Gera. dpaIm Geraer Gernzschützen-Prozeß um die Tötung des Italieners Benito Corghi Ist am Freitag ein DDR-Grenzsoldat freigesprochen worden.Dem Angeklagten habe kein bedingter Tötungsvorsatz nachgewiesen werden können, begründete der Vorsitzende Richter, Ulrich Klimmek, vor dem Landgericht Gera das Urteil. Zudem habe der Ex-Grenzer in der Verhandlung Reue gezeigt. Das spreche gegen einen Tötungswillen, sagte der Richter. Ferner habe der Angeklagte unter dem Bewußtsein, getötet zu haben, schon lange gelitten, fuhr der Richter fort. Da er auf Befehl gehandelt habe, sei Ihm kein Schuldvorwurf zu machen. "Der Tod von Benito Corghi ist ein schreckliches, aber vom Angeklagten nicht gewolltes Unglück", sagte der Richter.Der Italienische Lkw-Fahrer Benito Corghi war am 5. August 1976 durch einen Schuß in den Rücken In Schub terhöhe tödlich verletzt worden. Er war zu Fuß zu dem früheren Grenzübergang Hirschberg zurückgekehrt, offenbar, um vergessene Transportpapiere abzuholen.Durch das Geständnis des Angeklagten sah es das Gericht als erwiesen an, daß dieser den tödlichen Schuß auf Gorghi abgab. Die Aussage des Angeklagten, er habe nur auf die Beine gezielt, sei aber nicht zu widerlegen, sagte Klimmek. Der eigentliche Schuldige sei "aus rein menschlicher Sicht" ein damaliger Oberstleutnant, der Im Prozeß als Zeuge gehört wurde. Dieser habe gewußt, so der Richter, daß jemand zurückkehre und die Information nicht weitergegeben.