Auf in den Osten: Wo kann man in Berlin gut italienisch essen gehen?

Im Osten der Stadt gibt es viele gute italienische Restaurants. Wir verraten, wo es die beste Pasta und die leckersten Pizzen gibt. 

Pizza geht immer. Im Ostteil der Stadt gibt es empfehlenswerte Lokale.
Pizza geht immer. Im Ostteil der Stadt gibt es empfehlenswerte Lokale.Charlotte Hansel

Pizza, Pasta, Parmigiano. Na, läuft Ihnen auch schon das Wasser im Munde zusammen? Haben Sie auch Lust auf Bruschetta, Mozzarella Caprese oder einen Antipasti-Teller? Die italienische Küche ist aus unser aller Leben nicht mehr wegzudenken. Und das völlig zu Recht, denn die mediterranen Spezialitäten sind einfach zu köstlich.

Nun gibt es in Berlin wahnsinnig viele italienische Restaurants – und (fast) alle wollen, oder vielmehr: sollten entdeckt werden. Auch wenn Sie mit Sicherheit schon lange Ihren Lieblingsitaliener gefunden haben, möchten wir Ihnen ein paar richtig gute Alternativen in Ost-Berlin empfehlen, die (mehr als) einen Besuch und sogar eine etwas weitere Anreise Wert sind.

Was ist der Unterschied zwischen Ristorante und Trattoria?

Wir begegnen den verschiedenen italienischen Restaurant-Bezeichnungen immer wieder. Aber nur die Wenigsten kennen die Unterschiede. Darum an dieser Stelle eine kleine Begriffskunde, bevor wir in die Kieze eintauchen und Ihnen die feinen Italiener im Osten der Stadt vorstellen.

Eine Trattoria ist ein eher kleines, meistens familiär geführtes Lokal mit einer überschaubaren Speisekarte. In Italien bietet eine Trattoria üblicherweise keine Pizzen an. In der Regel besteht ein Essen in einer Trattoria aus vier Gängen.

Das Ristorante hingegen ist ein Rundum-sorglos-Restaurant, wo die komplette Bandbreite italienischer Gaumenfreuden bedient wird. Aber Achtung: Das heißt nicht, dass es Pizzen geben muss. Denn da unterscheiden die Italiener sehr genau. Wer Pizza will, geht in eine Pizzeria. Oder achtet auf die Bezeichnung Ristorante-Pizzeria. Meistens gibt es dort auch andere Gerichte als Pizzen.

Und der Vollständigkeit halber sei hier auch die Osteria erwähnt, die eher eine (Wein-)Schenke ist, also eine Kneipe – zumindest war es früher so. Heute ähnelt eine Osteria eigentlich mehr einer Trattoria; es ist die Gaststätte ums Eck, in der es gutes Essen für vergleichsweise kleines Geld gibt.

Es gibt zudem noch die Birreria, ein Bierlokal, in dem auch einfache Speisen wie Pizzen serviert werden. Und für alle Nudelfans gibt es die Spaghetteria, wo – der Name verrät es – (meistens) nur Nudelgerichte serviert werden.

Pankow: Firenze

In einem Eck-Altbau im Florakiez befindet sich das Ristorante Firenze. Die Kellner sind sehr aufmerksam, zuvorkommend und schnell. Im Kiez erzählt man sich, dass das Lokal der Lieblingsitaliener von Ex-Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) ist.

Stammgäste schätzen das Restaurant, weil es zugleich schick und ungezwungen ist. Und auch nicht jede Gaststätte kriegt den Spagat zwischen Eleganz und Kinderfreundlichkeit hin. Das Firenze schafft das mit Leichtigkeit, weshalb man hier Paare in feiner Garderobe ebenso trifft wie ausgelassene Mädelsrunden und junge Familien.

Tipp: Probieren Sie unbedingt die Pasta Parmigiano con Tartufo Nero (17,90 Euro). Das sind Bandnudeln, die – noch warm – in einem riesigen runden Parmesanlaib gewendet werden. Sodann werden frische schwarze Trüffel drübergehobelt. Ein Genuss!

