Rauchmelder hätte möglicherweise Leben retten können: Elfjähriger starb in Marzahn bei Wohnungsbrand

Die Ursache für den Brand in einem Marzahner Doppelhaus ist noch immer ungeklärt. Bei dem Feuer in der Nacht zum Sonnabend war ein elfjähriger Junge ums Leben gekommen. Nach Angaben der Feuerwehr hatte die komplette 110 Quadratmeter große Doppelhaushälfte am Lattichweg gebrannt. Ob eventuell ein Kabelbrand den Brand ausgelöst hat - darüber rätselte die Polizei auch am Sonntagabend noch. Inzwischen hat ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes die Ermittlungen übernommen. Nach Angaben einer Polizeisprecherin hatte der 57-jährige Großvater des Jungen gegen 0.30 Uhr den dichten Rauch bemerkt und die Feuerwehr angerufen. Sein Sohn wohnt nebenan. Wenn er arbeitete oder abends Termine hatte, passten die Großeltern auf den elfjährigen Enkel und die einjährige Enkelin auf. So war es auch in der Nacht zum Sonnabend, da sein Sohn und seine Schwiegertochter ausgegangen waren. Als das Feuer ausgebrochen war, konnte der Großvater die einjährige schlafende Enkelin aus dem Bett retten und ins Freie bringen. Die Großmutter rettete sich durch einen Sprung aus einem Fenster im ersten Stock. Sie verletzte sich dabei schwer und kam ins Krankenhaus. Bereits drei Minuten nach der Alarmierung traf ein Funkstreifenwagen ein. Die Polizisten verhinderten, dass der Großvater noch einmal in das brennende Haus zurück- rannte, weil drinnen bereits brennende Balken herunterkrachten. Der Junge blieb verschollen. Die Feuerwehr rückte mit etwa 60 Leuten an. Gegen Ende der Löscharbeiten kämpften sich Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten durch den dichten Qualm. Sie entdeckten den Jungen im Badezimmer im Erdgeschoss. Er lag leblos auf dem Fußboden. Der Junge hatte offenbar versucht, sich dorthin vor dem Rauch zu retten. Er erstickte dort. Ein Notarzt versuchte, das Kind wiederzubeleben - vergeblich. Als der Großvater vom Tod seines Enkels erfuhr, brach er zusammen. Mit einem schweren Schock wurde er ebenfalls ins Krankenhaus gebracht. Während der Löscharbeiten war der Lattichweg vollständig gesperrt. In diesem Jahr starben in Berlin 25 Menschen bei Bränden. Nach Ansicht der Feuerwehr könnten die meisten von ihnen noch leben, wenn in ihren Wohnungen Rauchmelder mit Sirenen installiert gewesen wären. Denn sie starben nicht an den Flammen sondern an dem giftigen Rauch, der bei den Bränden entsteht. Ob in dem Marzahner Haus, das am Wochenende brannte, ein Rauchmelder installiert war, konnte die Polizei gestern noch nicht sagen. (kop.)------------------------------Rauchmelder // Rund 80 Prozent der bei Wohnungsbränden Getöteten sind nicht an den Flammen gestorben. Sie erstickten an dem giftigen Rauch.Beim Wohnungsbrand hat man laut Feuerwehr durchschnittlich vier Minuten zur Flucht. Der eingeatmete Rauch kann schon nach wenigen Atemzügen tödlich sein. Der hohe Kohlenmonoxidgehalt lässt schlafende Personen bewusstlos werden. Die Feuerwehr wirbt deshalb für den Einsatz von Rauchmeldern. Verwendet werden sollten ausschließlich foto-optische Rauchmelder. Es gibt sie in jedem Baumarkt. Die Geräte sollten das VdS-Prüfzeichen tragen. Empfohlen werden batteriebetriebene Rauchmelder. Sie bleiben bei Ausfall der Stromversorgung funktionsfähig. Es gibt sie ab zehn Euro.------------------------------Foto: Rauchmelder gibt es schon für zehn Euro im Baumarkt zu kaufen.