Bowling, Kegeln: Hier können Sie in Ost-Berlin Spaß auf der Bahn haben

Was ist der Unterschied zwischen Bowling und Kegeln? Und wo kann man in Ost-Berlin gut spielen? Wir verraten es – und haben einen Geheimtipp für West-Berlin.

Heimelig und cool: eine alte Kegelbahn, Teil der Ausstellung der Haubrok Foundation in der Lichtenberger Herzbergstraße.
Heimelig und cool: eine alte Kegelbahn, Teil der Ausstellung der Haubrok Foundation in der Lichtenberger Herzbergstraße.BLZ/Markus Wächter

Von wegen ’ne ruhige Kugel schieben: Beim Bowlen und Kegeln kochen die Emotionen hoch, es wird gefiebert, geschrien, Hände werden über dem Kopf zusammengeschlagen. High Five! Vorbei die Zeiten, in denen Kegelabende Alte-Leute-Veranstaltungen waren, die sich in Klubs organisierten und laut singend mit dem Bus durch die Lande fuhren.

Die beiden sogenannten Präzisionssportarten Bowling und Kegeln gelten heutzutage als cool. Cooler denn je. Weil sie Spaß machen und man sie mit der ganzen Familie spielen kann. Bowlen und Kegeln sind die idealen Sportarten, um Körper und Geist ein wenig zu beanspruchen, zugleich aber auch seine sozialen Kontakte zu pflegen, nebenbei quatschen zu können. Nicht außer Puste geraten wie beim Joggen, nicht leise sein wie beim Yoga, nicht sitzen und anfeuern wie beim Fußballgucken.

Was ist der Unterschied zwischen Bowling und Kegeln?

Viele Menschen denken, der Unterschied zwischen Bowlen und Kegeln läge in der Tatsache, dass man bei der einen Sportart die Finger in die Kugel steckt, bei der anderen nicht. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Zunächst einmal die Begrifflichkeiten: Kegelkugel versus Bowlingball.

Es gibt sowohl Lochkugeln mit zwei Löchern für Daumen und Mittelfinger als auch Vollkugeln ohne Löcher. Ein Bowlingball hingegen hat drei Löcher, und zwar für Daumen, Ring- und Mittelfinger. Er ist im Schnitt auch schwerer als eine Kegelkugel.

Bowlingbahnen sind in der Regel etwas kürzer als Kegelbahnen und auch etwas schmaler, Rinnen an den Seiten haben jedoch beide. Und bei beiden sollen Kegel am hinteren Ende der Bahn umfallen. Beim Bowling werden diese Pins genannt und es sind zehn Stück statt neun wie beim Kegeln. Sie unterscheiden sich auch in Gewicht und Größe.

Beim Bowling werden die Pins in Form eines gleichschenkligen Dreiecks aufgestellt, mit einer Spitze nach vorn. Beim Kegeln hingegen sind sie in Form eines Quadrates angeordnet, wobei auch hier eine Spitze in Richtung der Spielenden zeigt.

Tja, und der Rest ist Technik. Und die können Sie üben. Wir sagen Ihnen, wo das gut geht und stellen fünf Bowling- und Kegelhallen vor, in denen Sie (nicht nur) am Wochenende so richtig viel Spaß haben können.


Weißensee: US-Bowl

24 Bowlingbahnen mit bis zu sechs Spielern pro Bahn, gute deutsch-amerikanische Küche mit leckeren Büfetts, aber auch à la carte sowie freundliches Personal. Und wem das nicht reicht: Bei US-Bowl gibt es auch Airhockey, Billard und Boxen sowie Darts in einer Raucherlounge. Wichtig: Sie müssen immer vorab reservieren, wenn Sie hier bowlen wollen.

Für Kinder gibt es spezielle Angebote, sowohl beim Bowling als auch beim Essen. Natürlich können Sie hier auch Kindergeburtstag feiern oder eine Firmenfeier veranstalten.

Adresse: Roelckestraße 73, 13088 Weißensee. Von der Straßenbahnhaltestelle Pasedagplatz (Tram 12, 27; auch Bus 156, 158) läuft man sechs Minuten, ebenso von der Haltestelle Roelckestraße/Nüßlerstraße (Bus 255).

Öffnungszeiten: Montags bis donnerstags von 15 bis 22 Uhr, freitags sowie am Wochenende bereits ab 14 Uhr. Sonntags gibt es ab 11 Uhr Frühstück (Reservierung erforderlich).

Preise: Eine Bowlingbahn kostet pro Stunde 17 Euro (sonntags bis donnerstags) beziehungsweise 22 Euro (freitags, sonnabends). Leihschuhe kosten zwei Euro.


