MITTE. Eine 223 Jahre alte Originalplastik der Spittelkolonnaden im Köllnischen Park ist zerstört worden. Wie Stefan Rauner, Leiter des Naturschutz- und Grünflächenamtes in Mitte, sagt, wurde die Sandsteinfigur in der Silvesternacht von ihrem Sockel neben dem Märkischen Museum gekippt und zerschlagen. Außerdem sei das Holzhaus über dem alten Brunnen abgedeckt worden. Das Grünflächenamt hat jetzt fünf Einzelteile der Kolonnadenfigur sichergestellt und in einem Depot eingelagert. Das Bezirksamt erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Ermittlungen der Polizei blieben bisher jedoch erfolglos. Teure Restaurierung"Die Restaurierung der Plastik wird etwa 75 000 Mark kosten", so Rauner. Mehrere 10 000 Mark seien außerdem nötig, um Vandalismusschäden an der Mauer hinter der Plastik zu beseitigen. In die Mauer sind historische Steine und Köpfe von Schlüter-Figuren eingelassen. Einer Plastik fehlt eine Gesichtshälfte, einer anderen wurde die Nase abgeschlagen. Laut Rauner sollen die Schäden an zahlreichen Sandsteinfiguren erst beseitigt werden, wenn deren Standorte im Köllnischen Park auch sicher sind. Das Stadtmuseum Berlin, zu dem das Märkische Museum gehört, hat dafür bereits einen Vorschlag: "Wir wollen im Märkischen Museum ein Café einrichten. Hinter dem Gebäude, dort, wo die Figuren aufgestellt sind, könnte eine Caféterrasse entstehen", sagt Reiner Güntzer, Generaldirektor des Stadtmuseums. Die Terrasse soll nach seinen Vorstellungen eingezäunt werden, so daß auch die wichtigsten Skulpturen geschützt sind. Nach Wunsch des Museums soll noch in diesem Jahr Baubeginn sein. "Es sind nicht nur irgendwelche Steine, die dort stehen, sondern einmalige historische Zeugnisse. Auf der Rasenfläche standen beispielsweise Originale des Ephraim-Palais", so Güntzer. Diese Plastiken wurden allerdings schon im Sommer 1998 vom Grünflächenamt Mitte in Sicherheit gebracht. Denn auch sie waren schon mehrfach beschädigt worden. Laut Rauner sind als "Mahnung" nur die fünf leeren Sockel stehengeblieben. Einen Aufruf gegen Vandalismus will das Bezirksamt demnächst auch im Internet verbreiten.