Spülmaschine, Waschmaschine: Was bringen Sparprogramme?

Sparen Eco-Programme nur Wasser oder auch Strom? Warum dauern sie so lange? Ein Energieexperte der Verbraucherzentrale hat Antworten.

Wie effizient eine Waschmaschine ist, verrät das Energie-Label. Beim Sparen hilft auch das richtige Befüllen.
Wie effizient eine Waschmaschine ist, verrät das Energie-Label. Beim Sparen hilft auch das richtige Befüllen.dpa/Monika Skolimowska

Momentan dreht sich fast alles ums Geld, genauer: ums Geldsparen. Die Inflation, steigende Gas- und Strompreise, teure Lebensmittel, Wasserknappheit – die meisten deutschen Haushalte stehen vor einer immensen Herausforderung.

Natürlich kann man sparen, wenn man beispielsweise Lebensmittel im Angebot kauft, um sie dann einzukochen oder einzufrieren. Oder man führt ein Haushaltsbuch, um alle Einnahmen und Ausgaben besser im Blick zu haben. Doch tatsächlich kann man schon mit Kleinigkeiten viel bewirken, etwa wenn man den Sparmodus bei Wasch- und Spülmaschine nutzt.

Anzeige | Zum Weiterlesen scrollen

Gerätehersteller Miele hat gerade entsprechende Daten von Hunderttausenden digital vernetzten Geräten ausgewertet (mit Zustimmung der Haushalte). Demnach laufen lediglich fünf Prozent aller Spülmaschinen-Durchgänge im Eco-Modus, bei den Waschmaschinen sind es 30 Prozent. Immerhin, aber auch immer noch viel zu wenige.

Was verbrauchen Waschmaschinen und Spülmaschinen?

Da jedes Gerät anders ist, kann man keine pauschalen Aussagen zur tatsächlichen Ersparnis treffen. Jedoch würde eine Basis-Waschmaschine von Miele im Sparmodus 0,9 Kilowattstunden pro Waschgang verbrauchen, ein Baumwollprogramm hingegen 1,4 Kilowattstunden, heißt es. Bei der Spülmaschine ist das Verhältnis ähnlich, wie der Hersteller angibt: Im Eco-Modus verbraucht ein Standardgerät etwa 0,5 bis 0,6 Kilowattstunden, ein anderes Programm ohne Sparfunktion jedoch 1,1 Kilowattstunden pro Durchgang.

Aktuell liegt der Strompreis bei circa 40 Cent pro Kilowattstunde. Die reine Stromersparnis pro Durchgang ist also überschaubar, fällt aber übers Jahr deutlich ins Gewicht, wenn man – wie Miele – davon ausgeht, dass der Geschirrspüler 185 Mal pro Jahr läuft, die Waschmaschine 140 Mal. Bei den meisten Familien sind die Geräte aber im Dauereinsatz.

„Eine alte Waschmaschine verbraucht bis zu 180 Liter Trinkwasser pro Waschgang“, schreibt Bosch auf der Firmen-Website. „Der Wasserverbrauch moderner Maschinen liegt bei etwa 49 Litern pro Waschgang.“ Konkurrent Bauknecht erklärt: „Für den durchschnittlichen Wasserverbrauch einer herkömmlichen modernen Spülmaschine werden etwa 10 Liter (…) angenommen.“

Bauknecht empfiehlt: „Das Eco Programm moderner Geschirrspüler ist im Hinblick auf den Wasser- und Stromverbrauch die beste Wahl und reicht in den meisten Fällen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.“ Wie viel Energie Ihr Gerät zu Hause verbraucht, können Sie der Gebrauchsanweisung entnehmen. Nachrechnen können Sie Ihre individuellen Kosten auch beim Waschrechner vom Forum Waschen – sowohl für die Waschmaschine als auch für die Spülmaschine.

Spart das Eco-Programm Strom und Wasser?

