Eine neue radikale Gruppe sorgt in Berlin für Anschläge. Sogenannte "Revolutionäre Aktionszellen" bekannten sich als Urheber von Anschlägen mit Gaskartuschen am 30. Dezember und am 4. Februar. Damals hatten Unbekannte vor dem Haus der Arbeitsagentur in Wedding beziehungsweise vor dem Haus der Wirtschaft in Charlottenburg einen Spreng- und Brandsatz aus zusammengebundenen Campinggaskartuschen gezündet. An die Wände war das Kürzel "RAZ" gesprüht. Ermittler fanden an einem Tatort ein aktuelles Exemplar der konspirativ hergestellten Szenezeitschrift "Radikal" mit einem Selbstbezichtigungsschreiben.In der "Radikal" sehen sich die "Revolutionären Aktionszellen" in der Tradition von Gruppen wie "Klasse gegen Klasse" und "Militante Gruppe". Zugleich veröffentlichte die Gruppe eine zwei Seiten lange Bau- und Anwendungsanleitung des Gaskartuschenbrandsatzes. Laut Innensenator Ehrhart Körting (SPD) verfügte ein Amtsgericht inzwischen die Beschlagnahme der Zeitungsausgaben. "Wer solche Taten begeht, nimmt in Kauf, dass Menschen verletzt oder getötet werden", sagte Körting gestern. "Wir werden alles tun, um festzustellen, wer hinter dieser Gruppe steckt, um diese Leute aus dem Verkehr zu ziehen." (kop.)