Moskau - Der ehemalige Palästinenserpräsident Jassir Arafat starb nach Erkenntnissen russischer Wissenschaftler eines natürlichen Todes. Es gebe keine Anzeichen für eine radioaktive Verseuchung mit Polonium, sagte Wladimir Uiba, Chef der obersten gerichtsmedizinischen Behörde, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax.

Das steht in Einklang mit den Erkenntnissen französischer Experten. Schweizer Gerichtsmediziner hatten dagegen zuletzt Anzeichen für eine Vergiftung mit dem radioaktiven Polonium entdeckt, allerdings keinen Beweis dafür, dass dies auch der Grund für den Tod Arafats gewesen sei.

Spuren von Polonium in der Kleidung

Arafat war 2004 im Alter von 75 Jahren in einem französischen Krankenhaus gestorben, offiziell an den Folgen eines Schlaganfalls. Damals wurde sein Körper jedoch nicht auf Spuren einer möglichen Vergiftung untersucht. Erst 2012 wurde Arafats Leiche exhumiert, nachdem der TV-Sender Al-Dschasira über Spuren von Polonium an den Kleidern des Politikers berichtet hatte. Daraufhin machten Spekulationen die Runde, der Politiker sei von seinen Gegnern vergiftet worden. Französische, russische und Schweizer Wissenschaftler nahmen Proben.

Arafat hatte 1993 das Abkommen von Oslo unterzeichnet, das als wichtiger Schritt im Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern gilt. Dafür erhielt er zusammen mit dem damaligen israelischen Ministerpräsidenten Jitzhak Rabin sowie Schimon Peres den Friedensnobelpreis. Doch der Friedensprozess geriet ins Stocken, und 2000 führte er einen Aufstand der Palästinenser gegen Israel an.