Die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) empfiehlt, so oft wie möglich den Sparmodus bei Wasch- und Spülmaschine zu nutzen: „Damit spart man sowohl Strom als auch Wasser“, weiß Energieberater Joshua Jahn, Projektleiter Energieberatung bei der VZB. „Die meiste Energie wird von den Geräten dafür verwendet, das Wasser aufzuheizen.“

Anders sei das beim Kurzprogramm, wie der Fachmann erläutert: „Bei Schnellprogrammen muss das Wasser binnen kürzester Zeit erhitzt werden. Das frisst viel Strom. Die Stromkosten fürs schnelle Erwärmen des Wassers übersteigen jene Kosten, die ein Sparprogramm dauert, deutlich.“

Je nach Maschine könne man im Sparprogramm bis zu 30 Prozent Energie sparen, so Joshua Jahn. „Auch für 60-Grad-Programme gibt es Eco-Modi, wobei Kleidung in der Regel schon bei 30 oder 40 Grad gut sauber wird. Ein Programm mit solch niedrigen Temperaturen spart im Vergleich zum 60-Grad-Programm etwa 50 Prozent der Energie ein.“

Nur stark verschmutzte Kleidung sollte man bei hohen Temperaturen waschen. Darüber hinaus empfiehlt der Verbraucherschützer, einmal pro Monat eine 60-Grad-Wäsche zu machen, um etwaige Keime in der Maschine abzutöten, die sich bei dauerhaft niedrigen Waschtemperaturen vermehren können. Das erkennt man dann daran, dass die Wäsche muffig riecht.

Wichtig: Befüllen Sie die Waschmaschine so, dass oben noch eine Handbreit Platz ist. Ist die Maschine nicht voll genug, wird Energie und Wasser verschwendet; ist sie hingegen zu voll, kann es sein, dass die Wäsche nicht sauber wird oder sich gar am Dichtungsgummi verklemmt und kaputtgeht.

Spartipp für die Spülmaschine

„Räumen Sie die Spülmaschine ordentlich ein, sodass sie voll ist, das Wasser aber immer noch überall hinkommt“, rät Joshua Jahn. „Wenn Sie beispielsweise zwei große Töpfe hineinstellen und der untere Korb damit voll ist, ist Ihr Stromverbrauch doppelt so hoch, wie wenn Sie die Spülmaschine normal mit Tellern eingeräumt hätten – einfach weil die Maschine durch die großen Teile nicht besonders effizient läuft.“

Stattdessen sollte man Töpfe und andere große Utensilien von Hand abspülen, mit möglichst kaltem bis lauwarmem Wasser. Das reinigt ebenso gut, schont aber den Geldbeutel, weil es nicht erwärmt werden musste. Und: „Meistens verbraucht man mehr Wasser, wenn man von Hand spült, als wenn man das Geschirr in die Maschine räumt. Daher empfehle ich, nur wenig Wasser ins Spülbecken einzulassen und nach Möglichkeit nicht nur einen oder zwei Töpfe zu spülen.“

Warum dauert ein Eco-Programm so lange?

Beim Sparprogramm wird das Wasser, erstens, allmählich erhitzt und die angegebene Temperatur ist, zweitens, eine Äquivalent-Angabe: Wenn im Eco-Modus 40 Grad angegeben sind, heißt das nicht, dass tatsächlich 40 Grad erreicht werden, sondern dass Ihre Wäsche so gewaschen wird, als hätten Sie ein normales 40-Grad-Programm eingestellt.

„Es wird im Sparprogramm also nicht die exakte Temperatur erreicht, sondern die Waschintensität wird über die Dauer des Programms ausgeglichen“, erklärt Joshua Jahn. „Weil die Fasern länger einweichen können, werden sie ebenso sauber. Man braucht daher keine höheren Temperaturen.“

Sollte man Spül- und Waschmaschinen ersetzen?

Spülmaschinen sollten aus energetischer Sicht nach zehn bis 15 Jahren ersetzt werden, so die Verbraucherzentrale Brandenburg, weil sie in diesem Zeitraum große Sprünge in puncto Effizienz machen. Bei Waschmaschinen hingegen muss man vergleichen: „Die meisten Geräte, die heute zehn Jahre alt sind, waren seinerzeit auch schon sehr effizient. Am besten, man orientiert sich am EU-Energielabel.“