Ristorante Firenze, Florastraße 27, 13187 Berlin. Geöffnet montags bis sonntags von 11.30 Uhr bis Mitternacht.

Hellersdorf: Stradivari

Wenn Sie wissen wollen, wie es sich anfühlt, als Kunde König zu sein, müssen Sie mal ins Stradivari nach Hellersdorf kommen. Die Kellner sind ebenso nett wie die Atmosphäre: Egal ob man drinnen oder draußen sitzt – man fühlt sich einfach sofort wohl und umsorgt.

Toll: Die Kinderpizza kommt mit Hasenohren, und einen Lolli gibt’s für die Kleinen auch dazu. Jede Pizza (ab 7,90 Euro) wird im Steinofen gebacken, und es gibt köstlich komponierte Focaccias (ab 6,90 Euro) sowie jede Menge Grillspezialitäten vom Lavastein, etwa ein 250-Gramm-Filetsteak vom argentinischen Rind mit Mischgemüse und Kräuterbutter sowie Ofenkartoffel mit Sauerrahm und Salat (29,90 Euro).

Stradivari, Heidenauer Straße 17, 12627 Berlin. Geöffnet dienstags bis freitags von 15 bis 23 Uhr, am Wochenende sowie an Feiertagen bereits ab 11 Uhr.

Köpenick: Il Colosseo

Vis-à-vis von Schloss Köpenick und mit Blick auf die Dahme: Das Il Colosseo in der Köllnischen Vorstadt ist allein für die schöne Lage schon eine Reise wert. Die Pizzen (ab 9,50 Euro) sind riesig, die Pastasoßen gut gewürzt (Nudelgerichte ab 8,90 Euro), das Personal sehr aufmerksam und freundlich.

Il Colosseo, Hotel am Schloss Köpenick, Grünauer Straße 17–21, 12557 Berlin. Geöffnet montags bis samstags von 15 bis 23 Uhr, sonntags von 11 bis 23 Uhr.

Mitte: I Due Forni

Es gibt nicht wenige Menschen in Mitte und Prenzlauer Berg, die schwören, dass es im I Due Forni am Senefelder Platz die beste Pizza der Stadt gibt. Und da ist durchaus was Wahres dran: Die Pizzen (ab 6,80 Euro) mit ihrem dünnen, knusprigen Boden sind gut belegt und wirklich sehr lecker. Nicht zuletzt deshalb ist das Restaurant eigentlich immer brechend voll.

Innen wirkt der Laden ziemlich abgerockt, vollgekritzelte Wände, die Tischdecken etwas in die Jahre gekommen, das Mobiliar zusammengestückelt. Es ist nicht so heimeilig-kuschelig wie in anderen italienischen Restaurants. Auch die Lautstärke ist definitiv eine andere. Insgesamt ist die Atmosphäre, nun ja, etwas punkig vielleicht. Daher sollte man auch keine Bedienung erwarten, die einem den Stuhl zurechtrückt und dreimal nachfragt, ob es denn schmeckt.

Aber all das soll so sein und ist in den Schwester-Restaurants Il Casolare an der Kreuzberger Admiralbrücke sowie im Il Ritrivo in der Nähe vom Boxhagener Platz (Friedrichshain) haargenau so. Auch hier: alles eher alternativ, immer voll, tolle Pizzen ohne Ende.

I Due Forni, Schönhauser Allee 12, 10119 Berlin. Geöffnet montags bis mittwochs von 12 bis 22 Uhr, donnerstags bis sonntags bis 23 Uhr.

Lichtenberg: Marco Polo Uno

Steinofenpizza, Grillgerichte, feine Antipasti. Angusrind, neuseeländisches Lamm, Garnelen aus der Wildnis – im Marco Polo Uno mit seinem jungen, engagierten Team wird nicht gespart, sondern es werden nur ausgewählte Zutaten für die Gerichte verwendet. Viele Speisen werden mit Vorspeise (Bruschetta o. Ä.) serviert.

