Sommerzeit ist Nackte-Füße-Zeit. Doch nicht jeder traut sich, auf seine Socken zu verzichten. Hornhaut, Schrunden, eingewachsene Nägel machen vielen Menschen zu schaffen – und kaum jemand zeigt das gerne her. Vieles kann man mit einer guten Pediküre richten. Aber manchmal ereilen einen trotz regelmäßiger Fußpflege Probleme und Beschwerden, die nicht nur unangenehm, sondern teilweise auch peinlich sind.

Zu den häufigsten Fuß-Krankheiten gehören der Fersensporn, das Hühnerauge und der Fuß- oder Nagelpilz. Woher sie kommen, wie man sie wieder loswird und was man tun kann, um sie nicht (wieder) zu bekommen, verrät die Hautärztin Dr. Estefanía Lang vom Dermatologie-Portal Dermanostic.

Kurz vorweg: Grundsätzlich sollten Sie stets auf trockene Füße achten, sie gewissenhaft waschen und nicht nur beim Duschen das Wasser drüberlaufen lassen. Wenn Sie unter Schweißfüßen leiden, helfen regelmäßige lauwarme Fußbäder und ein mildes Fußdeo. Achten Sie darüber hinaus auf passende Schuhe, die nirgends drücken. Wenn Ihre Füße eingeengt sind, reagieren sie mit Zipperlein. Und ab und zu freuen die Füße sich über eine kleine Massage oder kreisende Bewegungen der Fußgelenke – das entspannt.

Nagelpilz und Fußpilz

Pilze gedeihen in einem feuchtwarmen Milieu. Sie können sich dort schnell vermehren, weshalb man beispielsweise besonders in Schwimmbädern, Thermen und ähnlichen Einrichtungen möglichst Badeschuhe tragen sollte, um nicht versehentlich mit Pilzsporen in Kontakt zu kommen.

„Trocknen Sie Ihre Füße immer gut ab, vor allem zwischen den Zehen“, rät Dr. Estefanía Lang. Sowohl bei akutem Befall als auch als Vorsichtsmaßnahme sollte man seine Socken stets bei 60 Grad waschen, um die Pilzsporen abzutöten, und seine Schuhe gut auslüften lassen. „Empfehlenswert ist auch das Tragen von bequemen und atmungsaktiven Schuhen und Meiden von Synthetik-Materialien.“

Sobald Sie feststellen, dass Sie Fußpilz haben, sollten Sie sich ein entsprechendes Spray, eine Creme oder Gel kaufen – je nachdem, welche Konsistenz Ihnen lieber ist. Einige gibt es in Drogerien, andere in der Apotheke. Sie sind nicht verschreibungspflichtig. Außerdem gibt es Fußbäder, die bei Nagel- und Fußpilz helfen. Verwenden Sie das antimykotische Produkt nach Anweisung und achten Sie währenddessen auf eine gute Hygiene. Tragen Sie immer Socken oder Schuhe, um niemanden sonst anzustecken.

Neben dem Jucken kann Fußpilz auch brennen. Häufig schuppt sich die Haut auch. Es können sich Blasen bilden. Und teilweise klagen Betroffene über plötzlichen unangenehmen Fußgeruch. Wichtig: Kratzen Sie auf keinen Fall. Denn so könnten einerseits Keime an den ohnehin schon strapazierten wunden Stellen eindringen (etwa durch Dreckreste unter Ihren Fingernägeln), und andererseits könnten Sie den Pilz über die Finger dann weiterverteilen.

Einen Nagelpilz erkennt man an einer gelblich-bräunlichen Verfärbung des Nagels, meistens eher vorn oder seitlich, selten am Nagelbett. Manchmal ist der Nagel auch verdickt oder brüchig, in den meisten Fällen ist der große Zeh betroffen. Es kann auch sein, dass sich weißliche Flecken auf dem Nagel der Zehen bilden; auch das ist ein Nagelpilz, wenngleich ein oberflächlicher. Lassen Sie am besten einen Arzt oder eine Ärztin einmal draufschauen, um auszuschließen, dass es sich um Schuppenflechte, Diabetes oder eine andere systemische Erkrankung handelt.

