Neue Regeln im Verkehr

Mit der wachsenden Zahl von Radfahrern wächst auch deren Verantwortung gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern, die geltenden Regeln im Straßenverkehr einzuhalten. Das machen auch die neuen, seit dem 1. April leicht angehobenen Bußgelder für eine Reihe von Verstößen deutlich – so kostet beispielsweise künftig das Nichtbenutzen eines beschilderten Radwegs 20 bis 35 Euro. Die Bußgelder basieren auf der Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO), deren Auswirkungen auf den Radverkehr der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) grundsätzlich begrüßt. „Wenn Städte und Gemeinden die neue StVO konsequent umsetzen, stärken sie den Radverkehr und machen ihn sicherer“, sagt der ADFC-Bundesvorsitzende Ulrich Syberg. Zu den wesentlichsten Änderungen zählt die Gleichstellung der Fahrbahnstreifen als Radweg mit den bisherigen
Fahrradwegen nebendemGehweg.

Unter Verkehrsexperten hat sich im Unterschied zum subjektiven Empfinden vieler Radler die Meinung durchgesetzt, dass die Radstreifen auf der Fahrbahn sicherer sind–weil sich Auto- und Radfahrer gegenseitig besser wahrnehmen. Die aufgewerteten Fahrbahnstreifen haben Folgen: „Zukünftig gelten Ampeln für die Fahrbahn auch für Radfahrer. Nach Fußgängerampeln mit ihren kurzen Grünphasen müssen sie sich nicht mehr richten“, so der ADFC. Wo aber noch die Fahrradampeln in Betrieb sind, müssen diese beachtet werden. Solange für Radwege neben Gehwegen keine Fahrradsignale eingerichtet sind, müssen Radfahrer die Fußgängerampeln befolgen.

Akzeptanz und Nutzung der Fahrbahnstreifen dürften auch davon abhängen, wie es gelingt, diese von parkenden Autos freizuhalten. So weist der ADFC-Berlin darauf hin, dass hier „grundsätzlich nicht mehr geparkt“ werden dürfe. Das Befahren durch Kfz sei nur bei besonderer Verkehrslage, etwa um Gegenverkehr auszuweichen, erlaubt. Neu regelt die StVO die Benutzung von Fahrradwegen auf der linken, also der entgegen zur Fahrtrichtung verlaufenden Seite. Sie ist dann erlaubt, wenn diese Wege nicht mit einem blauen Fahrradwegzeichen markiert sind. Außerdem müssen diese Wege durch das allein stehende Zusatzzeichen „Radverkehr frei“ gekennzeichnet sein.