Ein Luxushotel in Berlin, dicke Teppiche, die fast jeden Laut verschlucken. In einer üppig dekorierten Suite am Ende des Ganges sitzt Tom Tykwer. Ob er Spaß daran hat, einen Tag lang immer wieder Auskunft zu geben? Ob das härter ist als das Drehen? Nein, so sieht er nicht aus. Er antwortet schnell, er grinst viel, er holt weit aus. Bleibt lässig, wenn man ihn unterbricht. Sagt nicht: "Das ist aber unhöflich." Sieht aber manchmal aus, als würde er es denken.In ein paar Tagen wird Ihr Thriller "The International" die Berlinale eröffnen. Wie ist dieser Moment, wenn der eigene Film sich zum ersten Mal vor Publikum bewähren muss?Das ist schon ein sehr spannendes Erlebnis, immer noch, immer wieder. Ich habe heute mit meinem Vater telefoniert, und da fiel mir ein, einen Film ins Kino zu bringen, das ist ein wenig so, als wenn das eigene Kind zum ersten Mal allein in Urlaub fährt, ohne Aufpasser, ohne Kontrolle. Oder wie der erste Schultag, wo man als Vater oder Mutter auch plötzlich nicht mehr dabei ist.Wie zufrieden sind Sie denn mit diesem Film, den Sie jetzt loslassen müssen?Sehr. Das kann ich wirklich mit relativer Überzeugung sagen.Das klingt recht defensiv, relative Überzeugung.Ich fühle mich gut mit dem Film. Ich finde ihn interessant, und ich glaube, er ist ziemlich spannend. Ganz am Anfang stand die Idee eines Films, den man gerne selber sehen würde. Was für eine Art von Film einem im Kino gegenwärtig fehlt.Am Ende muss man die auch noch selber drehen .Man darf! Das ist doch sehr schön. Ich meine, es gibt doch zurzeit nicht gerade haufenweise starke Thriller mit überzeugendem Gegenwartsbezug, die trotzdem dynamisch und intensiv sind, und die nicht angestrengt aufklärerisch oder bieder moralisierend daherkommen. Energische und trotzdem nachdenkliche Filme, deren Actionsequenzen nicht so hysterisch und ermüdend wirken, sondern klug verteilt sind. So einen Film wollte ich machen, auch aus einem gewissen Frust heraus, dass es in den letzten Jahren nur ganz wenige Vorbilder gab, an denen man sich hätte orientieren können.In Ihrem Film geht es, stark verkürzt, um ebenso gierige wie skrupellose Bankiers, die mittels illegaler Transaktionen diverse Kriege und Terroraktionen finanzieren. Sie schwingen sich zu Herrschern über die ganze Welt auf, aber im Grunde ist es ein riesiger Bluff. Man könnte streckenweise denken, Sie hätten die weltweite Finanzkrise vorausgesehen.Das war vor fünf Jahren, als wir mit diesem auch thematisch eher waghalsigen Filmprojekt anfingen, nicht abzusehen. Jetzt ist uns die Gegenwart beinahe vorausgeeilt. Plötzlich beschäftigt die Menschen dieses Thema, das es früher nie auf die Schlagzeilen der Titelseiten schaffte, einfach weil die Zusammenhänge zu kompliziert waren.Heute wissen alle, dass global agierende Spekulanten die neuen mächtigen Kriminellen sind, damals war es für das breite Publikum nur eine ziemlich abgedrehte These.Ja, nur Spezialisten wussten, was tatsächlich hinter manchen afrikanischen Bürgerkriegen steckt, wessen Interessen und wessen Geld da eine wichtige Rolle spielen.An die Banken haben nur wenige gedacht. Man glaubte, das würde alles die CIA finanzieren, zusammen mit ein paar Rüstungskonzernen .Das eine muss das andere ja nicht ausschließen. Unser Film ist auch eine Reminiszenz an die klassischen Polit-Thriller aus den Siebzigerjahren, wo die Idee eines geheimen Systems innerhalb der offiziellen Dienste sehr verbreitet war. Das ist schon immer eine populäre These, dass es interne, vom Staat unabhängige Strukturen gibt, die sich verselbstständigen, die von niemandem mehr kontrolliert werden und ihre