Neuer Inhalt

NRW besonders betroffen: Wie Sie trotz Bahnstreik am Montag ans Ziel kommen

Neuer Inhalt (1)

Fahrgäste und Pendler müssen sich auf Ausfälle und Verspätungen einrichten. (Symbolbild)

Foto:

Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/

Köln -

Die für Montagmorgen geplanten bundesweiten Warnstreiks im Zugverkehr sollen nach Angaben der Deutschen Bahn vor allem Nordrhein-Westfalen treffen. Damit müssen sich Fahrgäste und Pendler besonders in Westdeutschland auf Ausfälle und Verspätungen einrichten. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte nach dem Abbruch ihrer Tarifgespräche mit dem Bahn-Management Warnstreiks von Beschäftigten ausgerufen, nähere Details aber bisher nicht bekanntgegeben. Aus Kreisen EVG hieß es, vor allem in Stellwerken und Werkstätten solle ab 5.30 Uhr die Arbeit niedergelegt werden.

Wie Reisende jetzt vorgehen sollten – ein Leitfaden:

Prüfen, ob der Zug tatsächlich ausfällt

Wer schon ein Bahnticket gekauft hat, muss dieses nicht zwangsläufig abschreiben: Die Deutsche Bahn versucht einen Teil der Verbindungen aufrechterhalten. Der Ersatzfahrplan steht noch nicht. Bahnkunden sollten sich über die Liveauskunft auf www.bahn.de/liveauskunft informieren.

Auf dem Smartphone finden Fahrgäste diese Auskunft mit der App DB Navigator oder unter bahn.de. In der Liveauskunft stehen nur Züge, die auf jeden Fall bis zum Ziel fahren. Allgemeine Verkehrsmeldungen gibt es unter www.bahn.de/aktuell. Informationen zum Streik gibt es auch telefonisch unter der kostenlose Servicenummer 08000/99 66 33.

Bei Verspätung Geld zurückverlangen

Fährt der ausgewählte Zug, heißt das noch nicht, dass er pünktlich sein Ziel erreicht. Laut Gesetz bekommen Fahrgäste ab einer Stunde Verspätung 25 Prozent des Reisepreises zurück. Ab zwei Stunden Verspätung sind es 50 Prozent. Die Bahn kann sich bei einem Streik nicht auf höhere Gewalt berufen.

In bestimmten Fällen können Fahrgäste, die mit einer Verspätung von mindestens 60 Minuten am Zielort rechnen müssen, ein anderes Verkehrsmittel wie Bus oder Taxi nutzen - und zwar, wenn die planmäßige Ankunftszeit zwischen 0 und 5 Uhr morgens liegt. Die Deutsche Bahn erstattet dann Kosten bis zu maximal 80 Euro. Fahrgäste müssen die Busfahrkarte oder Taxi-Quittung im Original aufheben. Erfordert eine Verspätung eine Übernachtung oder ist die Fortsetzung der Reise am selben Tag nicht zumutbar, erstattet die Bahn auch die Hotelkosten. In diesem Fall ebenfalls die Originalrechnung aufheben.

Einen anderen Zug nutzen

Steht die eigene Verbindung nicht im Ersatzfahrplan, können Reisende auf einen anderen Zug umsteigen. Das darf auch ein höherwertiger Zug sein. In diesem Fall wird bei zuggebundenen Tickets wie etwa den Sparpreis-Angeboten die Zugbindung aufgehoben. Wer aus diesem Grund allerdings überfüllte Züge fürchtet oder keine Zeit hat, einen deutlich späteren Zug zu nehmen, muss Alternativen finden.

Fahrkarte erstatten lassen

Die Deutsche Bahn bietet Fahrgästen an, Fahrkarten und Reservierungen während des Streikzeitraums kostenlos zu erstatten. Ansprechpartner an den Bahnhöfen sind die DB Reisezentren. Wer sein Ticket per Post bekommen hat, geht unter www.bahn.de auf „Meine Bahn“, dort auf „Meine letzten Bestellungen“, dann auf „Stornieren“ und anschließend auf „Erstatten“. Weiter geht es über den Reiter „Zum Erstattungsantrag“. Diesen Vordruck herunterladen, ausfüllen, drucken und mit den Tickets an die auf dem Formular angegebene Adresse schicken. Wer kein Kundenkonto bei der Bahn hat, benötigt die Identifizierungsnummer, die er bei der Buchung angegeben hat.

Online-Tickets lassen sich ebenfalls über das Kundenkonto im Internet kostenlos stornieren. Reisende, die von Ihrer Reise zurücktreten möchten, finden hier das entsprechende Erstattungsformular für online gebuchte Fahrkarten.

Alternative Verkehrsmittel finden

Fernbus: Für viele Reisende ist der Fernbus die naheliegendste Alternative. Beim Marktführer FlixBus steigen die Ticketpreise tendenziell, je näher der Buchungstag rückt.

Tickets können bei FlixBus bis zu 15 Minuten vor Abfahrt storniert werden. Der Kunde erhält danach einen Gutschein.

Mitfahrgelegenheiten: Auf Onlineportalen wie Blablacar bieten Autofahrer freie Plätze in ihrem Auto für eine bestimmte Strecke an. Die Kommunikation ist in der Regel einfach und die Die Preise sind oft günstig.

Mietwagen: Sie lassen sich in der Regel unkompliziert online buchen, zum Beispiel auf Portalen wie Billiger-mietwagen.de, Check24.de oder Autoeurope.de. Bei einer Buchung über Internetportale ist üblicherweise eine Stornierung bis 24 Stunden vor Mietbeginn möglich, falls das Auto am Ende doch nicht gebraucht wird.

(dpa)