Sommer, Sonne, Schattenplatz: Wenn die Temperaturen in die Höhe schnellen, müssen wir gut auf uns aufpassen. Sich ein schattiges Plätzchen zu suchen, vor allem die Mittagssonne zu meiden und ganz, ganz viel zu trinken, sind die Grundbausteine, um gut durch heiße Tage zu kommen. Natürlich sollten wir auch immer, sogar im Schatten und an bewölkten Tagen, einen Sonnenschutz auftragen – es droht Hautkrebs, der sich erst viele Jahre später nach dem Sonnenbrand zeigt.

Um nun aber wirklich gut durch heiße Sommertage zu kommen, sollte man auch darauf achten, was man isst. Denn unsere Nahrung hat direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Körperfunktionen. „Die Grundlage hierfür ist natürlich das Trinken. Bei großer Hitze reicht es nicht, auf das Durstgefühl zu warten“, sagt Internistin und Ernährungsmedizinerin Dr. Anne Fleck. „Vielmehr sollte man aktiv trinken, sich beispielsweise immer ein volles Glas Wasser in Sichtnähe hinstellen.“

Was sollte man bei Hitze trinken?

Trinken Sie möglichst nur Ungesüßtes, keine zuckerhaltigen Limonaden oder anderes. Zucker fordert unseren Organismus heraus, weil er zu einer schnellen Insulinausschüttung führt. Der Körper muss schnell regulieren, damit der Blutzuckerspiegel ausgeglichen wird. „Und da hat unser Körper ganz schön zu ackern, verbraucht dafür viel Energie“, so Dr. Anne Fleck.

Wasser und ungesüßte Tees hingegen führen dem Körper Flüssigkeit zu, die er braucht, weil wir ja stark schwitzen. Der Verlust muss ausgeglichen werden, weil sonst beispielsweise das Blut dicker wird und schlechter fließen kann. In der Folge muss mehr Kraft aufgewendet werden, um das Blut im Körper zu verteilen. Ein unnötiger Kraftakt, der uns spürbar zu schaffen macht.

Darüber hinaus gilt: „Trinken Sie weder eiskalt noch heiß. Ideal sind lauwarme Getränke, weil unser Körper somit keine Energie aufwenden muss, um das Getränk auf Körpertemperatur abzukühlen beziehungsweise aufzuwärmen“, erklärt die Ärztin.

Tipp: „Wer bereits vor dem Aufenthalt im Freien ausreichend trinkt, hat eine gute Basis, damit der Körper weder dehydriert noch überhitzt“, sagt die Ärztin. Pro Tag braucht man etwa 30 bis 40 Milliliter Wasser pro Kilo Körpergewicht. „Darüber hinaus ist eine Kopf- und Nackenbedeckung absolut wichtig. Achten Sie auch auf luftige und helle Kleidung. Dunkle Farben nehmen Wärme eher auf, wohingegen helle Farben sie nicht speichern.“

Wirklich hitzegefährdet sind Kinder und Säuglinge, alte Menschen sowie Schwerkranke. „Alle anderen können in der Regel mit wenigen Hitzetagen gut zurechtkommen und mit entsprechenden Maßnahmen den Sommer genießen“, so Dr. Anne Fleck.

Was sollte man an heißen Tagen essen?

„Man kann sein Empfinden gut mit der Ernährung steuern, so die Hitzetoleranz des Körpers deutlich verbessern und entspannt den Sommer genießen“, weiß Internistin Fleck. „Lebensmittel haben innerhalb des Körpers, also nach dem Verzehr, ein eigenes Temperaturverhalten. Einige wirken eher kühlend, andere wärmend.“

Lebensmittel, die kühlend wirken, sind beispielsweise Melone, Äpfel, Birnen, Kiwis, Ananas, Erdbeeren, Buttermilch, Gurken, Tomaten und Salate, aber auch alle Zitrusfrüchte. „Geben Sie ruhig ein paar Spalten Zitrone in Ihr Wasser“, rät die Ärztin. „Das schmeckt erfrischend und hat einen positiven Effekt auf Ihre Gesundheit. Zitrone wirkt im Körper nämlich basisch, auch wenn sie sauer schmeckt, und sorgt so für einen guten Ausgleich. Die meisten Menschen sind tendenziell übersäuert.“

Auch Naturjoghurt wirkt kühlend und stärkt darüber hinaus Ihre Darmflora. Ebenso sollten Sie auf grünen Tee oder Hibiskustee setzen, die wirken ebenfalls eher kühlend im Körper und sorgen so für mehr Wohlbefinden trotz hoher Temperaturen. Frische Minze oder Salbei haben auch kühlende Eigenschaften; Minze kann man gut ins Getränk geben oder sich mit Naturjoghurt ein Salatdressing mixen. Frischer Salbei in gelöster Butter schmeckt hervorragend zu lauwarmen Spaghetti.

Was sollte man an heißen Tagen nicht essen?

Vermeiden Sie alle Speisen, die schwer sind. Das kann der deftige Kartoffelsalat sein, aber auch das Stück Kuchen. Schwere, zumal kohlehydrathaltige Speisen belasten unseren Körper, weil er viel zu verdauen hat. Dafür braucht er Energie und Flüssigkeit. Besser ist es, wenn Sie mit leichter Nahrung dafür sorgen, dass Sie satt, aber nicht übervoll sind.

Achten Sie auch auf bestimmte Lebensmittel, die wärmende Eigenschaften haben. Diese sollten Sie vermeiden. Dazu gehören unter anderem Fenchel, Pfirsiche, Kakao und Kaffee, ebenso Hafer, Kirschen, Lauch, Schinken, Walnüsse, Zimt, Zwiebeln, aber auch Gewürze wie Nelken, Muskat, Zimt, Koriander oder Ingwer – und natürlich Alkohol, weil der die Blutgefäße weitet. „Verzichten Sie also auf vermeintlich erfrischende alkoholische Getränke“, warnt Dr. Anne Fleck. „Sie bewirken das Gegenteil von dem, was Sie bezwecken.“

Übrigens: Durch die alkoholbedingt geweiteten Blutgefäße schwitzen wir noch mehr. Und der Schweiß in Kombination mit unserer Atemluft, unserem ausgeatmeten Kohlendioxid, ist wie eine schriftliche Einladung für Mücken. Sie lieben diesen Geruchsmix und steuern uns ganz zielgerichtet an!