ganz eigenen, oft sehr schmutzigen Machtinteressen verfolgen - ohne Kontrolle, nicht mal von CIA, FBI oder BND. Sozusagen die Drahtzieher hinter den Dunkelmännern. Dieses Element des Paranoia-Thrillers wollten wir aufnehmen und in die Gegenwart führen.Die Schauplätze haben Sie aber bewusst heutig gewählt. Eine ganze Reihe von Orten zeigen dezidiert moderne Architektur. Soll das übertriebene Nostalgie dämpfen?Der Film ist, trotz aller Rückbezüge, ästhetisch klar in der Spätmoderne angesiedelt. Es stimmt, dass wir nebenbei auch zeigen wollten, wohin sich die Architektur in den letzten dreißig Jahren entwickelt hat - in all ihrer Uneinheitlichkeit. Fungiert New York wirklich noch als Zentrum und Motor unserer Gegenwart? Oder ist die Stadt auf dem Weg in den gemächlichen, doch sicheren Untergang? Und das Epizentrum der die Welt gestaltenden Mächte befindet sich ganz woanders?Glaubt man Ihren Film-Bildern, trifft eindeutig Letzteres zu.So ist es, so war es auch gemeint. Wir wollten den Bogen von den filmischen Vorbildern in unsere Gegenwart spannen, indem man der Paranoia eine andere Ursache, eine andere Quelle zuordnet. So kam es, dass die Weltwirtschaft und spezialisiert operierende Privatbanken ins Zentrum des Films rückten. Unser Held verkörpert die alltägliche Ohnmacht des Bürgers gegenüber diesen scheinbar unkontrollierbaren Mechanismen. Die meisten ökonomischen Weichenstellungen spielen sich ja intern in den Konzernen ab, kaum etwas davon ist öffentlich, es ist oft noch nicht mal an der Schnittstelle von Wirtschaft und Politik zu identifizieren, es ist eigentlich nicht sichtbar. Wir nehmen an dieser Machtverschiebung teil, und wir können sie auch kaum beeinflussen, denn wir wählen ja die Wirtschaftsbosse nicht. Wir wählen ein Parlament.Das klingt reichlich resignativ. Wir kriegen nichts mit, wir können nichts tun. Ist das die Botschaft?Nein, es herrscht ja nicht umsonst eine gewisse Empörung. Plötzlich werden in ökonomischen Kontexten wieder Begriffe wie "Moral" und "Verantwortung" wichtig. Ethische Empörung, daraus resultierender öffentlicher Widerstand und ein Bemühen um vertiefende Kenntnis der Zusammenhänge, das sind die Waffen, die der Film anbieten kann. Das ist ein Anfang, immerhin. Ohne den bleiben wir ohnmächtig und hilflos für alle Zeiten.Zum Ende hin scheint der Film aber doch reichlich skeptisch, was die Möglichkeiten der Gegenwehr angeht. Sprechen Sie sich jetzt wieder neuen Mut zu?Gewiss ist die Schlacht noch nicht gewonnen.Muss der Krieg nicht überhaupt erstmal erklärt und eröffnet werden?Wahrscheinlich. Aber ich hätte es auch extrem albern gefunden, einen Film zu machen, der behauptet, wir müssten uns nur ordentlich empören, dann würde schon alles besser werden.Oder man bräuchte "nur" ein paar Leute zu erschießen.Das System ist natürlich stärker, ist unabhängig von einzelnen Personen.Da könnte man Hunderte umlegen, ohne dass sich an der Machtverteilung etwas ändern würde?Entschuldigung, wir reden hier über einen Thriller, nicht über ein Pamphlet. Man muss Filmen doch bitteschön ersparen, dass sie ihre "Botschaft" ausdrücklich zu Ende formulieren und auf Plakate schreiben. Trotzdem, wenn Sie mich schon fragen - es hilft sicher nichts, jetzt in Hysterie zu verfallen und 15 000 Banker auf der Welt in den Knast zu stecken. So einfach funktioniert das nicht. Es geht um einen Bewusstseinswandel, um ein Umdenken, das alle Schichten erfassen muss. Da wird es natürlich schwer, weil man just jenen Menschen, die bisher am meisten von diesem System des Raffens profitiert haben, erklären muss, dass es so nicht weitergeht, weil dann