Wenn es draußen tropisch warm, vielleicht sogar sehr schwül ist, möchte man sich eigentlich nur den halben Tag unter die Dusche stellen: kaltes Wasser, Abkühlung, Erfrischung. Herrlich! Wir empfinden es als Wohltat, uns an heißen Tagen abzuduschen. Was man dabei unbedingt beachten sollte, verrät Hautärztin Dr. Barbara Meyer-Lehmann von der Online-Hautarztpraxis Dermanostic.

Grundsätzlich ist das Duschen natürlich eine gute Sache, weil es die Haut reinigt. Und auch Schweiß ist nichts Schlimmes, wie die Medizinerin erklärt: „Schweiß ist eine körperliche Reaktion auf Hitze. Er dient dazu, die Haut zu kühlen, indem er auf der Hautoberfläche verdunstet. Das ist ein wichtiges Regulativ für unseren Organismus.“

Frischer Schweiß ist geruchlos. Nach einer Weile jedoch fangen die Bakterien, die natürlicherweise auf unserer Haut leben, an, den Schweiß zu zersetzen. „Und dann fängt er an zu riechen“, sagt Dr. Barbara Meyer-Lehmann. „Spätestens dann sollte man duschen. Zudem ist es so, dass Schweiß salzhaltig ist, was die Haut angreifen kann. Ein weiterer Grund, sich zu duschen, wenn man stark geschwitzt hat.“

Im schlimmsten Fall, wenn man trotz Hitze oder großer körperlicher Anstrengungen tagelang nicht duscht, kann das bakterielle Gleichgewicht der Haut aus der Balance kommen. Die Folge: „Das Mikrobiom kippt um, der Säureschutzmantel ist gestört, Pilze und Keime können leichter eindringen, es kann zu Entzündungen und Infektionen kommen“, resümiert die Hautärztin.

Wie oft sollte man bei Hitze duschen?

Sofern man keinen Sport treibt oder körperlich schwer arbeitet, reicht es in der Regel auch im Hochsommer, einmal am Tag zu duschen. „Wenn Sie allerdings viel unterwegs waren oder der Tag besonders heiß ist, können Sie natürlich auch ein zweites Mal duschen“, so Meyer-Lehmann. „Aber einmal am Tag sollte es schon sein, um die Haut vom Schweiß zu befreien.“

Wie lange sollte man bei Hitze duschen?

Aus dermatologischer Sicht, so die Ärztin, sei es ratsam, möglichst kurz zu duschen. „Je länger man duscht, desto länger ist die Haut natürlich auch dem Wasser ausgesetzt, was die Haut aufweicht und so den natürlichen Schutzfilm der Haut angreift. Das kann dazu führen, dass die Haut später trocken ist und spannt. Deshalb gilt: Duschen Sie so kurz wie möglich, nicht minutenlang.

Hinzu kommt, dass Seifen und Duschgele die Haut ebenso auslaugen. „Alles, was schäumt, trocknet aus“, so das Fazit der Dermatologin. „Wer es zu gut meint, kann seine Haut schnell strapazieren, was im Extremfall auch zu Ekzemen führen kann.“

Nach dem Duschen sollte man eine Bodylotion auftragen. Im Sommer sind After-Sun-Produkte zu empfehlen, wie Dr. Barbara Meyer-Lehmann weiß: „Die spenden viel Feuchtigkeit, die die Haut dringend braucht, sind aber nicht sehr fetthaltig. Daher ziehen sie schnell ein und hinterlassen keinen Fettfilm auf der Haut.“ Eine zu reichhaltige Bodylotion kann auch zu Hitzepickeln führen.

Wie duscht man im Sommer richtig: warm oder kalt?

„Wenn es draußen sehr heiß ist, sollte man lauwarm duschen“, rät die Hautärztin. „Heiß möchte man ja bei großer Hitze ohnehin nicht duschen, und ohnehin sind heiße Duschen für die Haut eine Strapaze.“ Aber auch die eiskalte Dusche oder Wechselduschen sind keine gute Idee, wie die Expertin ausführt: „Das ist kontraproduktiv, auch wenn es sich zunächst sehr angenehm anfühlt. Allerdings wird durch die kalte Dusche das vegetative Nervensystem stimuliert, was die körpereigene Wärmeentwicklung anregt.“

Durch die Kälte oder den Kalt-warm-Wechsel wird das System dazu angeregt, die Durchblutung anzukurbeln. Man sieht das daran, dass die Haut sich rötet – und spürt es, weil sie sich schnell (wieder) warm anfühlt. Insofern: Kaltes Duschen ist bei Sommerhitze keine gute Idee.