München - Dunkler Anzug, weißes Hemd und edle Krawatte – die beiden kroatischen Geheimdienstgeneräle Zdravko Mustac, 72 Jahre alt, und Josip Perkovic (69) geben sich vornehm, als sie am Freitagvormittag von Justizbeamten in den Verhandlungssaal A 101 des Münchner Oberlandesgerichts geführt werden. Dort müssen sie sich in den kommenden Monaten wegen Beihilfe zum Mord verantworten. Sie sollen die tödliche Attacke auf den jugoslawischen Regimegegner Stjepan Durekovic 1983 im Münchner Vorort Wolfratshausen vorbereitet haben.

Äußerlich gelassen und unberührt verfolgen Mustac und Perkovic die Verlesung der Anklageschrift durch Bundesanwalt Wolf-Dieter Dietrich. Kein empörtes Kopfschütteln, als Dietrich von systematischen Mordanschlägen der jugoslawischen Geheimdienste gegen in Deutschland lebende Oppositionelle seit dem Jahr 1967 spricht; keine Proteste, als den Angeklagten vorgeworfen wird, den Mord an Durekovic 1983 geplant und vorbereitet zu haben. Als der Bundesanwalt geendet hat, lassen die beiden Geheimdienstler ihre Verteidiger lediglich erklären, dass sie sich zur Sache nicht äußern werden.

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