buchstäblich die Welt zusammenkracht.Wo haben Sie Ihr Geld?Das liegt auf der Bank. Da kommt man ja kaum drum herum. Ich bin bei einer kleineren Industriebank. Ich habe das Gefühl, bei denen weiß ich noch halbwegs, was mit dem Geld passiert. Es gibt ja schließlich auch seriöse Banker. Ich stecke mein Geld aber nicht in Fonds oder Aktien. Das Geld kommt, es liegt da rum, es wird ausgegeben. Wenn es alle ist, muss ich wieder arbeiten.Das heißt, kein Cent steckt in irgendwelchen Anlagen?Nein. Klar, der Nachteil ist: Die Zinsen, die man normalerweise bekommt, entsprechen gerade mal der Inflationsrate.Sie taugen wirklich kein bisschen zum Spekulanten?Spätestens seitdem ich mich in der Vorbereitung von "The International" damit recht intensiv beschäftigt habe, weiß ich, dass es bei diesen Geschäften extrem schwierig ist, den Überblick zu behalten, wo das Geld hinfließt.Im Film gibt es eine globale Verschwörung, der ein Interpol-Agent und eine mutige Staatsanwältin auf der Spur sind. Wie hoch würden Sie den Realitätsgehalt der Story einschätzen?Höher als man meint! Fast jedes Ereignis, fast jede Wendung in "The International" ist aus einem recherchierten Ereignis abgeleitet, auch die drastischen Szenen. Je größer das Geschäft, desto skrupelloser wird es von den Kartellen verteidigt und beschützt. Dass man auch mal einen Bürgerkrieg anzettelt, ja buchstäblich befeuert und anheizt, indem man eine Seite quasi zum Discountpreis mit Waffen ausstattet, um zu sehen, ob nicht langfristig größere Rüstungsdeals aus dem Krisenherd erwachsen können, das ist kein Hirngespinst.Was ist der Hauptantrieb dieser Leute? Gier, Größenwahn?Es geht um Einfluss. Der natürlich auf längere Sicht Profite sichern soll. Es geht darum, frühzeitig und mit allen, wirklich allen Mitteln einen Fuß in die Tür zu den Märkten der Zukunft zu bekommen, sie zu dominieren, selbst wenn sie noch gar nicht bestehen, selbst wenn sie vielleicht erst in zehn Jahren wirklich eine Rolle spielen werden. Um das zu erreichen, gibt es sehr raffinierte Strategien, das läuft nicht einfach über plumpe Korruption. Mich hat ein wiederkehrender Kernsatz erstaunt, den uns die Experten in Sachen Banken und Dritte Welt immer wieder gesagt haben: "Money is not the primary medium of exchange of this institution" , diese Institution handelt nicht vorrangig mit Geld. Nicht ganz zufällig sind die Länder der so- genannten Dritten Welt, in denen solche Konflikte geschürt werden, auch solche mit nennenswerten Rohstoffvorkommen. Da lohnt sich die Einflussnahme doppelt.Wenn die Zuschauer aus Ihrem Film rausgehen und einander fragen "Und? Was sollen wir jetzt machen?", was könnten Sie raten?Der Film formuliert seine Haltung über Clive Owens Figur. Der sagt: "Es muss etwas passieren, wir müssen uns dem entgegenstellen."Sie trauen den Leuten aber viel Energie zu. Dabei sehen die Menschen in Ihrem Film oft ganz klein aus, fast verloren in Glas- und Stahlgewittern.Ja, natürlich, der Ermittler Salinger, den Owen spielt, ist wie eine zappelnde Fliege im Spinnennetz.Er wirkt auch ziemlich altmodisch, wie übriggeblieben .Ein unausgeschlafener Moralist. Etwas unmodern, das kann sein.All die politische Ernsthaftigkeit in Ehren, doch es gibt auch reichlich Action und Schießereien in "The International" - diente Ihnen der Film auch dazu, sich ein paar Kino-Kinderträume zu erfüllen und es mal ordentlich krachen zu lassen?Bitte, es ist ein Genrefilm!Schließlich legt man das New Yorker Guggenheim-Museum ja nicht jeden Tag in Schutt und Asche.Ja, das macht natürlich großen Spaß, ist aber auch harte logistische Arbeit. Die Guggenheim-Sequenz