Konzentration, Geschicklichkeit, manchmal auch ein bisschen Glück und Windstille braucht man schon, um beim Minigolf nicht zu verzweifeln. Dennoch – oder gerade deshalb – ist und bleibt das Spiel bei Menschen jeden Alters beliebt.

Das Spiel heißt eigentlich Bahnengolf, weil es im Gegensatz zum Abschlag auf freiem Gelände eben kleine Bahnen gibt, in denen man einlochen muss. Damit’s nicht langweilig wird, sind auf jeder Strecke allerhand Schikanen und Hindernisse verbaut. Auf Wikipedia steht sogar: „Als Geschicklichkeitsspiel gehört Minigolf zu den Präzisionssportarten und zugleich zu den Ballsportarten.“

Ein richtiger Sport also, nicht einfach nur irgendwas, was man hobbymäßig nebenbei oder aus Langeweile macht. Dabei gilt Minigolf eigentlich als bieder. Zu Unrecht, wie die vielen verdammt coolen Anlagen in Berlin zeigen. Wir stellen fünf der beeindruckendsten und schönsten Minigolfplätze vor.

1. Marzahn: Golferia mit Plattenblick

Egal ob Sie drinnen oder draußen spielen wollen, ob Sie Anfängerin oder Profi sind – in der Golferia ist für alle gesorgt, was unter anderem an den drei sogenannten kreativen Indoor-Minigolfanlagen liegt, die sich individuell einstellen lassen. Sie befinden sich im Obergeschoss und können variabel verstellt werden, sodass sich mehr als 50 Varianten fürs Spielen ergeben. Es wird empfohlen, für die Golferia genannte Innenanlage zu reservieren.

Die Außenanlage mit Spielflächen als Filz nennt sich Citygolf, „entspricht den sportlichen Normvorschriften des Minigolf-Weltverbandes (World Minigolfsport Federation – WMF) und wurde vom nationalen Verband (Deutscher Minigolf Verband – DMV) als Turnieranlage unter der Nummer GER 10060218 F registriert“, schreiben die Betreiber auf ihrer Homepage. 16 Bahnen sind es insgesamt. Völlig umsonst hat man den Blick auf die Marzahner Plattenbauten; ein beeindruckendes Berlin-Panorama, im Großen (Hochhäuser) wie im Kleinen (Minigolf).

Getränke und Speisen gibt es zu fairen Preisen vor Ort (Pommes 2,50 Euro). Zudem haben die Inhaber eine original finnische Grillhütte aufgestellt, die man anmieten kann (29 Euro pro Stunde). Und es gibt einen Minigolfladen. In dem Shop kann man alles an Zubehör kaufen, was man braucht oder einfach nur haben möchte.

Wichtig zu wissen: Die Anlagen Citygolf Berlin und Golferia finden Sie in der Wittenberger Straße 50, 12689 Marzahn (Straßenbahnhaltestelle Niemegker Straße, Tram M8 und 16). Die Eintrittspreise sind nach Wochentagen und Alter gestaffelt, liegen zwischen 4,50 Euro und 6,50 Euro pro Runde (18 Bahnen). Man kann auch jeweils die ganze Anlage mieten (17 Euro pro Stunde für den Innenbereich, ab 120 Euro pro Stunde für die Außenanlage).

Geöffnet ist montags bis freitags von 13 bis 21 Uhr, am Wochenende, in den Ferien sowie feiertags von 11 bis 21 Uhr. Von November bis März ist montags geschlossen. Dienstags bis freitags ist von 13 bis 20 Uhr geöffnet, am Wochenende und feiertags bereits ab 11 Uhr – immer vorausgesetzt, dass es nicht in Strömen regnet oder alles eingeschneit ist.

2. Kreuzberg: Schwarzlicht Minigolf

Ein ideale Schlechtwetter-Option: Indoor-Minigolfanlagen gibt es nicht ganz so viele in Berlin. Diese hier fasziniert durch ein ziemlich abgefahrenes Schwarzlicht-Setting (Tipp: weiße Kleidung anziehen) und befindet sich in einem ehemaligen Bahnhofsgebäude am Görlitzer Bahnhof, unterhalb des Parkcafés.

18 Bahnen warten in fünf Räumen darauf, bespielt zu werden. Der Weg führt durch Fantasie-, Wüsten- und Mondlandschaften. Alles schaffbar in guten 1,5 Stunden, Sitzgelegenheiten gibt’s auch ausreichend. Man kann auch Kindergeburtstage hier feiern, sogar das Catering dazubuchen.

Wichtig zu wissen: Die Anlage Schwarzlichtzone finden Sie in der Görlitzer Straße 1 in 10997 Kreuzberg (U-Bahnhof Görlitzer Park, U1). Erwachsene zahlen 10 Euro Eintritt, ermäßigt kostet es 9 Euro. Geöffnet ist die Anlage mittwochs bis sonntags von 15 bis 21 Uhr, freitags und samstags bis 23 Uhr.

