Sanierung des denkmalgeschützten Bauwerkes kurz vor dem Abschluß TREPTOW: Über die Abteibrücke zur Insel

Die Sanierung der ersten Stahiverbundbrucke Deutschlands -- der Abteibrucke -- steht kurz vor dem Abschluß. Nach zweijähriger Bauzeit erstrahlt nun der fast SOjahrige Viadukt in altem, neuem Glanz.Noch ist die denkmalgeschützte Spreeüberführung unweit der Gaststätte Zenner für Besucher gesperrt. ~Aber in spätestens vier Wochen wollen wir den Weg über die Fußgängerbrücke freigeben", sagt Johannes Lietz, Abteilungsleiter Brückenbau der Senatsbauverwaltung. Bis dahin müßten auch die Arbeiten an den beiden Türmen -- auf der Insel- und der Festlandseite -- abgeschlossen sein. Im lnselturrn werden dann den Besuchern ein Caf" und ein Jugendclub zur Verfügung stehen.Viele SchädenDie Sanierung des 1916 errichteten Bauwerkes gestaltete sich komplizierter als ursprünglich angenommen, berichtet Lietz. "Es war mehr zerstört, als unsere Überprüfung im Jahre 1990 ergeben harte." Eigentlich wollte man die Brückenpiatte erhalten. Doch während der Arbeiten stellte sich heraus, daß die Unterkonstruktion und die Hauptträger völlig kaputt sind. Die Platte mußte also erneuert werden. Schäden am Beton seien an mehreren Stellen der Überführung aufgetreten. "Im Laufe der Jahre lief ständig Oberflächenwasser in die Konstruktion", erklärt Lietz die Ursache. Auch das Geländer der insgesamt 76 Meter langen Spreebrücke wurde hergerichtet. Außerdem hatten die Handwerker zahlreiche Korrosionsschäden an den Stahlteilen zu beseitigen.Die Kombination von Stahl und Beton an diesem Bauwerk hält Lietz für etwas Besonderes. "Pfiffig, wie damals Beton zwischen die sogenannten Rohrbogen gebracht wurde." Ihr einmaliges Aussehen würden der Brücke die beiden Treppentürme geben. Sie erhielten unter anderem einen frischen Außenputz sowie ein mit Biberschwänzen gedecktes Dach. Auch die Fachwerke in den sechs Glebeidreiecken beider Dächer wurden wiederhergesteilt. Außerdem sind die Fenster verkleinert und neu angeordnet worden. Der Inselturm hat jetzt einen rekonstruierten Erker. "Wir hielten uns bei den Arbeiten streng an die Originaibrücke und veränderten nichts", betont Lietz. Außerdem habe man die gleichen Materialien wie vor rund 80 Jahren verwandt.Fläche gehörte NeuköllnDie Entstehung der über die Brücke zu erreichenden rund 10 000 Quadratmeter großen Abtei-Insel geht bis in das 19. Jahrhundert zurück. Damals befand sich inmitten der Spree eine flache, mit Schilf bewachsene Erhebung. Der Besitzer ließ damals Erde und Müll aufschütten. 1896 wurde dann ein Restaurant im Stil einer schottischen Klosterruine erbaut, die der von einem Herrn Busekow erworbenen Insel den Namen Abtei gab. Das Gebäude brannte 1914 ab.Ende 1913 hatte die Stadt -- der heutige Bezirk Neukölln -- die Insel gekauft. Auf Beschluß des Neuköllner Magistrats wurde 1915 mit dem Bau der Abteibrücke begonnen. Mit der Gemeinde- und Verwaltungsreform ging sie ein Jahr später in Treptower Besitz über.Die fast 80 Jahre alte Abteibrücke in Treptow war die erste Stahlverbundbrücke Deutschlands.