Warum haben auch Frauen Haare an den Brüsten? Wie entfernt man sie am besten?

Jede dritte Frau hat Härchen im BH, aber kaum eine spricht freiwillig darüber. Was gegen Brusthaare hilft, sagt eine Expertin.

Viele Frauen schämen sich, wenn ihnen Haare auf der Brust wachsen.
Viele Frauen schämen sich, wenn ihnen Haare auf der Brust wachsen.IMAGO / alimdi

Kaum eine Frau spricht darüber, und doch ist rund jede dritte davon betroffen: An der Brust sprießen Haare. Die meisten schämen sich. „Dabei ist das in einem Großteil der Fälle vollkommen normal“, sagt Hautärztin Marie Fuchs vom Online-Dermatologieportal Dermanostic.

Meistens wachsen die Härchen rund um die Brustwarze, am Warzenhof (medizinisch: Areola). In der Regel sind es einzelne Haare, aber es kann auch ein leichter Flaum sein. „Wie viele Haare es sind, wie dick und welche Farbe sie haben, ist unterschiedlich“, so die Medizinerin.

Warum haben auch Frauen Haare an der Brust?

Als Ursache für eine weibliche Brustbehaarung kommen genetische Faktoren infrage, ebenso wie hormonelle. Letztere sind in der Regel begründet durch hormonelle Umstellungen, wie sie in der Pubertät, in der Schwangerschaft sowie in den Wechseljahren vorkommen. „Das ist kein Grund zur Sorge“, sagt Marie Fuchs. „In der Brust, vor allem rund um die Brustwarze, befinden sich viele Drüsen, die auch Haare produzieren können.“

Oftmals neigen Frauen mit vollen, dunklen Haaren generell mehr zu (unerwünschter) Körperbehaarung, wohingegen eher helle Typen meistens feinere und weniger sichtbare Haare haben. Beides macht sich auch an der Brust bemerkbar.

Sollte man wegen der Haare an der Brust zum Arzt gehen?

Normalerweise muss man wegen der Brusthaare nicht zum Arzt oder zu einer Ärztin gehen. „Falls Sie jedoch beobachten, dass sich die Behaarung plötzlich ändert, Sie also auf einmal mehr Haarwuchs feststellen als sonst oder überhaupt erstmalig viele Haare zu sehen sind beziehungsweise der Haarwuchs generell besonders ausgeprägt ist, sollten Sie das medizinisch abklären lassen“, rät Dermatologin Marie Fuchs.

Ursächlich kann eine Hormonveränderung sein, beispielsweise ein Überschuss an Androgenen. Das sind männliche Sexualhormone, die das Haarwachstum fördern. Das Phänomen wird unter dem Fachbegriff Hirsutismus zusammengefasst und beschreibt auch das Entstehen eines Damenbartes, zum Beispiel. Über ein Blutbild kann der Hormonstatus geprüft und gegebenenfalls therapiert werden.

Darüber hinaus gibt es noch die Hypertrichose, ein nicht-hormonell bedingter starker Haarwuchs. Dies kann lokal und auch an eher ungewöhnlichen Stellen, beispielsweise dem Steiß, auftreten, aber ebenso eine insgesamt vermehrte Behaarung.

Normalerweise ist auch eine Hypertrichose kein Grund zur Sorge. Dennoch sollte man das abklären lassen, um andere Ursachen oder Erkrankungen auszuschließen.

Sollten Sie feststellen, dass Sie nicht schwanger werden, obwohl Sie nicht verhüten, könnte es sein, dass Sie am Polycystischen Ovarialsyndrom, kurz: PCO-Syndrom, leiden. Ein Begleitsymptom können Haare an der Brust oder anderen Stellen sein, wo man keine Behaarung haben möchte.

Zuständig für Fragen und eine etwaige Behandlung von weiblichen Brusthaaren sind gynäkologische Praxen oder eben ein Hautarzt beziehungsweise eine Hautärztin.

Wie entfernt man Brusthaare richtig?

„Da die Brust und vor allem die Haut rund um die Brustwarze sehr empfindlich ist, sollte man die Härchen weder epilieren, noch rasieren und auch nicht mit Wachs entfernen. Das Verletzungsrisiko ist zu groß, es könnten Entzündungen entstehen“, warnt Hautärztin Marie Fuchs. „Besser ist es, die Härchen entweder mit einer kleinen Schere abzuschneiden oder sie mit einer Pinzette vorsichtig herauszuzupfen.“

Möglich ist die Entfernung auch mit einer Enthaarungscreme, „sofern diese nicht zu aggressiv ist und Sie wissen, dass Sie sie vertragen“, so die Dermanostic-Expertin. „Die Inhaltsstoffe können die Haut irritieren, weshalb man Enthaarungscreme an der Brust nur mit Bedacht anwenden sollte.“

Wer die Brusthaare endgültig loswerden möchte, kann sie sich auch lasern lassen. Das ist die kostenintensivste, aber auch nachhaltigste Variante. Die Preise variieren je nach Anbieter, und manchmal sind auch mehrere Sitzungen nötig, damit die Haare gar nicht mehr wachsen. Zudem kann das Lasern auch schmerzhaft sein. „Eine andere Möglichkeit zur dauerhaften Haarentfernung gibt es nicht“, so Marie Fuchs.