Audi machte mit dem erstmals in Berlin gezeigten A4 Avant duo den Anfang und demonstrierte, daß sich in Richtung Hybridantrieb künftig einiges bewegen werde. Nun kündigt die nächste Marke ihren Auftritt an: Sachsenring. Wie wir bereits zu Jahresbeginn berichteten, wird in den Hallen des ehemaligen Trabiwerkes emsig an einem Hybridfahrzeug gearbeitet. Jetzt ist der Prototyp fertig. Uni 1 heißt der Van, der (wenngleich bei der Namensgebung der Trabant Universal Pate stand) mit dem Trabi soviel gemein hat wie BMWs Roadster mit einer Isetta. Denn das neue Fahrzeug vereint die neuesten Technologien des Automobilbaus. So besteht die Karosserie der 4,40 Meter langen Großraum-Limousine wie der Audi A8 aus Aluminium. Damit ist der Sachsen-Van etwa eine Streichholzlänge kürzer als beispielsweise ein Peugeot 806 und bietet bis zu sieben Personen einen Sitzplatz. Der Clou des unter Sachsenrings Federführung entwickelten Uni 1 ist jedoch das Antriebskonzept. Die Ex-Trabi-Bauer - Projektleiter Gernot Sammet war einst für das Tuning von Trabimotoren zuständig - pflanzten dem Van einen 90 PS starken 1,9-Liter-TDI-Motor von Volkswagen und einen Elektromotor unter der Motorhaube aus Leichtmetall. Da auch Audi auf diese Mischung setzt, ist das noch nicht die Neuheit. Das ist der Elektromotor. Während Audi einen 21 kW (29 PS) starken Motor von Siemens einsetzt, ließ Sachsenring bei Fichtel & Sachs eigens einen 30 kW (41 PS) starken Elektromotor und dazu das passende Getriebe entwickeln. Er soll den Van abgasfrei durch die City gleiten lassen. Die Bord-Batterien gewährleisten eine Reichweite von rund 80 Kilometern.Eine weitere Besonderheit ist die Plazierung des Elektrotriebwerkes. Denn das befindet sich zwischen dem Dieselmotor und dem Getriebe. So ist es möglich, mit Dieselkraft, Elektroantrieb oder Diesel und Elektrokraft zu fahren. Entscheidet sich der Fahrer für den synchronen Einsatz beider Aggregate, steht ein Gesamtdrehmoment von gut 300 Newtonmeter zur Verfügung. In der kommenden Woche wird Sachsenring den Prototyp der Öffentlichkeit präsentieren. Bis zum Start der Serienproduktion ist es jedoch noch ein langer Weg. "Noch vor der Jahrtausendwende", so erfuhren wir bei Sachsenring, soll der Uni 1 vom Band rollen. Was er dann kosten wird, ist derzeit reine Spekulation. Audi hat sich mit dem Duo festgelegt. Für 60 000 Mark wird er zu haben sein. Da vom Uni 1 vorerst keine enorm hohen Stückzahlen zu erwarten sind, dürfte der Sachse nicht viel preiswerter werden. Wenn überhaupt. Als mögliche Kundschaft sieht Sachsenring Flottenbetreiber wie Zustelldienste, Post und Telekom sowie Taxiunternehmen und Krankentransporte. +++