Irgendwann kommt der Moment, in dem man im Spiegel plötzlich kleine braune Flecken im Gesicht sieht oder sie beim Betrachten der Hände entdeckt: Altersflecken. Und sofort denkt man: Bin ich jetzt wirklich alt? Woher kommen sie? Was kann ich tun, um sie wegzubekommen? Natürlich kann man auch die Größe haben, die Pigmentflecken als Teil seines gelebten Lebens zu akzeptieren – allein: Nicht jede und jeder von uns kriegt das hin. Das eine ist ebenso in Ordnung wie das andere. Wenn Sie diesen Artikel angeklickt haben, gehören Sie wahrscheinlich eher zur Gruppe jener, die ihre Altersflecken loswerden wollen. Wie das geht und warum wir überhaupt Altersflecken bekommen, verrät Dermatologe Dr. Max Tischler, Medical Director bei Onlinedoctor.

Wie entstehen Altersflecken?

Dr. Max Tischler: Der Fachausdruck für Altersflecken lautet Lentigo solaris, sie sind also ein sonnenbedingter Pigmentfleck. Sie haben also in Ihrem Leben zu viel Sonne abbekommen, wenn man es so salopp ausdrücken will. Die Pigmentzellen in der Haut heißen Melanozyten; diese produzieren bei Sonnenstrahlung mehr Farbstoff, weshalb unsere Haut dunkler wird. Es ist ein Schutzmechanismus. Wenn in bestimmten Arealen, dazu gehören die Handrücken, Stirn, Nasenrücken, besonders viele Melanozyten gebildet werden, lagern sie sich zum Teil in der Epidermis, der obersten Hautschicht, ab. Vereinfacht ausgedrückt sammeln sie sich dort und werden ab einem bestimmten Punkt sichtbar. Ein Altersfleck ist demnach ein sichtbares Zeichen der kumulierten UV-Dosis.

Je nach Hauttyp treten Altersflecken häufiger beziehungsweise stärker auf. Bei hellen Hauttypen können sich Altersflecken schon ab dem 40. Lebensjahr zeigen. Ebenso bei dunkleren Hauttypen, sofern sie oft und lange in der Sonne waren. Prinzipiell ist es aber so, dass Altersflecken erst ab dem Rentenalter gehäuft zu sehen sind.

Sind Altersflecken gefährlich?

Dr. Max Tischler: In der Regel sind Altersflecken gutartig und stellen keinen Grund zur Sorge dar. Dennoch sollte man sie regelmäßig, etwa einmal pro Jahr, von einem Hautarzt oder einer Hautärztin begutachten lassen, weil Altersflecken sich in seltenen Fällen verändern können. Man sieht das nur mit einer speziellen Lupe. Sollte sich der Verdacht ergeben, dass ein Tumor entsteht, muss eine kleine Hautprobe entnommen und im Labor untersucht werden.

Kann ich mich vor Altersflecken schützen?

Dr. Max Tischler: Ja, indem Sie sich so oft wie möglich im Schatten aufhalten, vor allem die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr meiden. Generell sollten Sie niemals ohne Schutz in die Sonne gehen. Wählen Sie eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, fürs Gesicht 50, für den Körper 30. UV-A-Strahlung sorgt für Hautalterung, UV-B-Strahlung verursacht Bräunung oder Sonnenbrand. Deshalb sollte man darauf achten, dass der Sonnenschutz sowohl gegen UV-A als auch gegen UV-B schützt.

Entscheidender als der Lichtschutzfaktor ist jedoch die Menge. Die meisten Menschen cremen sich zu dünn ein, weshalb ich empfehle: Wenn Sie sich eingecremt haben, tun Sie es direkt noch einmal. Dann sind Sie gut geschützt. Für eine Woche Urlaub braucht man übrigens 600 Milliliter Sonnencreme, mindestens.

Auch ein Sonnenhut kann vor Sonnenschäden schützen und so Altersflecken vorbeugen. Vergessen Sie nicht: Je mehr Sonnenstrahlen Sie abbekommen, desto mehr werden die Melanozyten aktiviert. Aber wenn sie wenig aktiv sind, weil sie durch keine UV-Strahlung angeregt werden, bilden sie auch keinen oder nicht so viel Farbstoff, der dann irgendwann in der oberen Hautschicht sichtbar wird.

Was kann ich tun, um die Flecken wieder loszuwerden?

Dr. Max Tischler: Es gibt eine Reihe von dermatologischen und kosmetischen Behandlungen, die gute Erfolge erzielen. Man kann die Flecken beispielsweise lasern lassen. Das ist weder aufwendig noch schmerzhaft, allerdings relativ teuer. Man muss die Kosten, die je nach Größe des betroffenen Areals bei rund 100 Euro liegen, selbst tragen. Meistens reicht eine Behandlung nicht aus. Man bekommt zuvor eine Betäubungscreme aufgetragen, kann das Lasern aber auch gut ohne durchführen lassen. Es zwickt dann ein bisschen. Die ganze Behandlung dauert nicht länger als fünf bis zehn Minuten, plus Vor- und Nachbehandlungszeit.

Eine weitere Möglichkeit, die Altersflecken zu entfernen, sind chemische Peelings, beispielsweise mit Fruchtsäure. Das kann man bei der medizinischen Kosmetik durchführen lassen. Je nach Aufwand kostet eine Behandlung etwa 60 Euro, und auch hier reicht eine Sitzung in der Regel nicht aus.

Des Weiteren sind Bleichcremes eine Möglichkeit, Altersflecken zu entfernen. Allerdings muss man sehr punktgenau arbeiten, um nicht auch andere Hautstellen zu bleichen. Das ist ein relativ schwieriges Prozedere, weshalb ich auch dringend davon abrate, derartige Cremes selbst zu kaufen und zu Hause anzuwenden. Das sollte nur jemand machen, der viel Erfahrung hat.