Tea Time! Wo man in Osten Berlins gepflegt Tee aus der ganzen Welt trinken kann

Stilecht, erlesen und frisch: Wir stellen Ihnen vier Berliner Locations im Osten vor, wo Sie wirklich guten Tee bekommen.

Echte Tee-Kunst: Frisch gebrüht aus dem Samowar schmeckt Tee besonders köstlich.
Echte Tee-Kunst: Frisch gebrüht aus dem Samowar schmeckt Tee besonders köstlich.imago

Tee geht eigentlich immer. Egal, ob man sich von innen wärmen möchte, weil es draußen ungemütlich ist, oder ob man an einem heißen Sommertag eine kühle Erfrischung braucht: Beim Tee geht alles und jede Variante ist ein kleines, überraschendes Erfolgserlebnis – wenn man es richtig macht!

Für den Hausgebrauch sind Teebeutel in Ordnung, aber wer echte Teekultur genießen (oder einfach mal testen) möchte, sollte diese Erfahrung in professionelle Hände legen. Denn die Zubereitung und das Drumherum tragen zum Genuss bei. Wir stellen Ihnen vier Orte im Osten Berlins vor, an denen Sie Ihre persönliche Tea Time so richtig zelebrieren (lassen) können.

Mitte: Original Teestube wie in Tadschikistan

Eigentlich möchte man meinen, dass jeder Berliner die „Tadshikische Teestube“ kennt, tatsächlich aber ist dieser wundervolle kleine Salon vielen Hauptstädtern unbekannt. Das sollte sich ändern. Denn schon allein die Inneneinrichtung ist einen Besuch wert, weil sie so einladend gemütlich und entschleunigend ist.

Das optische Highlight sind die handgeschnitzten Sandelholz-Säulen, die den Raum aufteilen. Gemütliche Sitzkissen (betreten nur ohne Schuhe erlaubt!), flache Tische, historische Malereien an den Wänden, warmes Licht aus verzierten Leuchtern. „Das originalgetreue Interior der Tadshikischen Teestube wurde auf der Leipziger Messe 1974 im sowjetischen Pavillon ausgestellt“, erklären die Macher auf ihrer Website.

Wem es drinnen etwas zu heimelig ist, kann auch draußen auf der Hofterrasse sitzen, klassisch auf Stühlen oder etwas entspannter in Liegestühlen. Auf der Karte stehen neben unzähligen Teesorten (ab circa 4 Euro) auch verschiedene Speisen aus Russland, Usbekistan und Tadschikistan. Tipp: Lassen Sie sich den Tee im Samowar servieren. Die Tees werden speziell zusammengestellt.

Öffnungszeiten: montags 16 bis 21 Uhr, dienstags bis freitags bis 22 Uhr, samstags 12 bis 22 Uhr, sonntags bis 21 Uhr.

Wo und wie zu finden: Tadshikische Teestube, Oranienburger Str. 27, 10117 Mitte. Zu finden im Kunsthof. Vom S-Bahnhof Oranienburger Straße (S1, S2, S25, S26) sind es nur zwei, drei Minuten zu Fuß.


Marzahn: Chinesische Teezeremonie

Das Chinesische Teehaus in den Gärten der Welt liegt idyllisch an einem Teich mit dem märchenhaften Namen „Spiegel des Himmels“. Ganz nah ist auch der Kienbergpark, den sie über eine Brücke erreichen. Es gibt neben speziellen, eisgekühlten Sommertees auch mehr als 30 ausgewählte chinesische Tee-Raritäten; vom Grünen Tee über Pu Erh bis hin zum Weißen Tee, mal süß, mal eher rauchig. Man kann bis zu zweimal nachgießen – also kein klassisches „Tassen-Konzept“.

Die Tees kosten ab 4,50 Euro. Empfehlenswert ist der gelbe Nadeltee aus Junshan. Nadeln sind die jungen Blattknospen, die Triebe. Aus denen wird dieser feine, sehr edle Tee gemacht. Das milde Aroma bleibt lange im Mund. Kosten: 7 Euro. Wer sich einmal durchs Sortiment probieren oder eine traditionelle Teezeremonie (Dauer: circa eine Stunde) erleben möchte, kann sich hierfür einen Termin buchen. Eine Verkostung kostet 18 Euro pro Person, die Teilnahme an der Zeremonie 12 Euro pro Person.

