Hilfe, die Wäsche riecht muffig! Was hilft dagegen?

Manchmal riecht die Wäsche komisch, und selbst langes Auslüften bringt nichts. Was ist da los? Ein Verbraucherschutz-Experte erklärt.

Man sollte die Maschine nicht zu voll beladen und zügig entleeren, wenn man keine unangenehmen Gerüche riskieren will.
Man sollte die Maschine nicht zu voll beladen und zügig entleeren, wenn man keine unangenehmen Gerüche riskieren will.Imago/Panthermedia

Meistens merkt man es erst, wenn die Wäsche getrocknet ist: Irgendwie riecht sie muffig, gar nicht frisch. Und es hilft auch kein Lüften gegen den Geruch. Woher kommt das? Und noch viel wichtiger: Wie kriegt man das wieder weg?

Muffige Gerüche an frisch gewaschener Wäsche entstehen durch Bakterien und durch falsches Waschen“, sagt Joshua Jahn von der Verbraucherzentrale Brandenburg. „Und da gibt es einiges, was man nicht richtig machen kann.“ Und das Ergebnis ist dann eben müffelnde Wäsche.

Verbraucherschützer erklärt: Darum riecht Wäsche muffig

In der Waschtrommel haben Keime ein perfektes Umfeld, um sich zu vermehren. Bakterien lieben es warm und feucht. Und diese Bakterien, wenn sie sich einmal in der Maschine angesiedelt haben, können auch auf die Wäsche übergehen – und dann fängt es an zu riechen.

Die Bakterien können sich im Waschmittelfach vermehren, ebenso wie in der Trommel selbst und auch in der Gummidichtung. „Das kann bei einer leeren Waschmaschine passieren, aber auch, wenn Sie die Wäsche nach dem Waschgang zu lang in der Trommel lassen“, so Verbraucherschützer Joshua Jahn. „Dann vermehren sich die Bakterien auch, und zwar sozusagen direkt in der Wäsche.“

Es sind aber auch klassische Waschfehler, die zu einer Bakterienvermehrung und somit zu unangenehm riechender Kleidung führen. „Wenn Sie zu wenig Waschmittel benutzen, zu kurz oder zu kalt waschen, kann das auch dazu führen, dass die Wäsche anfängt, muffig zu riechen“, erklärt der Experte.

Von Kurzwäschen rät Joshua Jahn ab: „Gerade bei verschmutzter Wäsche funktionieren Schnellprogramme nicht gut. Und aus energetischen Gründen sind Kurzwäschen ohnehin nicht sinnvoll, weil das Wasser in kurzer Zeit schnell erhitzt werden muss. Das verbraucht sehr viel Strom.“ Durch die kurze Waschdauer kann es zudem sein, dass die Bakterien nicht effektiv getötet werden.

Gleiches gilt, wenn man zu wenig Waschmittel benutzt – unabhängig davon, ob Sie lieber Pulver, Caps oder Flüssigwaschmittel benutzen. Achten Sie jedoch immer auf die Herstellerangaben auf der Verpackung und orientieren Sie sich an der Menge für hartes Wasser.

„In Berlin und Brandenburg haben wir tendenziell härteres Wasser, weshalb man mit dem Waschmittel nicht zu sparsam sein sollte“, rät der Verbraucherschützer. Dem Waschmittel ist immer auch ein Enthärter beigesetzt. Und die Wirkstoffe sorgen auch dafür, dass Keime getötet werden.

Die Waschtemperatur ist einer der wichtigsten Punkte, wenn man der Ursache für muffige Wäsche auf die Spur kommen will. Bei 30 Grad werden Keime eben nicht abgetötet, selbst bei einer 40-Grad-Wäsche können einige noch überleben. „Hinzu kommt, dass Wäsche bei niedrigen Temperaturen nicht immer sauber wird, weshalb es ratsam ist, das Waschverhalten immer genau anzupassen.“

Das heißt: Bei stark verschmutzter Wäsche eher ein bisschen mehr Waschmittel benutzen und 40 bis 60 statt 30 Grad wählen. Das sorgt nicht nur für potenziell sauberere Wäsche, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Kleidung später (wieder) gut riecht.

