BERLIN, 30. Juli. Die wirtschaftlich angeschlagene Versicherungsbranche wird zusätzlich durch die Versicherten selbst geschädigt. Fast 1,7 Millionen Deutsche haben offenbar in jüngster Zeit ihre Versicherung betrogen, ermittelte das Marktforschungsinstitut Psychonomics. In einer Befragung gaben sieben Prozent der Versicherten an, bei der letzten Schadensmeldung falsche Angaben gemacht zu haben, um höhere Leistungen zu kassieren. Psychonomics-Sprecher Ansgar Metz sagte, insgesamt dürfte die Quote derjenigen, die ihre Versicherung irgendwann "schon mal" betrogen haben, bei rund dreißig Prozent liegen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erklärte, dass Versicherungsbetrug offensichtlich zum Kavaliersdelikt geworden sei. Der GDV schätzt den Schaden durch Versicherungsbetrug auf vier Milliarden Euro pro Jahr. Diese Summe müsse auf alle Prämien umgelegt werden. Die Umfragewerte liegen weit über der Zahl der Betrugsfälle, die in der Statistik des Bundeskriminalamtes erfasst sind. Danach wurden im vergangenen Jahr lediglich 7 782 Fälle von Versicherungsbetrug gemeldet. (rh.)