Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten kann das Schloss Caputh ab Sonntag erstmals in seiner Geschichte vollständig besichtigt werden. Alle 19 Räume und auch der von Peter Joseph Lenné gestaltete Park stehen dann den Besuchern offen. Die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten hatte neun Millionen Mark für die Rekonstruktion des barocken Schlosses aufgebracht. Seit der Teil-eröffnung im Herbst vergangenen Jahres besichtigten nach Angaben der Stiftung bereits rund 50 000 Besucher die kurfürstliche Sommerresidenz am Templiner See.Giersberg dankt HelfernCaputh gehört als einziges erhaltenes Schloss des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm in und um Potsdam zu den wichtigsten Baudenkmalen Brandenburgs. Der Generaldirektor der Stiftung, Hans-Joachim Giersberg, sagte am Donnerstag, ihn freue es, dass nach nur drei Jahren Bauzeit das Schloss den Besuchern in voller Schönheit präsentiert werden kann. "Obwohl durch jahrelange Fremdnutzung viel Missbrauch mit dem Gebäude getrieben wurde, erwies es sich doch weniger gefährdet als erwartet", sagte er. Aus dem hässlichen Entlein sei wieder ein schöner Schwan geworden. Giersberg dankte der "Cornelsen Kulturstiftung" und den "Freunden der Preußischen Schlösser und Gärten" für ihr Unterstützung. In den jetzt fertig gestellten Wohnräumen der Kurfürstin Dorothea kann die einst kostbaren Ausstattung des Lustschlosses nachempfunden werden. Das Porzellankabinett ziert ein originales Deckengemälde aus der Zeit um 1690 eine auf Wolken thronende gekrönte Borussia, die Personifikation Brandenburgs. In diesem Raum wurde der Grundstock für die berühmte Porzellansammmlung im Schloss Charlottenburg gelegt.Zurückgekommen nach Caputh sind die Bildnisse der ersten zwölf römischen Kaiser. Das bedeutendste ist das Julius Cäsars von Peter Paul Rubens. Die Imperatoren-Serie stand bereits 1698 in einer Inventurliste des Schlosses, gelangte aber später nach Grunewald.Eine Rekonstruktion des Gartens nach barockem Vorbild war nicht mehr möglich. Die Landschaftsgestalter stellten aber den um 1820 von Lenné geschaffenen vier Hektar großen Park wieder her.NUTZUNG Stab und Schule // Stabsquartier der Roten Armee war das Schloss zunächst nach dem zweiten Weltkrieg.In der DDR wurde das Schloss als Berufsschule genutzt. In den 80ern übernahm es ein Teltower Kombinat.Bis 1995 verwaltete es die Treuhand. Dann übernahm die Schlösser-Stiftung übernahm es in ihren Besitz.