Ruth Fuchs war es schon einmal gewohnt, in den Schlagzeilen zu stehen. Von Anfang bis Ende der siebziger Jahre beherrschte die athletische Blondine aus Jena das Speerwerfen nahezu ohne Konkurrenz. Ruth Fuchs gewann zweimal Gold bei Olympia, war Europameisterln und Weltpokalsiegerin.Ein Jahrzehnt nachdem sie den Speer aus der Hand gelegt hat, steht die gelernte medizinisch-technische Assistentin wieder im Blick der Öffentlichkeit. Gestern wurde die 47jährige, die für die PDS-Fraktion im Bundestag sitzt, von ihrem Bon ner Polit-Kollegen Konrad Weiß aufgefordert, Medaillen und PDS-Mandat zurückzugeben, weil sie als Hochleistungssportlerin verbotene Substanzen genommen habe.Ruth Fuchs hat offen zugegeben, ,daß ihre Leistungsentwicklung im -Speerwerfen bis an die 70-Meter-Marke nicht nur dem Krafttraining bei ihrem vielgepriesenen Trainer Karl Heilmann zuzuschreiben war. Die Ex-Speerwerferin in einem Zeitungs-Interview zum Dopingvorwurf: "Ich gehöre nicht zu denen, die sagen, das habe ich nicht gemacht." Bei ihr hätte es etwa Mitte der 70er Jahre begonnen, nachdem e" in anderen Ländern schon gang und gäbe war. W~.hrerid ihrer Karriere habe sie ein Präparat genommen, und das waren die erwähnten "kleinen Blauen", die Oral-Turinabol-Tabietten. Diese habe sie in den härtesten Trainingsphasen zur Unterstützung der Belastungsfähigkeit beziehungsweise zur Wiederherstellung der körperlichen Leistungsfähigkeit genommen, beschreibt Ruth Fuchs ihren damaligen Umgang mit dem Doping.Ruth Fuchs wünscht sich heute dopingfreien Sport, aber bezweifelt, daß es ihn geben kann. "Zuallererst, weil es um sehr viel Geld geht. Bisher, so Ruth Fuchs zu Jüngsten Veröffentlichungen, sei es nur bei Rtlckblenden geblieben, bei Verteufelungen und damit bei nachträglichen Diffamierungen von Menschen. Damit würde in der Öffentlichkeit der Eindruck vermittelt, die DDR-Athleten hätten von früh bis abends Dopingmittel genommen. Ruth Fuchs