Sonnenfinsternis am Dienstag: Wo kann ich sie in Berlin gut sehen?

Hier sehen Sie die partielle Sonnenfinsternis garantiert: Die Berliner Planetarien und Sternwarten bieten ein tolles Begleitprogramm, Schutzbrillen inklusive.

Auch ohne totale Verfinsterung ist eine partielle Sonnenfinsternis beeindruckend.
Auch ohne totale Verfinsterung ist eine partielle Sonnenfinsternis beeindruckend.dpa/Bernd von Jutrczenka

Sie beginnt in der Nähe von Island – und dann kriegen auch wir was zu sehen. Oder eben nicht (ganz), denn die bevorstehende Sonnenfinsternis ist nur eine teilweise Verfinsterung: Am Dienstag, den 25. Oktober, überschattet uns zwei Stunden lang eine partielle Sonnenfinsternis.

Dass es keine vollständige Sonnenfinsternis ist, muss niemanden betrüben: „Die Erde wird vom Halbschatten des Mondes getroffen, weshalb es diesmal nirgendwo auf der Welt eine totale Sonnenfinsternis gibt. Und das ist nur bei etwa einem Drittel aller Finsternisse der Fall“, sagt Dr. Monika Staesche, Direktorin des Planetariums am Insulaner und der Wilhelm-Foerster-Sternwarte in Schöneberg.

Wenn es zu Teil-Verfinsterungen kommt, treten diese jedoch oft paarweise auf: Die letzte rein partielle Finsternis war nämlich ebenfalls in diesem Jahr zu beobachten, und zwar am 30. April – allerdings nur in entlegenen Gebieten im südöstlichen Pazifik sowie im südlichen Südamerika.

Dieses Mal sind die Bewohner der Nordhalbkugel an der Reihe: Die größte Verfinsterung erlebt man im Westsibirischen Tiefland, auf 61 Grad nördlicher Breite, dort werden etwas mehr als 82 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt sein.

In Deutschland ist man im Vorteil, je weiter im Nordosten der Beobachtungsort liegt: Die größte Verfinsterung gibt es in Sassnitz auf der Insel Rügen, mit maximal 35,3 Prozent Bedeckung.

Wo kann ich die partielle Sonnenfinsternis in Berlin sehen?

Bei gutem Wetter, also bei möglichst wolkenfreiem Himmel, kann man die partielle Sonnenfinsternis überall in Berlin gut beobachten. Egal, wo Sie sind: Wenn Sie in den Himmel gucken können, werden Sie auch die Sonnenfinsternis sehen.

Bei uns in Berlin beginnt die Sonnenfinsternis gegen 11.10 Uhr und dauert bis 13.19 Uhr. „Die maximale Bedeckung wird gegen 12.14 Uhr mit 32,2 Prozent erwartet“, so Dr. Monika Staesche.

Falls Sie mehr zum Thema erfahren wollen, bieten die drei Berliner Planetarien beziehungsweise Sternwarten zwischen 10 und 14 Uhr spezielle Rahmenprogramme an. Die Veranstaltungen sind kostenlos, ebenso wie die vor Ort ausgegebenen Schutzbrillen (solange der Vorrat reicht!).

Die partielle Sonnenfinsternis können Sie in der Wilhelm-Foerster-Sternwarte (Munsterdamm 90, 12169 Berlin-Schöneberg) beobachten, ebenso in der Archenhold-Sternwarte im Treptower Park (Alt-Treptow 1, 12435 Berlin-Treptow), wo es zudem Kurzvorträge im historischen Einsteinsaal geben wird. Für Kinder gibt es Basteltische.

Im Zeiss-Großplanetarium (Prenzlauer Allee 80, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg) können Sie die Sonnenfinsternis natürlich auch beobachten, außerdem gibt es Kurzvorträge im großen Kuppelsaal. Dabei wird auch zwischendurch immer wieder zu Livestreams aus anderen Orten der Finsternis geschaltet, sollte dort das Wetter gut sein. Kinder können Lochkameras und Sonnenuhren basteln. Eine Anmeldung ist für keinen der drei Standorte erforderlich.

Die Grafik zeigt, wann und wie der Mond die Sonne in den genannten Städten am 25. Oktober verdecken wird.
Die Grafik zeigt, wann und wie der Mond die Sonne in den genannten Städten am 25. Oktober verdecken wird.Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Spektakel selbst kann man dann mit einer der ausgegebenen Schutzbrillen beobachten oder auch als Teleskop-Projektion, wie die Direktorin von der Wilhelm-Foerster-Sternwarte erklärt: „Das Bild der partiellen Sonnenfinsternis wird vom Teleskop auf eine weiße Fläche projiziert. So kann man sich alles auch ohne Schutzbrille angucken.“

Wie schütze ich meine Augen?

„Blicken Sie nicht ohne Schutz in die Sonne“, warnt Dr. Monika Staesche. „Das tut nicht nur weh, sondern es kann das Auge auch schädigen.“ Eine Sonnenbrille bietet keinen ausreichenden Schutz, auch nicht zwei übereinander, wie die Astronomin weiß: „Wer die partielle Sonnenfinsternis anschauen möchte, sollte spezielle Schutzbrillen tragen.“

Vor allem warnt die Fachfrau vor dem Blick durch ein Teleskop: „Weil die Linse das Sonnenlicht an einem Punkt bündelt, können Temperaturen von bis zu 1000 Grad entstehen, was die Netzhaut zerstören kann.“

Auch bei einer Teilabdeckung, wie sie nun am Dienstag stattfindet, sollte man seine Augen stets schützen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) rät: Eine Schutzbrille sollte mit dem CE-Symbol versehen sein. Dier hierfür gültige EU-Norm lautet DIN EN ISO 12312-2:2015. Zudem sollte die Brille unbeschädigt und mit Benutzungs- sowie Warnhinweisen versehen sein.

„Bei Folienbrillen darf die Folie keine Kratzer, Löcher und Risse am Übergang zwischen Filterfolie und Pappe oder sonstige Beschädigungen aufweisen. Beschädigte Brillen dürfen keinesfalls verwendet werden“, schreibt das BfS. „Eine gute Schutzbrille verfügt über extrabreite Bügel und liegt gut am Gesicht an, um den Einfall von Streustrahlung ins Auge zu reduzieren.“

Dr. Monika Staesche vom Planetarium am Insulaner weiß: „Mit diesen Schutzbrillen sieht man im Normalfall nichts, sie lassen so gut wie kein Licht durch. Die Sonne sieht man dann als hellen Fleck.“ Sie selbst trägt solch eine Schutzbrille natürlich auch. Wer die Sonnenfinsternis durch ein Teleskop beobachten möchte, sollte sich einen Objektiv-Filter kaufen, der oben aufs Objektiv geschraubt wird und so die Augen schützt.

Die nächste (partielle) Sonnenfinsternis bekommen wir in Deutschland erst wieder am 25. März 2025 zu sehen.

BLZ / GRAFIK: MONICA RODRIGUEZ / QUELLEN: TIMEANDDATE.DE, WIKIPEDIA