„Sehr interessant, lehrreich und entspannend. Da merkt man übrigens, was für ein ungehobelter Mensch man selber ist, was die Teezubereitung angeht“, schreibt ein Google-Rezensent. „Hier wird aus winzigem Geschirr noch der 4. und der 5. Aufguss getrunken und nach Aromen differenziert.“

Öffnungszeiten: täglich 10.30 bis 18.30 Uhr, bei gutem Wetter gegebenenfalls auch länger.

Wo und wie zu finden: Gärten der Welt, Chinesisches Teehaus, Eisenacher Straße 99 (Nordeingang), 12685 Marzahn. Dort hält der Bus 195 (Haltestelle Eisenacher Straße/Gärten der Welt). Der Parkeintritt beträgt 7 Euro für Erwachsene, Kinder ab 6 Jahren zahlen 3 Euro.

Der Haupteingang der Gärten der Welt befindet sich am Blumberger Damm 44, erreichbar mit dem Bus X69 (Haltestelle Blumberger Damm/Gärten der Welt). Alternativ können Sie mit der U5 bis Kienbergpark/Gärten der Welt fahren und dort in die Seilbahn (kostenpflichtig) steigen, um so in die Gärten der Welt zu schweben. Zu Fuß kommen Sie aber auch zum Chinesischen Teehaus.

Mitte: Eine Tasse voll Vietnam

Der Name ist Programm: Chén Chè bedeutet „eine Schale gefüllt mit Köstlichkeiten“. So steht es auf der Homepage. Und tatsächlich gibt es im Chén Chè nicht nur handverlesene Tees, sondern auch leckere vietnamesische Speisen, die optisch wie geschmacklich beeindrucken – auf Glutamat wird übrigens komplett verzichtet.

Für die Tees (ab ca. 5 Euro) wenden die Inhaber des Teehauses verschiedene Brühtechniken an, die sie sich laut eigener Aussagen auf Reisen angeeignet haben. Auf Nachfrage werden auch Teezeremonien angeboten. Der Laden ist oft voll, weshalb man sich darauf einstellen sollte, mit dem Personal etwas Geduld zu haben. Aber das gehört zum Teetrinken ja auch dazu: Zeit lassen, Zeit nehmen.

Öffnungszeiten: täglich von 12 bis 22 Uhr

Wo und wie zu finden: Chén Chè, Rosenthaler Str. 13, 10119 Mitte. Vom U-Bahnhof Rosenthaler Platz (U8; Tram M1, M5, M8) sind es nur drei Minuten zu Fuß.


Friedrichshain: Tee zum Kennenlernen und Mitnehmen

Das Motto lautet „Tee ist die geilste legale Droge der Welt“. Wer das nicht glaubt, kann sich in Friedrichshain von waschechten Tee-Kennern und -Fans überzeugen lassen. Zur Auswahl stehen um die 400 Teesorten beispielsweise aus Japan, Taiwan, Korea, Tansania und Indonesien.

Trinken vor Ort geht leider nicht, aber dafür kann man in Vorfreude baden, so betörend duftet der Tee im Geschäft. Zudem gibt es auch spezielle Kännchen zu kaufen – für all jene, die es gediegen und stilecht mögen. „So holt man noch ein bisschen mehr Qualität raus“, weiß Oliver Meier.

Der Chef ist seit mehr als 20 Jahren im Business und erklärt auf Nachfrage gern, wie die verschiedenen Sorten gut zubereitet werden können, worauf man achten sollte. Die meisten Teesorten und das Zubehör sind auch online verfügbar. 100 Gramm Jasmintee Yin Hao beispielsweise kosten 13,50 Euro, und der Darjeeling Balasun kostet 8,50 Euro.

Öffnungszeiten: montags bis freitags 10 bis 19 Uhr, samstags bis 16 Uhr.

Wo und wie zu finden: Bohea Tea, Niederbarnimstraße 3, 10247 Friedrichshain, fünf Gehminuten vom U-Bahnhof Samariterstraße (U5) entfernt.