Magdeburg - An dem Protest gegen die Bundeswehr nördlich von Magdeburg haben sich am Samstag nach Angaben der Polizei bis zu 250 Menschen beteiligt. Bei der größten Veranstaltung in Letzlingen fanden sich rund 80 Teilnehmer ein. Am Rande der zumeist friedlichen Kundgebungen wurden laut Polizei zahlreiche Straftaten begangen. 58 Strafverfahren wurden eingeleitet und 40 Platzverweise ausgesprochen.

Mehrfach drangen Bundeswehrgegner in kleinen Gruppen auf das Gelände des Truppenübungsplatzes Altmark ein. Auf und um das rund 23 000 Hektar große Gelände seien mehrere Farbanschläge verübt worden. Zudem seien Zäune und Verkehrsschilder beschädigt worden. Die mit einem Großaufgebot angerückte Polizei stellte in 40 Fällen Gegenstände wie Spraydosen, Farbbeutel und Krähenfüße sicher. Bei 133 Personen wurden die Personalien aufgenommen.

Die Polizei war bei den einwöchigen Protesten mit dem Aktionstag am Samstag mit bis zu 600 Beamten im Einsatz, zudem sicherten 360 Bundeswehrsoldaten das Gelände. Parallel zu den Protesten gegen die Bundeswehr versammelten sich rund 30 Bürger, um unweit des Truppenübungsplatzes Altmark für die Bundeswehr zu demonstrieren.

Aufgerufen zum Protest gegen die Bundeswehr hatte wie im Vorjahr die Gruppe «War starts here» (Krieg beginnt hier). Sie hatte mit 350 Teilnehmern gerechnet.

Der Truppenübungsplatz nördlich von Magdeburg ist einer der größten in Europa. Derzeit baut die Bundeswehr dort eine komplette Übungsstadt mit mehr als 500 Gebäuden, Straßen und einem Bahnhof. In «Schnöggersburg» sollen ab 2017 bis zu 1500 Soldaten gleichzeitig den Einsatz in Krisengebieten üben können. (dpa/sa)