Hornhaut weg, Nägel kürzen, und fleißig eincremen. Wenn es doch so einfach wäre! Denn tatsächlich kriegt man die Füße zu Hause nie so schön gepflegt wie bei der professionellen Pediküre.

Dennoch gibt es ein paar Kniffe, die man selbst auch anwenden kann. Die Hautärztin Dr. Estefanía Lang von der Online-Dermatologie-Praxis Dermanostic verrät, was sie bei der DIY-Fußpflege beachten sollten.

1. Woher kommt Hornhaut?

„Hornhaut entsteht durch permanente Reibung oder Druck beim Laufen, zum Beispiel an der Ferse oder am Fußballen. Als Reaktion auf diese mechanische Belastung reagiert die äußerste Schicht der Haut mit einer starke Hornhautbildung, in der Fachsprache Hyperkeratosis genannt“, erklärt Dr. Estefanía Lang.

Es gibt einige Faktoren, die zu einer stärkeren Hornhautbildung führen. Dazu zählen trockene Haut, eine gestörte Hautbarriere, zu wenig Pflege, Erkrankungen wie Diabetes, ein gestörter Stoffwechsel, häufiges Barfußlaufen oder falsches Schuhwerk. „Dann bildet sich eben eine raue dicke Hautschicht, die an den Fußsohlen manchmal leicht gelblich ist. Medizinisch ist die Hornhaut in den allermeisten Fällen unauffällig. Dennoch stört es vielen Menschen aus ästhetischen Gründen.“

2. Wie entferne ich Hornhaut richtig?

Die meisten professionellen Pediküren beginnen mit einem warmen Fußbad. Und das hat einen guten Grund, wie die Dermatologin weiß: „Wenn man die Füße einweicht, ist es umso leichter, die Füße zu pflegen, weil die Poren sich öffnen und aufnahmebereiter für Pflegeprodukte sind. Zudem sind die Nägel weich und lassen sich leichter kürzen. Gleiches gilt für die Hornhaut, die sich einfacher entfernen lässt. Insgesamt ist die Verletzungsgefahr geringer, wenn man bei der heimischen Pediküre mit einem etwa zehnminütigen Fußbad beginnt.“

Direkt nach dem Abtrocknen beginnen Sie am besten mit der Ferse und widmen sich danach dem Fußballen sowie dem großen Zeh – oder wo immer Sie zu viel Hornhaut haben. Sie können dafür eine Fußfeile oder einen Bimsstein verwenden. Letzterer besteht aus porösem Vulkangestein, ist also ein Naturprodukt. „Reiben Sie vor und zurück, um die Hornhaut zu entfernen und überprüfen Sie regelmäßig, wie viel Hornhaut noch da ist“, rät Dr. Estefanía Lang. „Falls Sie nämlich zu viel wegnehmen, verletzen Sie die Haut. Und das ist schmerzhaft. Vergessen Sie nicht, Bimsstein und Feile nach dem Gebrauch zu reinigen, damit sich keine Keime vermehren können.

Es gibt aber noch eine weitere Alternative – und zwar die der Profis: „Am effektivsten und schonendsten sind Geräte, die Steine aus Mikrogranulat haben“, sagt die Medizinerin. „Es gibt Hersteller, bei denen die Rolle aus Mikrogranulaten elektrisch rollt und somit das Hin-und-her-Rubbeln entfällt. Sie fahren damit einfach über die zu behandelnden Stellen.“

Durch die Abtragung von Hornhaut wirken Schrunden oder Risse, die an den Fersen entstehen, nicht mehr so tief. Beide Fußprobleme sind optisch nicht schön, sondern können auch sehr schmerzhaft sein, weshalb eine regelmäßige Fußpflege ratsam ist. „Risse sind ein Eintrittsort für Bakterien, Pilze und Viren. Man sollte sie behandeln und auf eine gute Hygiene achten.“

3. Wie oft sollte ich die Hornhaut entfernen?

Das Entfernen der Hornhaut, unabhängig von der Methode, ist ein mechanischer Vorgang. Und dieser führt dazu, dass sich Hornhaut erneut bildet. „Das heißt also: Bei zu häufigem Entfernen der Hornhaut kann neue Hornhaut entstehen“, fasst die Hautärztin zusammen. „Daher ist es wichtig, dies maximal ein- bis zweimal im Monat durchzuführen und zudem täglich eine Pflegecreme oder Salbe mit einem hohen Harnstoffgehalt, auch Urea genannt, anzuwenden.“

Der Ureagehalt sollte zwischen 10 und 30 Prozent liegen. Sinnvoll ist es, die Creme vor dem Zubettgehen kurz einzumassieren und Baumwollsocken anzuziehen. So kann der Wirkstoff über Nacht, wenn der Körper im Regenerationsmodus ist, gut einziehen. Dadurch bleiben die Fußsohlen länger geschmeidig und glatt. Denn je trockener der Fuß, desto rauer die Hornhaut.

4. Wie schneide ich Nägel richtig?

„Nägel sollten regelmäßig kurz geschnitten werden, damit es durch den Druck des Schuhwerks zu keiner Nagelverkrümmung kommt“, so Dr. Estefanía Lang. „Dabei ist es wichtig, die Ecken nicht rund zu schneiden, damit es zu keinem eingewachsenen Nagel kommt.“ Die Dermatologin empfiehlt, einen Nagelknipser oder eine scharfe Schere zu verwenden und die Fußnägel direkt nach dem Fußbad in einer geraden Form abzuschneiden.

Feilen Sie die Nägel aber nicht! „Durch das Fußbad ist der Nagel aufgeweicht und würde durch eine Feile unnötig angeraut und beschädigt werden, was für Keime ein willkommenes Tor ist. Darüber hinaus ist das Feilen unnötig, sofern man ordentlich schneidet“, sagt die Expertin, die zudem davon abrät, sogenannte Polierfeilen zu verwenden. „Sie tun Ihren Nägeln sicher nichts Gutes, wenn Sie an der Oberfläche herumreiben und rubbeln. Es ist unnötiger Stress, auch wenn man den Glanz danach als hübsch empfindet.“ Falls Sie Ihren Nägeln etwas Gutes tun wollen, verwenden Sie ein spezielles Nagelöl oder Rizinusöl, das sie auftragen, sanft einmassieren und dabei die Nagelhaut nicht vergessen.