Wenn die Wäsche noch nicht gut durchgetrocknet ist und Sie sie dann zusammenlegen und im Schrank verstauen, kann es zu unangenehmen Gerüchen im Stoff kommen. Prüfen Sie also die Wäschestücke kurz, bevor Sie sie weglegen.

Was kann man tun, damit die Wäsche nicht mehr muffig riecht?

Die erste (Vorsorge-)Maßnahme, um müffelnde Wäsche zu vermeiden, sollte es sein, nach jedem Waschgang die Trommel zu lüften, also die Tür sowie das Einspülfach offen stehen zu lassen. „Außerdem sollte man die Gummidichtung, wo sich Restwasser sammelt, auswischen, damit es trocken ist. So nimmt man den Bakterien den Nährboden“, stellt Joshua Jahn klar. „Falls Sie feststellen, dass sich Ablagerungen gebildet haben, können Sie den Putzlappen auch mit etwas Zitronensäure beträufeln. Nehmen Sie auf keinen Fall Essig, der ist zu aggressiv und kann das Gummi porös machen.“

Auch das Flusensieb sollten Sie regelmäßig reinigen. Bei stärkerer Verschmutzung kann man die abnehmbaren Teile auch mal mit Essig auswischen oder kurz darin einlegen. Ebenso können Sie sie auch per Hand abspülen oder in die Spülmaschine legen.

Darüber hinaus sollte man, wie oben beschrieben, die Waschmitteldosierung genau anpassen und „etwa ein Mal pro Monat bei mindestens 60 Grad waschen“, so der Verbraucherschützer. „Vor allem Handtücher, Waschlappen und Bettwäsche sollte man mit hohen Temperaturen waschen, um Keime abzutöten.“ Durch die hohen Temperaturen werden nicht nur die Bakterien in der Wäsche selbst, sondern auch jene, die sich vielleicht in der Maschine angesiedelt haben, abgetötet.

Alternativ oder zusätzlich können Sie einen Hygienespüler zur Wäsche hinzugeben. Dieser wirkt antibakteriell und ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie erstmalig feststellen, dass die Wäsche komisch riecht. Als reine Vorsichtsmaßnahme müssen Sie kein Geld für spezielle Hygienewaschmittel ausgeben.

Ansonsten ist ein Eco-Programm sinnvoller als normale oder Kurzwäschen. Auch wenn sie länger brauchen, benötigen die Sparwäschen weniger Strom, weil die Maschine das Wasser nicht binnen kurzer Zeit aufheizen muss. Vielmehr wird das Wasser langsam und auch nicht so hoch erhitzt; die angegebene Gradzahl des Programms ist eine Orientierung, ein Äquivalent. Die Reinigung der Wäsche wird über das lange Waschen an sich erreicht, weniger durch die Temperatur.

In jedem Fall gilt aber: Lassen Sie die Wäsche nicht zu lange in der Maschine liegen. Je länger sie in der Trommel verbleibt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Keime sich vermehren und die Sachen später riechen. Da können schon zwei, drei Stunden ausreichen.

Tipp: Sofern Ihre Maschine eine Timer-Funktion hat, nutzen Sie diese, sodass die Wäsche genau zu dem Zeitpunkt fertig ist, wenn Sie auch Zeit zum Aufhängen haben, beispielsweise kurz nach dem Nachhausekommen.

Achten Sie beim Aufhängen darauf, dass die Sachen nicht zu eng und möglichst auch nicht doppellagig hängen: Hängen Sie ein T-Shirt beispielsweise am unteren Saum auf, statt es sozusagen in der Mitte zu falten und an der Falz über die Leine zu legen. Es ist wichtig, dass die Luft gut zirkulieren kann, sonst trocknet die Wäsche nicht oder ungleichmäßig und das kann dazu führen, dass sie am Ende riecht.