Hungrig geht hier bestimmt niemand nach Hause, denn die Portionen sind üppig – und schmecken vor allem richtig gut. Falls Sie mal was anderes als Pasta (ab 9,50 Euro) oder Pizza (ab 7,90 Euro) probieren wollen, bestellen Sie doch ein echtes italienisches Omelett, zum Beispiel mit Käse, Schinken und Pilzen (11,50 Euro).

Marco Polo Uno, Dolgenseestraße 9G, 10319 Berlin. Geöffnet täglich von 11 Uhr bis Mitternacht.

Marzahn: Pizzeria Marzano

Ist der Name Zufall oder Absicht? Wahrscheinlich letzteres, denn treffender hätte man einen Pizzeria-Namen in Marzahn nicht wählen können. Marzano ist auch die Bezeichnung für eine Tomatenart, nämlich die San Marzano, die aromatische italienische Eiertomate.

Die Pizzeria Marzano befindet sich in der Plaza Marzahn. Klingt wahnsinnig mond��n, aber unter uns: Die Plaza ist ein ganz normales, nicht sonderlich großes Shoppingcenter in einem 90er-Jahre-Zweckbau. Wenig glamourös. Aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn im Marzano isst man bestens.

Besonders beliebt sind die mit Spinat gefüllten und mit Gorgonzola überbackenen Champignons (8,50 Euro) und die Knoblauchsuppe (5,50 Euro). Neben diversen Pizzen (ab 6 Euro) gibt es auch verschiedene Nudelgerichte (ab 7,50 Euro).

Pizzeria Marzano, Mehrower Allee 18, 12687 Berlin. Geöffnet täglich von 11 bis 22 Uhr.

Friedrichshain: Trattoria Portofino

Ein Italiener wie aus dem Bilderbuch. Natürlich mit rot-weiß karierten Decken, fantastisch komponierten Gerichten und knusprigen Pizzen sowie zuvorkommenden Kellnern. Eine gemütliche Atmosphäre, in der man sich sofort wohlfühlt und gern noch ein Dessert bestellt, weil es sich hier so gut sein lässt. Die Trattoria Portofino ist in einem typischen Berliner Altbau untergebracht, etwas versteckt am Comeniusplatz.

Tipp: Kommen Sie zum Testen doch mal mittags vorbei. Bis 15 Uhr kostet jede Pizza, jeder Salat sowie jedes Pastagericht nur 7,50 Euro, als Pizza- beziehungsweise Pasta-Menü mit Salat, Getränk und Kaffee lediglich 10,90 Euro.

Trattoria Portofino, Gubener Straße 48, 10243 Berlin. Geöffnet dienstags bis sonntags von 11.30 Uhr bis Mitternacht, montags geschlossen.

Treptow: Il Sogno

Ins Il Sogno sollten Sie vor allem wegen des hervorragenden Frühstücks kommen! Nicht dass der Mittagstisch und die Speisen am Abend nicht auch wirklich gut wären, aber das Frühstück ist ein echter Geheimtipp. Probieren Sie mal die Rühreier (ab 6,90 Euro). Zu jeder Tageszeit gilt: gute Portionen zu annehmbaren Preisen.

Das Il Sogno ist ein echtes Kiezrestaurant, sehr bodenständig und in jeder Hinsicht weit entfernt von teuren Hipsterläden. Okay, zugegeben, es ist kein rein italienisches Gasthaus, weil es auch Speisen aus anderen Erdteilen gibt, vom Chicken Biryani (8,90 Euro) bis zu vegetarischen Quesadillas (8,90 Euro).

Das sagt aber nichts über die Qualität der italienischen Gerichte aus – denn die sind top, zum Beispiel die hausgemachten Gnocchi in Gorgonzolasoße (7,90 Euro). Falls Sie es also eher international mögen, sind Sie hier gut aufgehoben.

Il Sogno, Karl-Kunger-Straße 18, 12435 Berlin. Geöffnet montags bis freitags von 8 bis 21 Uhr, samstags 10 bis 21 Uhr, sonntags 10 bis 18 Uhr.