war - vielleicht mal abgesehen von der Schluss-Szene in "Das Parfum" - das Komplizierteste, was wir je gedreht haben. Aber das sind natürlich auch exakt jene Herausforderungen, die man sucht, wenn man schon eine Weile lang Filme macht. Man will etwas hinkriegen, was man selbst noch nie im Kino gesehen hat. Man zögert natürlich, ob man das auch kann, ob man's so hinkriegt, wie man es sich vorstellt. Ich bin ja ein ziemlich abgebrühter Kinogänger, da erwarte ich schon ein echtes Feuerwerk, wenn in einem Actionfilm der Vorhang aufgeht.Sie fürchten nicht, dass so ein Spektakel die guten Absichten schmälert?Aber warum denn? Ich wollte ganz klar einen Thriller machen, der sich mit bestimmten Vorbildern messen lassen soll. Was ich an diesen Filmen mag, ist ja gerade, dass sie das Genre sehr ernst genommen haben. Man kam aus dem Kino, hatte einen Thriller gesehen und war voll mit interessanten, aber auch beunruhigenden Gedanken.Könnten Sie ein paar Titel nennen?Aber sicher: "Die drei Tage des Condor" von Sydney Pollack, "Der Marathon- Mann" von John Schlesinger, Alan Pakulas "Die Unbestechlichen" und "Zeuge einer Verschwörung", aus Italien die Filme von Francesco Rosi ...Rufen Sie sich solche berühmten Vorgänger erst ins Bewusstsein, um sie dann zu Gunsten eines eigenen Stils möglichst energisch wieder zu verdrängen?Ich weiß nicht. Das sind Filme, mit denen ich und einige meiner Mitstreiter aufgewachsen sind, ein wichtiger Teil unseres gemeinsamen Kinogedächtnisses. Die müssen gar nicht ins Bewusstsein gerufen werden, die tragen wir ständig mit und in uns, die sind quasi Teil unseres täglichen Dialogs, weil wir sie so oft schon gesehen haben. Der Anspruch in diesem Fall ist, diese sehr spezielle, konzentrierte Verbindung von Genre und Substanz in das Kino der Gegenwart zu überführen.Haben Sie bei dieser Herangehensweise keine Furcht, dass nur Experten so ausgefeilte Konzepte goutieren?Nein, jeder kennt Filme dieser Art. Das heißt, der Zuschauer fühlt sich erstmal wohl, denn er wird ja mit vertrauten Dingen empfangen.Und dann verstreut man ein paar kleine verstörende Details .Man kann einen Waffenhändler auftreten lassen, der trotzdem moralisch argumentiert. Oder einen skrupellosen Geschäftemacher, der Zuhause trotzdem ein aufmerksamer, zugewandter Vater ist. Das macht Spaß, die Gewohnheiten zu unterlaufen. Wir alle kennen unzählige Genrefilme, jede Woche sehen wir mehrere davon - und sind in 9 von 10 Fällen enttäuscht, dass sie sich dann doch zu sehr gleichen. Das Problem ist, dass innerhalb der vertrauten Konstruktionen, die wir ja wollen, stets etwas geschehen muss, das uns überrascht. Um diese Überraschung bemühen sich viele Kollegen aber erst gar nicht.Sie leisten sich und gönnen uns in "The International" auch ästhetische Überraschungshäppchen - zum Beispiel haben Sie Zaha Hadids Wolfsburger Phaeno-Museum mit seiner sehr eigenen Architektur kurzerhand an den Iseosee verschoben, wo das Gebäude als Firmenzentrale auftritt.Ja, und der Iseosee wird vom Gardasee gedoubelt! Kompliment, gut erkannt. Wir haben einiges in Wolfsburgs Autostadt gedreht, das ist architektonisch eine sehr ergiebige Location.Wenn Sie von den Filmen sprechen, mit denen Sie aufgewachsen sind, klingt es, als sei immer schon klar gewesen, dass Sie Regisseur werden wollen. War es auch so?Ja, mich hätte allenfalls Musik noch ähnlich stark interessiert. Aber das verbietet mir ja auch jetzt keiner. Ich kann für meine Filme komponieren, wenn ich das will. Das gehört zu den schönsten Arbeitsmomenten, wenn die Musik den Film findet. Es klingt natürlich etwas monothematisch, wenn man über