Berlin - Etwa 30 syrische Regimegegner sind am Samstag in die Botschaft ihres Landes in Berlin eingedrungen. Sie brachen am späten Abend zunächst ein Tor zum Botschaftsgelände im Stadtteil Tiergarten auf und stürmten dann das Gebäude, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Zudem sprühten sie „Free Syria“ an die Außenwand der Botschaft und riefen Parolen in arabischer Sprache.

Der Außenminister kritisierte die Aktion. Übergriffe auf Botschaften und Konsulate seinen "nicht hinnehmbar" und würden mit aller Konsequenz verfolgt, erklärte Guido Westerwelle (FDP) nach Angaben eines Sprechers des Auswärtigen Amts am Sonntag. Die Bundesregierung nehme ihre Verantwortung für die Sicherheit aller in Deutschland befindlichen diplomatischen und konsularischen Vertretungen sehr ernst.

Westerwelle habe wegen des Vorfalls mit Berlins Innensenator Erhart Körting (SPD) telefoniert, hieß es weiter. Beide seien sich einig gewesen, dass alles getan werden müsse, dass sich derartige Vorfälle nicht wiederholten. Am Samstagabend waren 24 Demonstranten in die syrische Botschaft eingedrungen. Nach Angaben der Berliner Polizei konnte die Aktion friedlich beendet werden.

Eine Hundertschaft hatte die Aktivisten aus dem Gebäude geholt, nachdem der Botschafter sie dazu aufgefordert hatte. Zwei Oppositionelle wurden festgenommen - davon einer, der mit Haftbefehl gesucht wurde. Im Gebäude stießen Beamte auf zerstörte Bilder und zerbrochenes Geschirr. Es wurden Ermittlungen unter anderem wegen Landfriedensbruchs eingeleitet.

Ähnliche Aktionen von Oppositionellen gab es am Wochenende an syrischen Botschaftsgebäuden in Hamburg, Wien und Genf. Ziel sollte ein möglichst öffentlichkeitswirksamer Protest gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad sein. Meschaal Timo, ein scharfer Kritiker Assads, war am Freitag im Nordosten Syriens von Unbekannten erschossen worden. (dpa)