Berlin - 31 Grad in Berlin. Unter der Hitze leiden die Menschen in der Hauptstadt, egal ob auf der Arbeit oder in ihrer Freizeit. Wie kann man den gestressten Körper schützen? Und was sind die größten Hitze-Mythen?

Tipp 1: Viel trinken, nicht zu kalt, am besten lauwarm

Die Werbung suggeriert es: Eiskalte Getränke in Gläsern, von denen Tropfen abperlen – das erfrischt. Natürlich handelt es sich dabei um einen Irrtum. Wer ihm unterliegt, spürt das sofort. Kalte Getränke signalisieren dem Körper nämlich, dass er sich aufheizen soll. Man schwitzt noch mehr als vorher. Doppelt verhängnisvoll ist es, eiskaltes Bier oder stark gekühlten Wein zu trinken. Alkohol und Hitze passen nicht zusammen, denn er senkt den Blutdruck, man fühlt sich rasch schlapp und müde, bekommt Probleme mit dem Kreislauf, klappt schlimmstenfalls zusammen.

Leicht gekühlte oder lauwarme Getränke sind die richtige Wahl, ideal Wasser und ungesüßter Tee, ob Kräuter oder Frucht ist egal. Und von alldem reichlich. Erwachsene sollten bei Hitze mindestens drei Liter trinken. Zu wenig Flüssigkeit stresst den Kreislauf.

Paradox klingt für die warme Jahreszeit dieses Phänomen: Wer zu wenig trinkt, dessen Schleimhäute trocknen aus. Bakterien und Viren haben leichteres Spiel. In Zeiten von Corona ist das vermutlich kein ganz unwichtiger Hinweis.


Tipp 2: Passende Kleidung – der Stoff, aus dem die Kühle kommt

Die Haut ist das größte menschliche Organ mit fast zwei Quadratmeter Fläche. Sie reguliert die Temperatur des Körpers vor allem, indem sie die überschüssige Wärme an die Umgebung abgibt – durch Schwitzen. Bei Schwüle ist die Luftfeuchtigkeit hoch, die Luft ist gesättigt. Schweiß bleibt weitgehend auf der Haut kleben, das Kühlsystem funktioniert nicht mehr, der Körper schwitzt noch stärker. Er fährt den Kreislauf herunter, um möglichst wenig Wärme zu erzeugen.

Kleidung aus Kunstfaser verstärkt diesen Effekt. Die Körperwärme wird nicht abgeleitet, sie staut sich unter Hemd und Hose. Empfehlenswert sind Stoffe aus Baumwolle oder Leinen. Sie sollten nicht zu eng am Körper anliegen. Leichtes Schuhwerk erleichtert ebenfalls den Weg durch einen schwülen Tag.

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Baumwolle, Leinen, leichte Schuhe: So kommt man gut durch heiße Tage.

Ein schattiges Plätzchen sollte aufsuchen, wer von Berufs wegen gezwungen ist, feste Schutzkleidung zu tragen. Wenn möglich, sollten diese Personengruppen ihre Arbeit auf kühlere Tageszeiten verlegen. Falls das nicht möglich ist, könnte auch Tipp 3 für Linderung sorgen.


Tipp 3: Haut kühlen – es muss nicht immer der Müggelsee sein

Wer kann an einem heißen Wochentag schon zum Baden an einen der Berliner Seen fahren? Und wer hat schon eine Dusche im Büro? Vermutlich die wenigsten. Um die Haut trotzdem bei ihrem Job zu unterstützen, kann mäßig kaltes Wasser über die Unterarme laufen lassen. Die nackten Füße in eine Schüssel mit Wasser stecken, könnte ebenfalls eine Option sein – sofern der Chef mitspielt. Bei Kundenverkehr sieht es damit dann aber wohl schlecht aus.


Tipp 4: Cooler Arbeitsplatz dank kühler Atmosphäre

Wohl dem, der in klimatisierten Räumen arbeitet. Zumindest dann, wenn es mit der Kühle nicht übertrieben wird. Eine Erkältung im Sommer kann hartnäckig sein, ein Hitzeschock beim Verlassen des Büros ist alles andere als erstrebenswert.

Ventilatoren senken die Raumtemperatur zwar nicht, bewegen aber immerhin die Luft. Die Haut kann mehr Feuchtigkeit loswerden. Das erfrischt. Während der Corona-Pandemie ist der Einsatz von Ventilatoren im Büro jedoch in Verruf geraten, weil sie im ungünstigsten Fall das Virus großflächig im Raum verteilen.

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Ventilatoren, ja, am besten aber in Kombination mit einem geöffneten Fenster.

Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité lieferte bereits im ersten Jahr der Pandemie die Lösung für das Problem: Das Fenster öffnen und einen großen Ventilator so aufstellen, dass er die Luft nach draußen bläst. Dadurch entsteht ein Luftzug.


Tipp 5: Zwei Finger für die richtige Menge Sonnencreme

Zum Allgemeinwissen gehört, dass bei starker UV-Strahlung die unbedeckten Körperpartien mit Sonnencreme geschützt werden sollten. Für das Gesicht gilt die Zwei-Finger-Regel: Von der Spitze des Zeigefingers und des Mittelfingers wird jeweils eine Linie aus Creme bis hinunter zur Handwurzel gezogen. Diese Menge reicht aus.

Empfehlenswert ist Lichtschutzfaktor 30 und mehr. Spätestens alle zwei Stunden sollte man den Schutz erneuern. Nach dem Baden gleich abtrocknen. Wassertropfen wirken wie ein Brennglas. Und auch in dieser Situation nicht vergessen, nachzucremen.