Quartiersmanagement wird ausgeweitet: Mehr Geld für sozial schwache Stadtteile

Der rot-rote Senat verstärkt seine finanzielle Hilfe für Stadtteile, die sozial besonders belastet sind. 16 neue Gebiete werden nun in das Quartiersmanagement aufgenommen, mit dem die Landesregierung seit fünf Jahren versucht, Stadtteile zu stabilisieren und die Bewohner für ihre Viertel zu interessieren. "Wir glauben, dass es durch koordiniertes Zusammenspiel der wichtigsten Akteure vor Ort gelingt, wieder lebenswerte Quartiere zu entwickeln", sagte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) nach der Senatssitzung.Neu eingeführt wird das Quartiersmanagement in folgenden Gebieten: Richardplatz-Süd, Körnerpark, Dammwegsiedlung / Weiße Siedlung, Lipschitzallee / Gropius-stadt, Flughafenstraße (jeweils in Neukölln), Mariannenplatz, Werner-Düttmann-Siedlung, Mehringplatz, Wassertorplatz, (jeweils in Friedrichshain-Kreuzberg), Brunnenstraße, Ackerstraße (jeweils in Mitte), Falkenhagener Feld Ost und West, Heerstraße (Spandau), Mehrower Allee, Hellersdorfer Promenade (Marzahn-Hellersdorf). Außerdem werden die Gebiete Kreuzberger Zentrum / Oranienstraße und Beusselstraße (Tiergarten) erweitert. In den neuen und erweiterten Gebieten leben 159 000 Menschen. Seit 1999 gibt es schon 17 Gebiete mit rund 226 000 Einwohnern, in denen Quartiersmanager tätig sind.Nach Einschätzung von Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer hat sich die Arbeit der Quartiersmanager gelohnt. So sei die Entwicklung am Helmholtzplatz und am Falkplatz in Prenzlauer Berg sowie am Boxhagener Platz in Friedrichshain positiv. "Aufwand und Verfahren können dort schrittweise reduziert werden", so Junge-Reyer. In zwölf Gebieten sei die Entwicklung dagegen "besonders problematisch". Dazu zählen nach wie vor der Sparrplatz / Sprengelkiez und das Gebiet Soldiner Straße / Wolankstraße in Wedding.Verschiedene KategorienDie Senatsverwaltung unterteilt die neuen Gebiete künftig in verschiedene Kategorien. In manchen Stadtteilen zeichnet sich eine problematische soziale Entwicklung ab, so dass die Quartiersmanager präventiv tätig werden sollen. Gebiete wie der Mehringplatz in Kreuzberg oder die Mehrower Allee in Marzahn-Hellersdorf werden deshalb der Kategorie Prävention zugeordnet. In anderen Gebieten haben sich die Probleme mit hoher Arbeitslosigkeit oder verwahrlostem Umfeld schon aufgebaut. Diese Gebiete gehören zur Kategorie Intervention, wo ein staatliches Eingreifen als dringend erforderlich angesehen wird - beispielsweise am Mariannenplatz in Kreuzberg oder der Brunnenstraße in Mitte.Doch der Senat will die Probleme nicht allein lösen. Zentrales Ziel ist es, die Menschen, die in dem jeweiligen Stadtteil leben, zu aktivieren. Sie sollen sich für die Gestaltung ihres Viertels verantwortlich fühlen und mitentscheiden.