„Bei einem Befall von Nagelpilz empfiehlt sich die Entfernung des erkrankten Nagelteils“, so die Hautärztin. „Hierfür wird oft eine 40-prozentige Harnstoff-Salbe angewendet, die den Nagel aufweicht, sodass er nach etwa zwei Wochen mit einem Spatel entfernt werden kann.“ Das kann man gut zu Hause erledigen. Der Vorgang ist schmerzfrei. Alternativ gibt es spezielle Nagellacke (z. B. mit dem Wirkstoff Ciclopirox), die man jedoch zum Teil über Monate hinweg anwenden muss, um den Pilz vollständig zu töten. „Je nach Befallgrad kann eine Behandlung mit Tabletten oder einem anderen Medikament zum Einnehmen ratsam sein. Das jedoch sollten Sie mit Ihrem Hautarzt oder Ihrer Hautärztin besprechen“, sagt Dr. Estefanía Lang.

Hühnerauge

„Der Begriff ‚Hühnerauge‘ kommt aus dem 16. Jahrhundert und beschreibt eine Hautveränderung, die hauptsächlich an Füßen und Händen auftritt und optisch einem Vogelauge ähnelt“, weiß die Dermatologin. „Es handelt sich um eine rundliche, spitz zulaufende Verdickung der Hornhaut. Diese reicht oft bis in tiefere Hautschichten und kann bei ausgeübtem Druck durchaus schmerzhaft sein. Die Verhornung ähnelt einer Warze und ist durch einen glasigen ‚Kern‘ gekennzeichnet. Besonders häufig betroffen sind Frauen, ältere Menschen, sowie Diabetes- oder Rheumapatienten.“

Grundsätzlich entstehen Hühneraugen als Schutzreaktion auf ständigen Druck oder Reibung. Deshalb sind sie oft auch an Hautstellen zu finden, die nahe am Knochen liegen. Dort entsteht leicht ein zu hoher Druck. „Weitere Ursachen beziehungsweise Einflussfaktoren sind trockene Haut, Gelenkerkrankungen, Fehlstellung der Füße, unzureichende Fußpflege, genetische Veranlagung sowie Stoffwechselerkrankungen“, fasst die Medizinerin zusammen. „Zur Behandlung gilt es, hier wie immer zunächst die Ursache zu beseitigen.“

Das heißt also: Unternehmen Sie etwas gegen die Druckbelastung. Meist reicht es schon, auf weiche, locker sitzende Schuhe umzusteigen sowie auf regelmäßige Fußpflege zu achten (Fußbäder, eincremen). „Ergänzend kann man Anti-Druck-Pflaster verwenden“, so Lang. „Hühneraugenpflaster sind eine beliebte Behandlungsmethode. In der Mitte der Klebefläche befindet sich ein Tupfer mit Salicylsäure. Diese weicht die Verhornung auf und die Hornschichten lassen sich leichter entfernen. Die Pflaster werden für drei bis fünf Tage getragen.“ Man kann sie in jeder Apotheke oder Drogerie kaufen.

Fersensporn

Ob Sie einen Fersensporn haben, können nur Fachleute sagen: „Für den sicheren Nachweis braucht man eine Röntgen-Untersuchung“, sagt Dr. Lang. Ein Fersensporn ist nämlich eine kleine dornartige Verknöcherung am Hacken, die ins Innere, also ins Fleisch hineinragt. Sie entsteht häufig durch Druck und führt zu Schmerzen.

Verzichten Sie zunächst auf intensiven Sport und tragen Sie möglichst bequeme, gut gepolsterte und qualitativ hochwertige Schuhe. „Fußeinlagen mit einer leichten Absatzerhöhung können die Schmerzen eines Fersensporns verhindern“, so die Expertin. „Ebenso können gepolsterte Fersenkissen den Druck auf die betroffene Stelle verringern.“ Beide gibt es in Drogerien, Apotheken und im Internet (ab ca. 8 Euro für die Gelkissen; die Einlagen kosten je nach Anbieter etwa 20 Euro).

In der Regel kann Ihr Hautarzt oder Ihre Hautärztin Ihnen aber auch maßgefertigte Einlagen oder Physiotherapie verschreiben, sofern das nötig sein sollte. Kurzfristig können auch Kortisonspritzen Linderung verschaffen. Sie selbst können Schmerzmittel einnehmen, wenn der Fersensporn zu sehr wehtut. Bei akutem Druckschmerz sollten Sie darüber hinaus den Fuß hoch lagern und die Stelle kühlen. Wickeln Sie Kühlakkus und -kissen aber immer in ein Baumwolltuch ein, um Erfrierungen zu vermeiden.

Wenn Sie die Einlagen regelmäßig tragen, flache und bequeme Schuhe wählen sowie große Belastungen vermeiden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sich der Fersensporn innerhalb einiger Wochen wieder zurückbildet und Sie wieder schmerzfrei laufen können. Auf gepolsterte Schuhe sollten Sie fortan aber nicht mehr verzichten.