Mit Kanus, Kajaks, Tret- und Motorbooten demonstrieren heute Abend die Bewohner von Klein-Venedig im Bezirk Spandau gegen den von der Bundesregierung geplanten Havelausbau. Sie wollen die kleinen Kanäle in Tiefwerder mit Fackeln und Laternen in einen "leuchtenden Fluss" verwandeln."Mit dem Havelausbau würde der Wasserspiegel sinken und das Landschaftsschutzgebiet Tiefwerder Wiesen zerstört", sagt Anette Mischler vom Interessenverband der Freunde Klein-Venedigs. Klein-Venedig heißt das Gebiet zwischen der Frey- und der Schulenburgbrücke, außer hunderten Kleingärtnern und Hauseigentümern sind dort auch Wassersportvereine ansässig.Wie Anette Mischler sagt, sind die Tiefwerder Wiesen ein Kleinod mit vielen Tierarten wie Biber, Fuchs und Dachs. "Mit unserer Demonstration wollen wir ein leuchtendes Zeichen gegen die naturzerstörenden und unsinnigen Ausbaupläne des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit 17 setzen", sagt sie. Das Projekt sei überdimensioniert und basiere auf veralteten Prognosen für die Binnenschifffahrt.Für die wenige Kilometer entfernte Spree zwischen Spandau und Charlottenburg hat der Bund seine Ausbauplanungen bereits eingestellt. "Dies eröffnet die Chance, mit einer neuen Planung eine natur- und stadtverträgliche Lösung für die Modernisierung der Wasserstraßenverbindung nach Berlin zu realisieren und zugleich die ökologische Wertigkeit von Spree und Havel zu erhöhen", heißt es in einem Antrag, den die SPD und die Linksfraktion in das Abgeordnetenhaus eingebracht haben. Eine weitere Verbreiterung und Vertiefung sei "generell zu vermeiden". Die Tiefwerder Wiesen müssten als letztes innerstädtisches Überschwemmungsgebiet gesichert werden.Protestaktion "Leuchtender Fluss": Treffpunkt Pro Sport, Tiefwerderweg 18, ab 20 Uhr. Die Demonstrationsfahrt beginnt 21 Uhr.------------------------------"Durch den Ausbau der Havel wird das Landschaftsschutzgebiet zerstört." Anette Mischler, Klein-Venedig