar nicht auf das Mordkonto des Stefan Sch. zu gehen: Sowohl für den Mord an Monika Luther, die Tote aus Friedrichshain, als auch an dem polnischen Barmädchen Agnieszka Kozic gibt es keine Hinweise für eine Beteiligung des Arztes.Aufregung herrschte gestern bei einer Funkstreifenbesatzung an der Rohrdammbrücke in Spandau. Leichenteile gefunden, hieß es zunächst. Wie sich herausstellte, falscher Alarm. +++