sich selbst sagt, man sei einfach seiner frühesten, ersten Leidenschaft gefolgt.Es klingt auch beneidenswert.Da war sicherlich auch eine Menge Sturheit dabei. In meiner Jugend habe ich quasi keine Alternative zugelassen, indem ich mich strikt geweigert habe, mich mit etwas anderem tiefer gehend zu beschäftigen. Mittels purer Ignoranz habe ich alle anderen Berufsmöglichkeiten ausgeschlossen.Ignoranz als Erfolgsstrategie?Ja, und das macht dann einen Fachidioten aus dir, aber man könnte sagen: Wenn es dein Lieblingsfach ist, warum nicht? Andererseits bin ich dann Anfang zwanzig schließlich doch darauf gekommen, dass es nicht schaden könnte, den Kopf in andere Bereiche und Themen zu stecken. Ohne das wären meine Filme wahrscheinlich etwas blutleer und eindimensional geworden.Kann es sein, dass Sie der Regisseursberuf in 20 Jahren ausreichend langweilt, um noch etwas anderes zu probieren?Das ist eine berechtigte Frage. Die stellt sich für jeden, der etwas lange macht. Mir hilft es, stets nach Projekten zu suchen, die vollgestopft sind mit Herausforderungen, denen ich mich noch nie stellen musste.Lehrzeiten bei vollem Lohnausgleich .Ja, das ist ganz schön privilegiert, ich weiß. Dieser Job ist fast nicht zu toppen, zumal für jemanden wie mich, der so eklektische Interessen hat. Wo kann man sich schon sonst in seiner Arbeit gleichzeitig so intensiv mit Architektur, Psychologie, Politik, Wissenschaft, Musik und Kunst auseinandersetzen und zum Beispiel, wie in diesem Fall, sich auch noch als Kurator für das New Yorker Guggenheim-Museum versuchen?Wenn man sagt, Sie drehen Unterhaltungsfilme, ist das dann Beschimpfung oder Kompliment?Beschimpfung? Kann es nicht sein. Die Lust an Unterhaltung ist die zentrale Nahrungsquelle des Kinos. Ich habe das Kino ja überhaupt dadurch lieben gelernt, dass es mich so toll unterhalten hat. Die Illusionsbildung, die zum Kino zwingend dazugehört, zieht uns alle magisch an. Das ist eine Droge. Diese Entführung in eine verzauberte Parallelwelt, das ist die Essenz des Kinos.Sie haben vor einiger Zeit die Parole ausgegeben, man solle in Deutschland nun bitte das "Autorenkino" und das "Produzentenkino" miteinander versöhnen. Sehen Sie da Fortschritte?Zumindest empfinde ich es inzwischen als weniger provokant, mir Filme auszudenken, die anspruchsvoll und unterhaltsam sein können. Ab und zu gelingt es, ab und zu gelingt es mir selber. Wenn ich mich unter Druck setze, dann nur, weil ich heimlich am liebsten alles auf einmal im Kino finde: maximale künstlerische Inspiration und tiefe emotionale Verstrickung.------------------------------Tom TykwerDer Filmregisseur wurde 1965 in Wuppertal geboren, wo er bereits als Elfjähriger mit einer Super-8-Kamera Remakes seiner Lieblingsfilme drehte. Mit 16 Jahren arbeitete er als Vorführer im örtlichen Programmkino.Erfolglos bewarb sich Tykwer nach dem Abitur bei verschiedenen deutschen Filmhochschulen, studierte schließlich Philosophie an der FU und arbeitete für das Kino Moviemento in Berlin-Kreuzberg.Nach Assistenzen in der Filmbranche präsentierte Tykwer 1993 erfolgreich sein Kinodebüt "Die tödliche Maria". Es folgten "Winterschläfer" (1997), "Lola rennt" (1998), "Der Krieger und die Kaiserin" (2000), "Heaven" (2002) und die monumentale Süskind-Verfilmung "Das Parfum" (2006)."The International", Tom Tykwers neuer Film mit Clive Owen, Naomi Watts und Armin Mueller-Stahl, eröffnet am kommenden Donnerstag die Berlinale und kommt am 12. Februar in die Kinos. Tykwer lebt in Berlin.------------------------------FotoINTERVIEW: HELGE HOPP

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