3. Neukölln: Golfen in der Hasenheide

Eine kleine Oase aus prächtig blühenden Blumen, umgeben vom Grün erhabener Bäume, ein kleiner Teich und in der Ferne das leise Rauschen der Großstadtautos. Die Minigolfanlage in der Hasenheide ist ein Kleinod und seit Jahrzehnten eine Konstante im Kiez.

24 Bahnen gibt es hier, wobei man genauer sagen muss: Es sind 18 Bahnen, von denen die sechs schwierigsten doppelt aufgebaut sind und daher von zwei Teams zeitgleich bespielt werden können. So kommt es zu keinem Stau. Angenehm! Für zwischendurch gibt es Getränke, Snacks (Chips, Schokoriegel) und Eis.

Wichtig zu wissen: Die Adresse des Minigolfplatzes lautet Hasenheide 81, 10967 Berlin. Der Eingang liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen den U-Bahnhöfen Herrmannplatz (U7, U8) und Südstern (U7). Geöffnet ist täglich von 12 bis 21 Uhr, sonn- und feiertags bereits ab 11 Uhr. Die erste Runde kostet für Erwachsene 5 Euro, für Kinder 4 Euro; die zweite Runde ist günstiger, die dritte sogar umsonst.

4. Tegel: Minigolf direkt am See

Ein Highlight für alle, die gern am Wasser sind. Die Anlage bietet einen wunderschönen Blick über den Tegeler See, wie auch auf die beliebte Sechserbrücke. Abschlag mit Aussicht sozusagen. Wer mag, kann sich bei den Anlagenbetreibern auch Boote ausleihen, um eine kleine Wassertour zu machen.

Die 18 Bahnen sind abwechslungsreich und unterschiedlich schwer. Besonders hat es Bahn 6 in sich: Da muss man den Ball durch eine Enge und danach steil bergauf ins Loch kriegen. Daran scheitern fast alle, trotz penibelster Bemühungen. Viel Spaß haben die meisten an Bahn 10, weil man da mit Kraft nach oben spielen muss, um den Ball in einen Korb zu bugsieren. Da muss man mit ordentlich Power zuschlagen.

Wichtig zu wissen: Am Golfplatz Mühl gibt es auch eine Bootsvermietung, beides zu finden in der Greenwichpromenade an der Tegeler Hafenbrücke, der sogenannten Sechserbrücke in 13507 Tegel, erreichbar über den U-Bahnhof Alt-Tegel (U6) oder den S-Bahnhof Tegel (S25), von dort sind es jeweils zehn bis 15 Minuten zu Fuß.

Erwachsene zahlen pro Runde 4 Euro, Kinder bis 13 Jahre 3 Euro; die zweite Runde ist jeweils einen Euro günstiger. Geöffnet ist bei trockenem, weitgehend windstillem Wetter von April bis Oktober, wochentags in der Zeit von 12 bis 18 Uhr, am Wochenende sowie in den Ferien von 10.30 Uhr bis 19 Uhr.

5. Tempelhof: Kunst und Minigolf

Ein Metallskelett, das an den Erdball erinnert. Plastehühner in Gitterkäfigen. Ein Plastikrohr, das vor einer Kloschüssel endet. Die Golfbahnen auf dem Tempelhofer Feld regen nicht nur zum Nachdenken an, sondern sind auch Teil der Nuture Mini ART Minigolfanlage. Nuture ist ein Wort-Mix aus „nature“ und „future“, also Natur und Zukunft. Zugleich ist das Spielen hier für alle Sinne eine Herausforderung – einmalig in der Stadt.

„Nuture (…) ist eine interaktive Kunstinstallation, die bespielt wird wie eine Minigolfanlage“, schreiben die Macher auf ihrer Website und ergänzen, dass das Projekt eine Verbindung von Kunst, Natur, Wissenschaft und Technik sei. Insgesamt sind es 1800 Quadratmeter voller Leben, „18 interaktive Kunstwerke, von internationalen Künstlern erschaffen. Sie leuchten, bewegen sich, machen Töne, speien Wasser, agieren und reagieren. In Form und Funktionsweise erinnert die Installation an eine klassische Minigolfanlage“, heißt es auf der Homepage.

Wichtig zu wissen: Der Eingang zum Nuture Mini Art Golf befindet sich am Columbiadamm, etwa auf Höhe der Hausnummer 79 in 10965 Kreuzberg (Bushaltestelle Golßener Straße, Bus 104). Geöffnet ist dienstags bis freitags von 14 bis 21 Uhr, am Wochenende schon ab 12 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 7 Euro, ermäßigt 6 beziehungsweise 5 Euro. Dienstags und mittwochs gibt es gesonderte Ermäßigungen.