Prenzlauer Berg: Bowl House

Bowlen unter Partybedingungen: Jeden Freitag und Sonnabend wird ab 21 Uhr das UV-Licht angeknipst und ein DJ legt auf. 16 Bahnen warten auf Sie. Aber auch außerhalb der Partyzeit werden Sie hier viel Spaß haben. Ihre Ergebnisse können Sie auf Wunsch am Tresen ausdrucken lassen.

Adresse: Storkower Straße 105–107, 10407 Prenzlauer Berg. Sowohl vom S-Bahnhof Landsberger Allee (S8, S85, Ringbahn) als auch vom S-Bahnhof Greifswalder Straße (S2, S8, S85, Ringbahn) läuft man 13 Minuten. Von der Bushaltestelle Storkower Straße/Kniprodestraße (Bus 156, 158, 200) sind es nur gut 150 Meter.

Öffnungszeiten: Montags, mittwochs sowie am Wochenende ab 10 Uhr, dienstags, donnerstags und freitags ab 14 Uhr. Offen jeweils bis 23 Uhr.

Preise: Es wird einzeln, pro Spiel und Person abgerechnet. Je nach Tag und Uhrzeit bewegen sich die Kosten in einer Spanne von 1,50 Euro (sonntags) bis hin zu 3,50 Euro (freitags, sonnabends ab 21 Uhr). Es gibt auch spezielle Senioren- und Kinderangebote. Leihschuhe kosten zwei Euro, Socken einen Euro.


Friedrichshain: Bowlero

Im Samariterkiez hat man sich Gemütlichkeit auf die Bahnen, pardon: Fahnen geschrieben. Man sollte sich vom funktional-schlichten Äußeren des Gebäudes nicht täuschen lassen. Drinnen ist es nämlich tatsächlich ganz muckelig. 14 Bahnen gibt es, natürlich viel Holz, lockere Atmosphäre.

Adresse: Samariterstraße 19–20, 10247 Friedrichshain, direkt an der Straßenbahnhaltestelle James-Hobrecht-Straße (Tram 21, M10). Vom U-Bahnhof Samariterstraße (U5) sind es etwa acht Minuten zu Fuß.

Öffnungszeiten: Montags bis sonnabends von 14 bis 23 Uhr, sonntags von 10 bis 20 Uhr.

Preise: Die Bahnen werden pro Stunde abgerechnet (19 bis 24 Euro), sonntags minutengenau pro Spiel. Das Ausleihen von Schuhen kostet 1,50 Euro.


Hohenschönhausen: Kangaroo’s Land

24 Bahnen plus Billard, Dart sowie Airhockey auf knapp 3000 Quadratmetern – und am Wochenende gibt’s Partybowling mit DJ und Schwarzlicht. Auch Mitternachts- oder Schülerbowling werden angeboten, ebenso die Ausrichtung von Jugendweihen.

Adresse: Hansastraße 236 (im Hansacenter), 13051 Hohenschönhausen, drei Minuten von der Straßenbahnhaltestelle Feldtmannstraße (Tram M4) entfernt sowie sechs Minuten vom Prerower Platz (Tram M4, M5, M17, auch Bus 154, 197, 256, 893).

Öffnungszeiten: Montags und mittwochs 15 bis 22.30 Uhr, dienstags 9 Uhr bis 22.30 Uhr, donnerstags 10 bis 22.30 Uhr, freitags 15 bis 1.30 Uhr, sonnabends bereits ab 13 Uhr, sonntags 9 bis 20.30 Uhr.

Preise: Die Bahnenpreise variieren je nach Tag und Uhrzeit, bewegen sich zwischen 14 und 25 Euro pro Bahn und Stunde. Leihschuhe kosten zwei Euro


West-Berliner Geheimtipp: Tante Lisbeth in Kreuzberg

Zwar nicht im Osten, aber supercool und besonders: Ähnlich wie die Kugelbahn im Wedding (Grüntaler Straße 51, etwa zehn Minuten von der S-Bahnstation Bornholmer Straße) ist auch diese Location eine Raucher-Bar mit einer oldschool Keller-Kegelbahn. Die Eckkneipe selbst sieht – wie es sich in angesagten Kiezen nun einmal gehört – wie ein Wohnzimmer aus. In diesem Fall: wie die gute Stube bei Tante Lisbeth.

Die Kegelbahn ist aus den 1970ern und hat einen ganz besonderen Charme. Man darf sich was zu essen mitbringen, Getränke müssen allerdings (und eigentlich auch logischerweise) vor Ort gekauft werden. Kegelschuhe sind nicht nötig. Ab 22 Uhr ist Schluss, damit sich die Nachbarschaft nicht beschwert.

Adresse: Muskauer Straße 49, 10997 Kreuzberg. Zu Fuß sind es vom U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof (U1) sieben Minuten.

Öffnungszeiten: Geöffnet täglich ab 16 Uhr, in der Regel open end.

Preise: Die Nutzung der Kegelanlage (zwei Bahnen) kostet 20 Euro pro Stunde.